Kreisstraße 145 Mehr als nur ein bisschen Kosmetik

Die Kreisstraße 145 zwischen Martfeld und Heidmühle wird vom 15. April bis zum 17. Mai grundsaniert. Sie gleicht einem Flickenteppich. Sollte weiter gezögert werden, drohen grundlegende Schäden.
03.04.2019, 18:31
Lesedauer: 2 Min
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Mehr als nur ein bisschen Kosmetik
Von Micha Bustian

Schwarme/Martfeld. Es wird fleißig gebaut im Grenzgebiet zwischen den Landkreisen Diepholz und Verden. Die Landesstraße 202 wird in der Ortsdurchfahrt Bruchhausen-Vilsen saniert. Der Streckenabschnitt der Landesstraße 331 vom südlichen Ortseingang Emtinghausen bis zur Einmündung zum Okeler Damm (Landesstraße 333) wird zeitweise voll gesperrt. Und jetzt kommt auch noch die Kreisstraße 145 dazu. Die, die in Martfeld als Holzmaase beginnt und als Forststraße in Heidmühle endet. Am Montag, 15. April, wird es eng dort. Zeitweise geht sogar gar nichts mehr.

Der Parkplatz des Gasthauses Zur Post in Schwarme war pickepackevoll, als der Landkreis Diepholz als Auftraggeber für diese Bauarbeiten zum Informationsgespräch gebeten hatte. Im Saal indes waren noch einige Stühle frei. „Es wohnen ja auch nicht so viele in dieser Straße“, nannte Martfelds Bürgermeisterin Marlies Plate einen nachvollziehbaren Grund. Nun: Die, die gekommen waren, hörten gut zu und stellten gute Fragen. Doch der Reihe nach.

Volker Sangmeister von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Nienburg erklärte vorab, worum es eigentlich ging. 4973 Meter zwischen Martfeld und Heidmühle bekommen eine neue Asphaltdecke. „Das ist auch an der Zeit“, erklärte Bernd Fredrich vom Landkreis Diepholz und erntete zustimmendes Gemurmel. Sangmeister versuchte, die Besucher aufzulockern und kündigte an zu erzählen, „warum Sie sechs Wochen nicht mehr in ihr Haus dürfen“. Gut, so schlimm wird's nun nicht. Bis zum Bauende – voraussichtlich der 17. Mai – müssen die Anwohner der Holzmaase und der angeschlossenen Querstraßen vom 15. bis zum 22. April mit einer halbseitigen Sperrung rechnen, vom 23. April bis zum 7. Mai wird voll gesperrt, vom 8. bis zum 17. Mai wieder nur eine Spur. So ist der Plan.

Dass gebaut werden muss, darüber waren sich alle Anwesenden einig. Volker Sangmeister hatte Fotos von einzelnen Streckenabschnitten gezeigt und „viele Flickschäden“ registriert. „Vor drei, vier Jahren, als entlang der K145 ein Radweg gebaut wurde, sei an der Asphaltdecke “ein bisschen Kosmetik„ gemacht worden. Jetzt werde grundsaniert, und das sei auch nötig. Denn im Kataster der Landesbehörde habe die Holzmaase in Richtung Martfeld die Schulnote 5 erhalten. Das zeigt den Bedarf. Sollte nicht zeitnah etwas geschehen, bestehe das Risiko von weitergehenden Substanzschäden, die eine Grunderneuerung zur Folge hätten. “Das ergibt dann eine ganz andere Bauzeit„, so Sangmeister. Und es kommen extrem hohe Kosten auf uns zu.“

Da es ja aber zeitnah losgeht, wird es wohl bei den veranschlagten 750 000 Euro bleiben. Dafür wird die fast fünf Kilometer lange Strecke abgefräst, anschließend kommt in zwei Lagen Asphalt oben drauf. Acht bis zehn Zentimeter dick. Dass dafür voll gesperrt wird, nennt Volker Sangmeister „unumstößlich“. Denn: „Der Asphalt muss 24 Stunden trocknen.“ Für eine halbseitige Asphaltierung ist die Straße schlicht zu schmal. Wenn der Arbeitsbereich drei Meter einnehme, blieben – Sicherheitsabstand und Baken eingerechnet – nur 1,95 Meter zum Fahren. „PKW brauchen 2,20 Meter, Laster sogar 2,75 Meter.“

Aus dem Besucherraum kam die Frage, ob die Bauarbeiten möglicherweise länger dauern könnten. „Wenn nicht ein Rädchen ins andere greift, dauert es auf jeden Fall länger“, antwortete Martin Bormann von der ausführenden Firma. Er konnte allerdings beruhigen: Spielt das Wetter nicht verrückt, handelt es sich bei der Verzögerung wohl um ein bis zwei Tage. Die Bewohner der Elbinger Straße wiesen auf viele ältere Herrschaften hin, die nur noch Auto fahren könnten, ein Landwirt fürchtete, er könne seinen Mais nicht aufs Feld bringen. Doch Bormann beruhigte: „Sprechen Sie unseren Polier vor Ort an. Wir finden dann gemeinsam eine Lösung.“

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