Trainer Faciejew muss den Personalbestand sichern / Herzschlagfinale im Fernduell Achim kontra Münden Mit zweiter Welle in die 3. Liga?

Achim. Der letzte Handball-Abend der Regionalliga-Saison 2010/11 in der Gymnasiumhalle war ein tränenreicher und trauriger. Trotz des 29:24-Erfolges über die SG Eintracht Glinde galt es Abschied zu nehmen von der Hoffnung auf eine SG Achim/Baden in der neuen Dritten Liga, und es musste die von unverhülltem Trennungsschmerz gekennzeichnete Verabschiedung des Trainers Tomasz Malmon und der Spieler Matthias Köhnecke, Björn Scholvin und Marco Mitschke durchgestanden werden.
03.05.2010, 02:50
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Schön

Achim. Der letzte Handball-Abend der Regionalliga-Saison 2010/11 in der Gymnasiumhalle war ein tränenreicher und trauriger. Trotz des 29:24-Erfolges über die SG Eintracht Glinde galt es Abschied zu nehmen von der Hoffnung auf eine SG Achim/Baden in der neuen Dritten Liga, und es musste die von unverhülltem Trennungsschmerz gekennzeichnete Verabschiedung des Trainers Tomasz Malmon und der Spieler Matthias Köhnecke, Björn Scholvin und Marco Mitschke durchgestanden werden.

Trostlos aber war der Handball-Abend nicht. Der große Andrang beim Saisonfinale und die noch lange nach dem Schlusspfiff anhaltenden Beifallskundgebungen für die abgestiegene Mannschaft zeigten, dass Achim nach wie vor ein dankbares Handballpublikum hat.

Und der Handball-Abend bestätigte ferner, dass die SG ein großes Personalpotenzial hat. Vor allem Kreisläufer Fabian Balke setzte sich eindrucksvoll in Szene, doch auch Tobias Freese, Malvin Patzack und Benjamin Janssens im Rückraum sowie die Flügelspieler Roman Döhling und Sören Meier demonstrierten, wenn es überhaupt eines entsprechenden Beleges dafür noch bedurft hätte, dass Malmon junge Spieler aufbauen, einbauen und ihre Fähigkeiten ausbauen kann.

Nun kommt es allerdings darauf an, dass diese Mannschaft zumindest im Kern zusammengehalten werden kann. Sie könnte dann mit den aus der A-Jugend nachrückenden Kräften in der Oberliga eine gute Rolle spielen, vielleicht sogar mit der zweiten Welle in die Drittklassigkeit zurückkehren. Verabschiedet wurden zwar nur drei Spieler, doch durch den Abstieg ist eine neue Situation entstanden. Rückraum-Leistungsträger wie Tobias Freese und Malvin Patzack, die eine besondere Anziehungskraft auf andere Vereine ausüben, haben ihre Zusagen für die kommende Saison in der Zuversicht darauf gegeben, dass die SG drittklassig bleibt. Hier gibt es jede Menge Gesprächsbedarf und noch mehr Arbeit für den neuen Trainer Irek Faciejew, für Finanzchef Ralf Osmers und den Mannschaftsrat um Kapitän Cord Katz.

Das Match gegen die bereits abgestiegene Eintracht Glinde wurde von der SG Achim/Baden nach einem holprigen Start, der wohl der Anfangsnervosität geschuldet war, sicher beherrscht. Allerdings wurde es den Gästen aus Sachsen-Anhalt immer wieder ermöglicht, in Schlagdistanz zu kommen, weil die SG viele Chancen liegen ließ und auch die Zahl der von den Torhütern abgewehrten Bälle überschaubar blieb. Der scheidende Björn Scholvin war nach den in Neerstedt und Beckdorf erlittenen Verletzungen unübersehbar gehandikapt. Er steigerte sich jedoch deutlich, nachdem der kalt erwischte Arne von Seelen den Platz zwischen den Pfosten geräumt hatte. Und Ole Prehn, der in der Pause nachnominiert wurde, entnervte den Gegner schließlich noch mit zwei Siebenmeter-Paraden.

Rote Karte für Glindes Scheller

Glinde war gleich von Anfang an relativ hart eingestiegen, tat sich unterm Strich aber keinen Gefallen damit, denn die Schiedsrichter sprachen schon nach dem 4:3 die erste von insgesamt neun Zeitstrafen gegen den Gast aus. Obwohl Tobias Freese mit einem Siebenmeter scheiterte, konnte sich Achim mit dem nun im Wechsel mit Cord Katz eingesetzten Balke (2), Roman Döhling und Freese auf 12:8 absetzen. Zwar schaffte Glinde erneut den Anschluss, doch dann war das match für Matthias Scheller auch schon ganz zu Ende. Er handelte sich für ein grobes Foul an Balke eine direkte Rote Karte ein. Nach Wiederanpfiff ließ Trainer Andreas Wiese den Achimer Spielgestalter Florian Block-Osmers kurz decken. Doch Sören Meier, der den rechten Flügel für den Mittelangreifer frei machte, Freese und vor allem Patzack, der zwischen Minute 47 und 52 vier Treffer erzielte, fanden immer wieder gute Lösungen. So übertraf das Björn Scholvin entliehene iPhone bei Hallensprecher Stephan Reiners

und seiner Umgebung das Spielgeschehen in den letzten zehn Minuten in der gewidmeten Aufmerksamkeit bei weitem. Auf dem Liveticker des Online-Magazins

'Zweite Welle' konnte nämlich die Aufholjagd der HF Springe in Hann. Münden verfolgt werden. Das Team von Spielertrainer Sven Lakenmacher glich in der Schlussminute aus. Erst 14 Sekunden Sekunden vor Schluss bescherte ein von Christian Grambow verwandelter Siebenmeter dem Tabellenzehnten den Sieg.

Von Licht und Schatten, von Enttäuschungen und immer wieder neu aufflackernden Hoffnungen, war nicht nur der letzte Regionalliga-handballabend in Achim gekennzeichnet - die ganze Saison war eine einzige Achterbahnfahrt. "Uns hat einfach die Konstanz gefehlt", lautete die Bilanz von Trainer Tomasz Malmon. Zweifellos haben die jungen Spieler unter seiner Regie Fortschritte gemacht, allerdings auch um den Preis eines schmerzhaften Lernprozesses. Die immer mal wieder ausgefallenen oder nach Trainingsrückständen unter Formschwäche leidenden Leistungsträger konnten vor allem auswärts nicht gleichwertig ersetzt werden. Vor allem bei den Absteigern in Sachsen-Anhalt ließ Achim die schließlich fehlenden Punkte liegen.

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