Landkreis Osterholz stellt Entwurf zur Diskussion Mitreden beim Regionalen Raumordnungsprogramm

Osterholz-Scharmbeck. Der Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms wird wohl eine größere Leserschaft finden - vor allem das Kapitel Vorranggebiete für Windkraftanlagen. Nun gibt es für die Bürger und Initiativen offiziell die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen.
03.02.2010, 05:22
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode

Osterholz-Scharmbeck. Eines darf man wohl annehmen: Zur Kategorie 'unterhaltsame Abendlektüre' gehört das 400 Seiten starke Werk nicht. Dennoch dürfte der Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms wohl eine größere Leserschaft finden - vor allem das Kapitel Vorranggebiete für Windkraftanlagen, das in den vergangenen Monaten schon für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Nun gibt es für die Bürger und Initiativen offiziell die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. Das Beteiligungsverfahren startete am Mittwoch.

Ziemlich viel Aufwand hat die Osterholzer Kreisverwaltung getrieben, damit jeder die Chance hat, sich intensiv mit der Materie zu befassen. So kann der Ordner mit dem Entwurf nicht nur wie üblich im Kreishaus oder in den Rathäusern eingesehen werden, sondern es gibt einen Zugang zu den Unterlagen auch auf der Internet-Seite des Landkreises (www.landkreis-osterholz.de). Zur besseren Aufbereitung der einzelnen Themen sind insgesamt 50 farbige Karten erstellt worden.

Der offensive Umgang mit dem Thema soll vor allem deutlich machen, dass das Regionale Raumordnungsprogramm längst nicht in Stein gemeißelt ist, so wie dies im Laufe der Debatten um die Windkraft des öfteren zu hören war. 'Hier wird nichts hinter verschlossenen Türen erarbeitet', betont der zuständige Dezernent Richard Eckermann. Er sichert zu, dass jede Anregung ernst genommen und sorgsam geprüft wird.

Damit eine Stellungnahme nicht daran scheitert, dass zu wenig Zeit bis zur Abgabe bleibt, ist die Frist für die Bürger großzügig ausgelegt worden: Bis zum 30. April haben die Bürger und Initiativen die Möglichkeit, sich mit ihren Einwänden an den Landkreis zu wenden. Zur Vereinfachung der Arbeitsabläufe bittet die Kreisverwaltung darum, dass die Stellungnahmen per E-Mail an das Planungsamt geschickt werden.

Das Regionale Raumordnungsprogramm trifft Aussagen zur angestrebten räumlichen und strukturellen Entwicklung des Landkreises, insbesondere zu den Themen Siedlungsentwicklung, Verkehr, Land- und Forstwirtschaft, Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, Rohstoffgewinnung, landschaftsgebundene Erholung, Energie und Wasserversorgung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Herausforderungen des Klimaschutzes und des demografischen Wandels.

Für die Öffentlichkeitsbeteiligung liegt der Entwurf im Kreishaus in Raum 123 zu den Öffnungszeiten der Verwaltung aus. Ansprechpartner sind Markus Kampmann und Markus Kerstein. Je nachdem, wie die Resonanz ausfällt und inwieweit sich Änderungen des Entwurfs ergeben, wird das Verfahren weiter laufen. Frühestens im ersten Quartal 2011, so schätzt man im Kreishaus, wird das Raumordnungsprogramm fertig sein. Das letzte Wort hat der Kreistag: Er muss das Programm beschließen.

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