Ausstellungseröffnung in der Wassermühle Sudweyhe mit fünf Künstlerinnen der Gruppe TAKUvier

Miniaturen, die in jede Tasche passen

Eine Ausstellung mit dem Namen "Taschenkunst" ist am Sonnabend in der Sudweyher Wassermühle eröffnet worden. Zu sehen sind 250 Bilder – alle im Scheckkartenformat.
05.11.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Dagmar Voss
Miniaturen, die in jede Tasche passen

Die Miniaturwerke von Heidrun Siebeneicker, Ruth Sanders, Renate Hugel, Angelika Bruns und Karin Krampe (v.l.) sind nun in der Sudweyher Wassermühle zu sehen, und zwar noch bis zum 16. Dezember. Laudatorin Theresia Gerding wies darauf hin, dass Miniaturen schon im Mittelalter bekannt waren.

Udo Meissner

Eine Ausstellung mit dem Namen "Taschenkunst" ist am Sonnabend in der Sudweyher Wassermühle eröffnet worden. Zu sehen sind 250 Bilder – alle im Scheckkartenformat.

Weyhe-Sudweyhe. "Das ist doch toll, auf so etwas zu kommen, ich bewundere das immer", meinte Betrachterin Gerda Rucker ganz hingerissen vor den kleinen Bildwerken in der Wassermühle Sudweyhe. Am Sonnabendnachmittag wurde sie mit einer Vielzahl von Interessierten zur Vernissage der Gruppe TAKUvier in der Mühle begrüßt. Mit dem Thema "Taschenkunst" eröffnete die stellvertretende Bürgermeisterin Ingrid Söfty die Ausstellung, bei der eine Vielzahl von Exponaten präsentiert werden.

Jede Menge zu sehen gibt es, denn die fünf Künstlerinnen der Gruppe TAKUvier – Karin Krampe, Heidrun Siebeneicker, Ruth Sanders, Renate Hugel und Angelika Bruns – stellen 250 kleine Bilder im Scheckkarten- oder Visitenkartenformat aus. Sie sind laminiert und damit wasserfest und leicht zu transportieren – und sie sind eine ungewöhnliche Art des künstlerischen Ausdrucks. Obwohl Laudatorin Theresia Gerding darauf verweisen konnte, dass Miniaturen schon im Mittelalter angesagt waren. Bei der Buchmalerei der Mönche, vor allem bei Bibeln, entstanden ebenfalls solch kleine Kunstwerke. Und damals wie heute zeigt sich beim genauen Betrachten eine große Zahl an ganz unterschiedlichen Darstellungen. Gerding fuhr fort: "So erscheint mit den kleinen Taschenkunstwerken eigentlich eine sehr schöne alte Idee im neuen Gewand und ermöglicht uns eine innere Konzentration auf das Wesentliche."

Die fünf Malerinnen wählten nicht nur bei der bildnerischen Darstellung individuelle Farben und Gestaltungen, sondern auch bei der Präsentation der kleinen Werke. Manche befinden sich in Taschen mit durchsichtigen Plastikvorhängen, andere auf Holz oder unter Glas.

Auch die Herangehensweise an die Gestaltung der Bildchen zeigt die individuelle Kreativität der fünf Frauen. Angelika Bruns hat das Drucken als ihre eigene Ausdrucksform gewählt. Bei Heidrun Siebeneicker finden sich Holzstücke und Baumrinden in Verbindung mit kleinen Skizzen und Texten wie "zum Fressen gern" oder "zu schön, um wahr zu sein." Mehrere Bildreihen hat Siebeneicker in Holzkistchen verpackt, in denen die Bilder auch hinter kleinen Türchen verschwinden können.

Manche Bilder von Karin Krampe setzten sich aus vielen kleinen Punkten zusammen, Gerding sah darin eine Verbindung zu den Werken der Aborigines. Renate Hugel hingegen arbeitet ihre kleinen Taschenkunstwerke eher abstrakt aus, bei Ruth Sanders findet sich eine experimentelle Auseinandersetzung mit verschiedenen fotografischen Techniken, in der Wassermühle hauptsächlich figürliche Stillleben.

Die Künstlerinnen aus Bremen und der Umgebung sagen zu ihrer Kunst, sie sei eine "Kunst mit zwei Seiten: die erste Seite zeigt ein kleines Kunstwerk; die zweite Seite zeigt die genaue Identifizierung und gibt zusätzliche Information über die Künstlerin." Wer sich für diese Kunst interessiert, kann die Bilder noch bis zum 16. Dezember in der Wassermühle, Am Mühlengrunde 15 in Sudweyhe, sehen. Öffnungszeiten sind sonnabends (15 bis 18 Uhr), sonn- und feiertags (11 bis 17 Uhr).

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