Freudenburg

Die Mischung macht's

Das erste Konzert in Bassum seit dem Corona-Lockdown sorgte für Begeisterung. Das Bremer Duo Mischenmeister unterhielt das Publikum bestens mit seinen ungewöhnlichen Musikmischungen.
16.08.2020, 18:15
Lesedauer: 2 Min
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Von Richard Reiners
Die Mischung macht's

Frank Dziemba (links) und Matthias Zalepa sind das Bremer Duo Mischenmeister. Die beiden Musiker freuten sich, nach fünf Monaten wieder auftreten zu können.

Michael Galian

Bassum. Eine ungewöhnliche Mischung stand am Sonnabend auf dem Plan von Claudia Voss. Bassums Kulturbeauftragte kündigte das Bremer Duo Mischenmeister an. Die ehrwürdige Konzertmuschel an der Freudenburg sollte Zeugin einer musikalischen Darbietung werden, in der in einem Song Titel und Interpreten vermischt werden. Wie bitte? Depeche Mode und ACDC in einem Song? Passt das überhaupt? Ja, das passt! Rund 240 Besucher wollten dieses kulturelle Menü nicht nur probieren, sondern waren am Ende auch restlos begeistert von den Bremer Musikern.

„Schön, dass es wieder losgeht“, freute sich das Ehepaar Brinkmann aus Sudwalde, die mit ihren Nachbarn einen für sie reservierten Tisch mit acht Personen belegten. „Es ist alles sehr gut organisiert, wir fühlen uns in diesem Ambiente sehr wohl. Jetzt freuen wir uns auf gute Musik, damit wieder rhythmische Bewegungen in die Füße kommen“, zeigten sich die Sudwalder gespannt auf die musikalischen Kreationen von Mischenmeister.

Die beiden Vollblutmusiker zeigten dann sogleich, dass Depeche Mode und ACDC sich sehr wohl klangvoll vermischen lassen. Mit „Personal Jesus“ und „Whole Lotta Rosie“ verwoben sie gleich zu Beginn des Konzertes zwei Welthits ineinander. Eine Mischung, die dem Publikum sehr „mundete“.

„Unser ersten Konzert seit fünfeinhalb Monaten“, erzählten die Musiker. Frank Dziemba und Matthias Zalepa hatten sich bis dato mit Musikunterrichtsstunden finanziell über Wasser gehalten, verraten sie dem Publikum, das an diesem Abend nicht nur aus Bassum sondern auch aus Stuhr, Twistringen oder Syke kommt. „Da wir Künstler ja im weitesten Sinne keine Kosten produzieren, können wir auch keine Fördermittel bekommen“, bedauerte Dziemba. Umso größer sei die Freude, in Bassum ihr erstes Konzert nach der Corona-Krise geben zu dürfen. Sie setzten dabei auf eine Mischung aus bekannten Hits von Interpreten der 1970er-, 1980er- und 1990er-Jahre. Mit „Flesh“ von Simon Curtis und dem Beatles Song „Come Together“, oder „Sitting On The Dock Of The Bay“ des legendären Otis Redding bis hin zu den klassischen Elementen wie „Summertime“ aus George Gershwins Oper „Porgy And Bess“, bespielten die beiden Musiker unterschiedlichste Genres von Rock über Country, Pop und Jazz bis hin zu Blues. Und das alles unplugged. Lediglich ein Cajon, eine Gitarre und ein Akkordeon, welches bei „Enjoy The Silence“ besonders kunstvoll zum Einsatz kam, sorgten für die richtigen Klänge.

Das es überhaupt zu diesem Konzert kommen konnte, ist einer logistischen Meisterleistung von Claudia Voss und ihren Unterstützerinnen Susanne Vogelberg und FSJlerin Julia Limberg zu verdanken. Zusammen mit der Bassumer Wirtegemeinschaft und Andreas Bernhardt vom Grill und Baguetterie aus Bramstedt hat man auch gastronomisch die Corona-Vorschriften penibel eingehalten. „Eine Welle von Dankbarkeiten haben wir sowohl von den überwiegend Onlineanmeldern als auch hier heute Abend von den Besucherinnen und Besuchern erfahren dürfen, die Bassums erste Open-Air-Veranstaltung nach dem Lockdown besuchen durften“, freute sich Claudia Voss über die gute Stimmung unter den Gästen.

Für die Bemühungen der Organisatoren, „dem kulturellen Leben der Stadt und der damit verbundenen Lebensqualität, wieder einen Raum zu geben“, bedankte sich Besucherin Bärbel Wisloh aus Neubruchhausen beim Veranstalter. Sie war gleich mit ihrem Freundeskreis zum Konzert gekommen. Es waren die überwiegend überschwänglichen Lobesworte der Gäste, die sowohl die Musiker als auch Claudia Voss wohlwollend registriert haben. „Unter strengster Einhaltung des Hygienekonzeptes haben wir mit dieser Veranstaltung nach einer entbehrungsreichen Zeit vielen Menschen Freude bereitet, der Gastronomie wieder die Möglichkeit gegeben Gäste zu bewirten und gebeutelten Künstlern aus der Region wieder eine Gage ermöglicht, das war unser Ziel“, resümiert sie.

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