Hafenfest Maritimes Spektakel am Weserdeich

Sandstedt. Tausende Besucher sind beim Hafenfest in Sandstedt dabei gewesen. "Bei dem guten Wetter heute sind einfach alle da", so Mit-Organisator Werner Knoop und Hinni Meisterknecht, Vorsitzender des WSV-Sandstedt, übereinstimmend.
03.06.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Luise Bär

Sandstedt. Was vor 25 Jahren im Kreise der Sandstedter Wassersportler ganz klein entstand, ist seit Jahren am Himmelfahrtstag ein beliebtes Ausflugsziel: das Hafenfest in Sandstedt. Tausende von Besuchern waren wieder dabei, beim maritimen Spektakel mit Nagelbalken, Trödelmarkt, Klabauterwasser und mehr.

Nach dem stimmungsvollen Zelt-Gottesdienst am Hafen, gehalten von Felicitas Diederichs-Gottschalk und Katja Hesse-Aschen, öffneten die Stände und lockten mit Attraktionen, Essen und Trinken. Am Weserdeich rund um den Sportboothafen hieß es Mitmachen und Spaß haben.

Beim Knobeln um Aale und Forellen ging es um die 16, 17 oder 18: Nur wer mit drei Würfeln diese Zahl erreichte, kam an den begehrten Fisch. Anette Friese aus Vegesack hatte Glück - "guck mal, unser Abendbrot", ließ sie ihre Freundin einen Blick auf die geräucherte Forelle werfen, die sie gerade gewonnen hatte.

Fast eine reine Kinderdomäne war der Nagelbalken. Während die Männer sich noch mit Bratfisch stärkten, hatten die Kinder das Spiel mit dem Hammer für sich und rammten mit wuchtigen Schlägen die Nägel ins Holz. Zur Belohnung gab es Süßigkeiten. Für die Männer wollten die Organisatoren vom Wassersportverein (WSV) Sandstedt später den Hammer und die Nägel gegen dickere Exemplare austauschen. "Dann wartet hier die echte Versuchung", wusste Werner Knoop. Er hat bereits das erste Hafenfest mitorganisiert, und seine Kollegen nennen ihn die Seele des Sandstedter Hafens. "Ein Tapeziertisch, ein Fass Bier, 50 Besucher und jede Menge kalten Wind", erinnerte sich Knoop an den Himmelfahrtstag von 1987. Seitdem hat sich das Sandstedter Hafenfest zu einer Veranstaltung mit regelmäßig über 5000 Besuchern entwickelt.

"Bei dem guten Wetter heute sind einfach alle da", sagten Knoop und Hinni Meisterknecht, Vorsitzender des WSV-Sandstedt, übereinstimmend.

Die Tidezeiten standen gut für die Wassersportler, der Hochwasserstand lag bei 15 Uhr. "Drei Stunden davor und danach können die Boote in unseren Naturhafen ein- und auslaufen", erläuterte Meisterknecht, der sich über die Wassergäste aus Brake, Bremen und Bremerhaven freute, die bei ihrem Landgang kräftig mitfeierten.

Der Trödelmarkt zog sich vom Fähranleger bis zum Hafen hin. Die Sandstedter behaupten, er sei der größte in der Osterstader Marsch. Sicherlich ist er wohl einer der längsten. Weit über 100 Händler und Händlerinnen hatten ihr Angebot ausgebreitet, an dem die Ströme von Schau- und Kauflustigen vorbeiflanierten.

Hier war wieder alles zu haben: Geschirr, Antiquitäten, Werkzeuge, Kleidung oder Spielzeug. Kuriositäten und Raritäten eingeschlossen: Eine Spielzeug-Dampfmaschine aus den 1950-er Jahren, Torfstechgeschirr mit Gebrauchsspuren oder schöne kleine Messingutensilien aus der Seefahrt: Kompass, Schiffsglocke oder ein Anker-Kleiderhaken. Sonnenbrillen und -hüte waren an diesem Tag der Renner.

Schiffsschaukel und Karussell waren von den kleinen Gästen immer dicht umlagert. Der Osterstader-Express, gesteuert von der Jugendfeuerwehr Sandstedt, ging immer wieder auf eine gemütliche Dorfrundfahrt. Und wer eine kleine Pause brauchte, legte sich bei herrlichem Sommerwetter einfach auf den Deich.

Zum Kaffeetrinken mit großem Tortenbüfett ging es ins Zelt auf "Karls Sand", so wird der Streifen Hafenstrand genannt. "Karl war hier Hafenmeister", der Nachname wollte der Auskunftgeberin gerade nicht einfallen. Bereits kurz nach dem Mittag waren hier alle Plätze belegt.

Auch die Damen vom Turn- und Sportverein (TSV) Sandstedt hatten in ihrer "Giftbude" alle Hände voll zu tun. Der Name, den sie ihrem Stand gegeben hatten, schreckte niemanden ab - ihre grün, gelb, orange oder blutrot schillernden Drinks mit Namen wie Käpt´ n Platsch oder Klabauterwasser waren begehrt. Nur beim Strandläufer-Cocktail garantierten Gila und Hannelore keine Nebenwirkungen. Die enge Verbundenheit des TSV zu den Wassersportlern demonstrierten auch die TSV-Dancers, die vor großem Publikum ihre Tänze aufführten und mit viel Applaus belohnt wurden.

Die insgesamt 36-köpfige Mannschaft um Vorstand und Festausschuss, die zum 25. Mal für Organisation und Aufbau verantwortlich waren, hatten gestern auch nach Marktschluss einiges zu tun mit dem Standabbau und der Platzreinigung.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+