Jahresbericht aus Marktbereich Achim/Weyhe

Commerzbank-Schließungen noch unklar

Corona hat auch für die Commerzbank im Geschäftsjahr 2020 im Bereich Achim/Weyhe viele Effekte gehabt, darunter auch Geldanlagen oder auch Mobile Banking. Angekündigte Filial-Schließungen sind noch unklar.
22.04.2021, 18:07
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Von Maike Plaggenborg
Commerzbank-Schließungen noch unklar

Ob und welche Filialen, darunter die an der Kirchweyher Bahnhofstraße, geschlossen werden, ist derzeit noch unklar.

TAMMO ERNST

Weyhe. Im Februar hatte die Commerzbank bundesweit die Schließung der Hälfte aller Filialen bekannt gegeben. Inwiefern der Marktbereich Achim/Weyhe betroffen sein könnte, ist derzeit noch unklar, wie das Kreditinstitut im Zuge seines Jahresberichts für 2020 angab. Abgesehen davon zieht es trotz drastischer Einschnitte durch die Corona-Pandemie eine positive Bilanz.

„Uns hat Corona im letzten Jahr am meisten beschäftigt“, sagte Matthias Schmidt, der als Leiter das Unternehmerkundengeschäft in der Region verantwortet. Dabei gebe es nicht nur Branchen die leiden, sondern auch welche, die profitieren - so etwa ein großes Medizintechnik-Unternehmen aus Achim, das Produkte aus den USA importiert und in den hiesigen Handel bringt. Schmidt zufolge habe dieses das beste Geschäftsjahr überhaupt gehabt. Anders ein Kunde aus Weyhe, der zwei Mal einen Kredit bekommen habe, weil die Zukunft seines Unternehmens unklar war. Schlussendlich habe dieser das Geld nicht gebraucht, dennoch für die Anschaffung einer neuen Maschine genutzt. Zu den Gewinnern insgesamt zählt die Commerzbank eben jene Unternehmen aus der Medizintechnik, aus dem Lebensmittelhandel und dem Einzelhandel, Verlierer gebe es in den Branchen Gastronomie, Mode und Reise.

Angesichts der Corona-Krise seien gesetzliche Stundungsmöglichkeiten für Kredite genutzt worden. Die Zahl der Kunden aus dem Bereich Achim/Weyhe mit je einer Filiale aber lag nicht einmal im dreistelligen Bereich. Bei einem Großteil der Unternehmerkunden ist die Stundung inzwischen wieder aufgehoben, so Schmidt. Häufiger sei sie im Privatkundenbereich genutzt worden, weil dieser auch den deutlich größeren Anteil gegenüber den Unternehmerkunden (zehn Prozent) ausmache. Insgesamt liegt die Anzahl der Kunden mit einem Zuwachs von rund 250 im Jahr 2020 bei nun 11.600 (6900 in Achim, 4700 in Weyhe).

Weniger werden soll die Anzahl der Filialen im gesamten Bundesgebiet. „Für Achim und Weyhe können wir das noch nicht sagen“, sagte Dagmar Baier, Commerzbank-Sprecherin Region Nord. Die Gremienverhandlungen, darunter mit dem Betriebsrat, würden derzeit noch laufen. Aber: „Es wird in diesem Jahr bis Ende des ersten Halbjahres was zu hören geben“, sagte Baier, die ergänzte, dass für die Entscheidung jeweils Fragen des Standorts, des Personals und des Mietverhältnisses beispielsweise eine Rolle spielen würden. Fest steht wohl: „Ein Gros der Kunden braucht den Kontakt vor Ort oft nicht mehr“, so Baier. Schon jetzt liefen viele Beratungen via Video, so Jan Neumann, verantwortlich für das Privatkundengeschäft im Marktbereich Achim/Weyhe.

Überhaupt lasse sich eine starke Digitalisierung ausmachen. Kartenzahlung beziehungsweise kontaktloses Bezahlen habe zugenommen, ebenso aber auch der Gebrauch von Mobile Banking via App. Um mehr als 30 Prozent sei die Zahl der Nutzer dort gestiegen. Seit Mitte des vergangenen Jahres könnten so auch Wertpapiere etwa übers Smartphone geordert werden. Auch da verzeichnet die Commerzbank in der Region einen Zuwachs. Wegen eines Zinssatzes von Null würden aus Sparern Anleger, so Baier. „Der Anleger hat gemerkt: Er muss etwas tun, um eine Verzinsung zu haben.“ Investitionen bei Wertpapiersparplänen hätten im Kundenbereich Achim um 21, in Weyhe um 25 Prozent zugenommen. Die Zuwachsraten nannte Neumann „massiv“ und begründete das mit entsprechend vorhandenem Geld durch weggefallene Reisen, Restaurantbesuche und Konsum insgesamt.

Starkes Wachstum verzeichnete die Commerzbank außerdem bei der Baufinanzierung. Der Wunsch nach Wohneigentum sei durch die Pandemie gestiegen, hieß es. Das verwaltete Bestandsvolumen liegt bei 90 Millionen Euro und stieg im vergangenen Jahr um 14 Millionen Euro im Marktbereich Achim/Weyhe. Beim Bauen würden immer mehr Kunden auf ökologische Aspekte achten, auch beim Wertpapierkauf. Entsprechend habe die Bank dazu passende Angebote ausgeweitet.

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