Bremen-Liga Melchiorshausen bringt sich selber aus der Spur

Melchiorshausen. Der TSV Melchiorshausen hat in der Bremen-Liga die dritte Niederlage hinnehmen müssen. 'Wir sind insgesamt sicherer aufgetreten als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres', so Trainer Markus Hoßfeld und stellte sich gleichzeitig die Frage: 'Aber was nützt das?'
24.08.2010, 22:20
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Melchiorshausen bringt sich selber aus der Spur
Von Jens Hoffmann

Melchiorshausen. Die Szenerie ist wahrlich keine neue - man kennt sie schon aus der vergangenen Saison und das zur Genüge. Nach dem Abpfiff sieht man Spieler des TSV Melchiorshausen, die wahlweise frustriert auf den Rasen fallen oder minutenlang ins Leere starren, um dann mit gesenkten Köpfen Richtung Kabine zu trotten. Nach der jüngsten Partie in der Fußball-Bremen-Liga gegen den Habenhauser FV war Ähnliches wieder zu beobachten. Der TSV hatte gerade verloren - zum dritten Mal im dritten Saisonspiel. Diesmal mit 1:3 (0:1).

Dass ein kompletter Fehlstart nur deshalb verhindert wurde, weil der Verband das 0:2 gegen Schwachhausen nachträglich in einen 2:0-Sieg umwertete (wir berichteten), steht auf einem anderen Blatt und ändert nichts an der Grundaussage: Melchiorshausen, der Fast-Absteiger der Spielzeit 2009/2010 ist auch 2010/2011 mehr schlecht als recht aus den Startlöchern gekommen. Dabei sah es gegen Habenhausen bis kurz vor der Pause gar nicht so schlecht aus: Zwar brannte Melchiorshausen nicht gerade ein fußballerisches Feuerwerk ab, präsentierte sich aber doch als kompakte Einheit, die vor allem in der Defensive grundsolide und effektiv agierte. Der Abwehrverbund hielt - das war in der Vergangenheit in dieser Form nur selten der Fall gewesen.

Und nach vorne versuchte der TSV wiederholt, Linie ins Spiel zu bringen. Die Offensivversuche basierten weniger auf Zufall, als viel mehr auf einstudierten Laufwegen und Kombinationen. 'Gut, wir sind insgesamt sicherer aufgetreten als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres', resümierte Trainer Markus Hoßfeld und stellte sich gleichzeitig die Frage: 'Aber was nützt das?'

Es klang reichlich frustriert, und das aus gutem Grund: 'Wenn ich unsere Gegentore sehe, könnte ich verrückt werden', ärgerte er sich. Er sprach ganz ruhig und bedacht in diesem Moment, um nicht tatsächlich verbal übers Ziel hinauszuschießen. Sein Eindruck, dass nicht alle TSV-Akteure alles gegeben hätten, lässt sich nicht abschließend beweisen, aber die Tore, die die Gastgeber kassierten, dürfen allesamt getrost der Kategorie: vermeidbar zugeordnet werden. Erst verloren die Melchiorshauser den Ball im Mittelfeld und wurden dann von einem einzigen simplen Pass in die Nahtstelle komplett ausgehebelt, dann narrte Miguel Iniesta an der Außenlinie gleich vier Männer in Gelb-Blau, ehe Jan Klinkenborg und Jan Wittenberg bei einem Konter kompromisslos ins Leere grätschten.

Fehlerhafte Routine

'Wenn ich sehe, was für routinierte Leute wir auf dem Platz stehen haben, dürfen solche Sachen einfach nicht passieren', schüttelte Markus Hoßfeld den Kopf. Einer dieser Routiniers, Jan Wittenberg, stellte am Ende fest, dass 'auch das Spiel nach vorne krankt'. Immer dann, wenn der TSV schnell und schnörkellos in die Spitze spielte, brandete Gefahr auf, was insgesamt aber zu selten passierte. Nach dem 1:1 durch einen Kopfball-Aufsetzer von Nils Ruscher, 'wollten wir konzentriert weitermachen und sicher stehen', erklärte Wittenberg. Es blieb beim Versuch. Zwei in ihrer Entstehung vermeidbare Situationen machten den Melchiorshausern einen dicken Strich durch die Rechnung. Statt eines Punktgewinns und eines mentalen Aha-Erlebnisses - was noch viel wichtiger gewesen wäre - stand am Ende mal wieder: die Null. Null Punkte für den TSV Melchiorshausen.

HFV-Trainer Bernd Otto sagte nachher, dass die Seinen den Kampf angenommen hätten und lobte eine 'geschlossene Mannschaftsleistung'. Markus Hoßfeld sah eine solche auch - aber nur bis zur 44. Minute. 'Ich erwarte einfach, dass sich alle in einem solchen Spiel zerreißen', betonte er, 'und das sehe ich noch nicht.' Es wird Zeit. Die kommenden Gegner heißen Aumund-Vegesack und FC Bremerhaven auswärts sowie OSC Bremerhaven zu Hause.

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