Ex-Umweltminister Töpfer in Verden Mehr Geld für Stromnetze

Verden. Bei den Themen Umwelt- und Energiepolitik ist Klaus Töpfer nach wie vor ein gefragter Mann. Er kam, wie es sich für den Anlass gehöre, mit der Bahn. Klaus Töpfer referierte beim NiedersachsenForum 2020 der CDU zu den Themen Energiewende, Klima-, Umwelt- und Naturschutz. "Die fünfte von insgesamt neun Veranstaltungen dient dazu, ein Fundament für das nächste Regierungsprogramm zu bilden", sagte der niedersächsische CDU-Generalsekretär Ulf Thiele bei seiner Begrüßung. Ziel sei es, ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Themen die Menschen bewegen. Insgesamt 160 Interessierte und Experten aus ganz Niedersachsen waren der Einladung der Christdemokraten zum Meinungsaustausch in die Verdener Stadthalle gefolgt.
04.06.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Henrik Schaper

Verden. Bei den Themen Umwelt- und Energiepolitik ist Klaus Töpfer nach wie vor ein gefragter Mann. Er kam, wie es sich für den Anlass gehöre, mit der Bahn. Klaus Töpfer referierte beim NiedersachsenForum 2020 der CDU zu den Themen Energiewende, Klima-, Umwelt- und Naturschutz. "Die fünfte von insgesamt neun Veranstaltungen dient dazu, ein Fundament für das nächste Regierungsprogramm zu bilden", sagte der niedersächsische CDU-Generalsekretär Ulf Thiele bei seiner Begrüßung. Ziel sei es, ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Themen die Menschen bewegen. Insgesamt 160 Interessierte und Experten aus ganz Niedersachsen waren der Einladung der Christdemokraten zum Meinungsaustausch in die Verdener Stadthalle gefolgt.

"Wir sind ein Unikat weltweit in der Energiewende", so Töpfer, der in zehn Minuten versuchte, einen Bogen über die Vielzahl von Umwelt- und Energiethemen zu spannen. Wenn die Wende gelänge, werde die Kernenergie 2022 nicht mehr benötigt. "Der Schritt ist gut und richtig gewesen. Schließlich sind wir in Deutschland führend bei regenerativen Energien", sagte der ehemalige Bundesumweltminister und spätere Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. Ackerfläche dürfe aber nicht nur für Biomasse genutzt werden. "An erster Stelle muss die Nahrungsmittelproduktion stehen", betonte Klaus Töpfer in seiner Funktion als Vizepräsident der Welthungerhilfe und mit der Erfahrung von acht Jahren, die er in Afrika verbracht hatte."So wie wir in Straßen investieren, müssen wir auch in Stromnetze investieren", forderte er. Während im Zehn-Jahresplan für Fernstraßen 80 Milliarden Euro eingeplant seien, seien es bei den Stromnetzen im selben Zeitraum nur 32 Milliarden. Eine bessere Energieeffizienz sei unverzichtbar. Nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima hatte Töpfer im März 2011 den Vorsitz bei der Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung der Bundesregierung übernommen. Dort hatte er angeregt: "Seht ja zu, dass es ein einstimmiger Bericht wird." Sonst gäbe es bei den Bundestagsparteien wieder Zweifel bei der Umsetzung. Und Töpfer bewies auch Humor: "Wenn Sie so wollen, bin ich ja der grüne Punkt und hoffentlich nicht der gelbe Sack."

Das zweite Impulsreferat hielt Martin Bäumer. "Natur- und Umweltschutz ist auch Menschenschutz", so der Sprecher für Energie, Umwelt- und Klimaschutz der CDU-Landtagsfraktion. Man müsse offen für neue Technologien sein, dürfe dabei aber Offenheit nicht mit Sorglosigkeit verwechseln. Beim Thema Fracking wie im Fall Völkersen sei Vorsicht angebracht. Zum Thema Asse bezog er ganz klar Position: "Hier darf es kein Umdenken geben. Die 100 000 Fässer müssen dort raus."

In der von Judith Alwin moderierten Fragerunde brachte Peter Gosslar die Erdverkabelung ins Spiel. Für den Vorstandsvorsitzenden von "Bürger pro Erdkabel Harzvorland" steht fest: "Wir wollen keine Wut-, sondern Mutbürger. Der Schlüssel liegt nur bei der Politik." Töpfer stellte fest: "Wir sind hier noch nicht am Ende der technologischen Entwicklung." Man brauche immer einen verlässlichen Termin für die Einführung, und man müsse mit den Bürgern zusammen das Thema bewältigen. Beste Beispiele seien "Stuttgart 21" und der Flughafenbau in Frankfurt und Berlin.

Zum Abschluss hatte der hiesige CDU-Landtagsabgeordnete Wilhelm Hogrefe noch ein Präsent für Töpfer parat. "Vielleicht erinnern Sie sich, dass Sie vor 20 Jahren in Fischerhude für ein Naturschutz-Projekt 16 Millionen Mark aus Bundesmitteln bereit gestellt haben. Mittlerweile ist der Fischotter wieder da", sagte Hogrefe bei der Übergabe des Buches "Die Wümme" und lud Töpfer zu einem erneuten Besuch nach Fischerhude ein. "Wenn ich Zeit habe gern, und nur, wenn ich als Großvater meine Enkelkinder mitbringen kann", bedankte sich Töpfer.

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