Hurricane-Festival in Scheeßel Mehr Straftaten als 2012

Scheeßel. Schlägereien und Sexualdelikte haben die Polizei beim 17. Hurricane-Festival im Kreis Rotenburg/Wümme auf Trab gehalten. Insgesamt hat die Polizei 300 Straftaten gezählt.
24.06.2013, 13:30
Lesedauer: 2 Min
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Scheeßel. Schlägereien und Verbrechen haben die Polizei beim 17. Hurricane-Festival im niedersächsischen Scheeßel auf Trab gehalten. Die Ordnungshüter zählten am Wochenende rund 300 Straftaten.

Eine 19-Jährige zeigte eine Vergewaltigung an. Zudem gab es 28 Schlägereien, 96 Drogendelikte und 140 Diebstähle. Trotz allem zogen die Einsatzkräfte eine positive Bilanz. "Es war gefühlt ein friedliches Festival", sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp am Montag. Die Anzahl der Straftaten sei etwas höher als im Vorjahr.

22 Menschen seien dabei erwischt worden, wie sie unerlaubt über Zäune auf das Konzertgelände klettern wollten. Auch vier Sexualdelikte seien zur Anzeige gebracht worden, darunter eine Vergewaltigung. Eine 19-Jährige gab an, zwei junge Männer auf dem Festival kennengelernt zu haben und dann auf der Motorhaube eines Autos missbraucht worden zu sein. Nähere Informationen wollte die Polizei zunächst nicht bekanntgeben. Eine 14-Jährige sei zudem sexuell belästigt worden, als sie im Wald ihre Notdurft verrichten wollte.

Auch die Feuerwehr hatte am Wochenende alle Hände voll zu tun. Die Einsatzkräfte mussten insgesamt 38 Mal auf dem Festivalgelände ausrücken, um brennende Grills und Pavillons sowie rund ein Dutzend angezündete Dixi-Klos zu löschen. "Die Einsätze haben sich dieses Jahr mehr als verdoppelt", sagte der Gemeindebrandleiter in Scheeßel, Stefan Podendorf.

Die Veranstalter zogen am Montag dennoch eine positive Bilanz des Konzertmarathons. "Das Wetter hat uns erneut extrem auf die Probe gestellt, aber es lief wie immer supergut", meinte Festivalsprecher Carsten Christians. Heftige Regenfälle hatten das Gelände zum Festivalauftakt in eine regelrechte Schlammwüste verwandelt.

Mühsame Abreise

Die Abreise der Besucher gestaltete sich derweil zäh. Am Montagmorgen war laut Polizei noch die Hälfte auf den Campingplätzen, über 10.000 Autos standen auf den Parkplätzen und mussten teilweise von Traktoren aus dem Schlamm gezogen werden.

Auf den Abreiserouten, vor allem über die B 75 in Richtung Sottrum und Autobahn, kam es zu kilometerlangen Staus.

Das Hurricane in der 13.000-Einwohner-Gemeinde Scheeßel zwischen Bremen und Hamburg gehört mit rund 70.000 Besuchern zu den größten Musikkonzerten in Deutschland. Insgesamt spielten am Wochenende mehr als 90 Bands aus den Bereichen Rock, Pop und Electro, darunter die Gruppen Rammstein, Deichkind und Billy Talent. Das nächste Hurricane-Festival in Scheeßel ist vom 20. bis 22. Juni 2014 geplant.

(she/dpa)

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