Horst Breiter liest zum Volkstrauertag in der Zionskirche Mit starken Texten gegen Kriege Position beziehen

Worpswede. 'Macht verführt', sagt Horst Breiter nachdenklich. Einer der sich verführen ließ, in den ersten Weltkrieg zog, wach wurde und dagegen anschrieb, war Heinrich Vogeler. Nach 1918 verarbeitete der Maler seine Kriegserlebnisse in Texten. Daraus liest Breiter zur Orgelmusik am Volkstrauertag, am Sonntag, 14. November, ab 17 Uhr in der Zionskirche. Der Schauspieler wendet sich mit Worten gegen die Kriege dieser Erde, die alten und die neuen.
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Mit starken Texten gegen Kriege Position beziehen
Von Undine Zeidler

Worpswede. 'Macht verführt', sagt Horst Breiter nachdenklich. Einer der sich verführen ließ, in den ersten Weltkrieg zog, wach wurde und dagegen anschrieb, war Heinrich Vogeler. Nach 1918 verarbeitete der Maler seine Kriegserlebnisse in Texten. Daraus liest Breiter zur Orgelmusik am Volkstrauertag, am Sonntag, 14. November, ab 17 Uhr in der Zionskirche. Der Schauspieler wendet sich mit Worten gegen die Kriege dieser Erde, die alten und die neuen.

'Ein paar Leute wird man immer wach machen können', hofft der Schauspieler und Rezitator aus Worphausen für seine Lesung. Die Bühne hat Breiter vor 20 Jahren hinter sich gelassen. Heute synchronisiert und liest er und sagt: 'Lesen, das ist harte Arbeit'. Am liebsten spricht er Charakterrollen. Doch auch über die Liebe liest er, 'wenn es schöne Gedichte sind'. Mit seiner Arbeit will Breiter nach eigenen Worten auch provozieren, 'das gehört dazu'.

Dafür hat er zum Volkstrauertag neben den Vogeler-Texten Aktuelles zu Afghanistan ausgewählt. Lyrik und Prosa wechseln. Die rezitierten Autoren stammen aus Deutschland, Zentralamerika und der Türkei. Einen, mit dem er die Zuhörer überraschen will, nennt er 'Freiheitsdichter'. Klar sein will Breiter in der Lesung. 'Das hat nichts Verwaschenes', sagt er. Sein Bekenntnis gegen Krieg.

'Total aktuell', nennt Breiter Vogelers 'Märchen vom Lieben Gott' - von dem Maler Anfang 1918 geschrieben. Hintergrund war das drohende Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen Deutschland, Österreich-Ungarn, Bulgarien und der Türkei auf der einen Seite und Russland auf der anderen. Erst am 3. März 1918 wurde der Friedensvertrag von Brest-Litowsk unterzeichnet. Breiter schwärmt über die schönen Worte, in die Vogeler seinen Friedensapell gefasst hat. Diese will der Schauspieler mit Anti-Kriegstexten des Malers verweben, worin Vogeler in radikal klarer Sprache seine Kriegserfahrungen in den Karpaten beschreibt.

Ulrike Dehning setzt nach eigenen Worten einen 'ruhigen Gegenpol zu den starken Texten'. An der Orgel interpretiert sie von Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621) die verhaltenen Variationen zu dem deutschen Kirchenlied 'Mein junges Leben hat ein End''. Der selten gespielte holländische Komponist war Organist an der Oude Kerk Amsterdam. Als Komponist beeinflusste er die Musik am Übergang zwischen Renaissance und Barock und gilt als Begründer der Orgelfuge, die Johann Sebastian Bach (1685-1750) zur Meisterschaft führte. Von diesem erklingt 'Allein Gott in der Höh' sei Ehr''. Der Text stammt, so Dehning, aus dem Weihnachtsevangelium und verspricht den Menschen Frieden.

'Es bleibt eine Hoffnung', sagt auch Breiter und, 'der Mensch soll nicht aufgeben'. Dafür liest er das 'Gebet für alle' - eine Übersetzung des Liedtextes 'Solo Le Pido A Dios' (1979). Mercedes Sosa machte mit ihrem Gesang die von León Gieco komponierte Anklage gegen die Militärdiktatur in Argentinien weltberühmt.

Der Eintritt zur Lesung ist frei, um eine Spende für die Orgel wird gebeten.

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