Mobiles Sägewerk Immer auf Achse

Zwischen 70 und 130 Zentimeter Durchmesser sind für das mobile Sägewerk aus Ristedt kein Problem. Dafür fährt Familie Nogga quer durch die Region, da solche Maße von Sägewerken kaum noch bearbeitet werden.
18.01.2021, 17:32
Lesedauer: 3 Min
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Von Dagmar Voss (Text)und Vasil Dinev (Fotos)

Große Stämme? Kein Problem! Ihre Geschäftsgrundlage verschaffe ihnen ein Alleinstellungsmerkmal, davon sind Jonas Nogga, sein Bruder Phillipp und Papa Wolfgang überzeugt. Denn es geht um ein mobiles Sägewerk, das in der Region einzigartig ist. Dabei handelt es sich um eine Blockbandsäge, elf Meter lang, die sich auf einem Hänger befindet und genau 3,4 Tonnen wiegt. Landmaschinenschlosser Jonas kann das mit einem Auto ziehen, sodass er immer dort sein kann, wo große Stämme in Scheiben gesägt werden müssen. Ausgehend von ihrem Heimathof in Ristedt.

„Wir können alles zwischen 70 und 130 Zentimeter Durchmesser und bis zu neun Metern Länge der Stämme, das machen kaum noch andere Sägewerke, die es ja immer weniger gibt, und keine mobilen Sägen in der Größe“, sagt der 28-Jährige. Die Scheibenstärke können die beiden jungen Noggas per Computer haarfein einstellen, von fünf Millimeter bis 40 Zentimeter. Und das alles bei vollhydraulischer Stammhantierung. Ein geradezu beeindruckender Anblick, wenn riesige Stämme mit einem oder zwei Knopfdrucken bewegt werden. „Auf Wunsch können wir jederzeit sofort das Schnittbild ändern, das ist kein Problem“, sagt Jonas.

Nur vor Ort sollten entweder zwei bis drei Helfer oder ein Ladekran vorhanden sein, um die Stämme auf die Bandsäge zu heben. Von da an geht alles per besagtem Knopfdruck. Alle zwei Stunden muss das Band der Säge ausgetauscht werden, ebenfalls kein Problem für die beiden geschickten Handwerker. „Und wir sind bei jedem Wetter einsatzfähig. Wegen der starken Sonne hat Muttern letztes Jahr sogar einen Sonnenschutz genäht.“

Mit einem Lächeln erinnert sich Nutzfahrzeugmeister Phillipp, wie sie dazu gekommen sind: „Vor rund vier Jahren, ich war gerade beim Zusägen für etwas, was wir beim Renovieren unseres Hauses hier in Barrien brauchten, kam ein Bekannter vorbei, der seine etwas kleinere Blockbandsäge, ebenfalls mobil, verkaufen wollte – und siehe da, damit ging es viel besser. Bald war klar, dass so etwas hier im Umkreis von circa 150 Kilometern nicht zu haben ist, also haben wir damit einen Nebenerwerb angemeldet.“

Und sie befassen sich nicht mit dem üblichen Bauholz, denn das gäbe es ja ohnehin billiger in Baumärkten. Zunächst mal kommen sie auf Anfragen von Privatleuten, die Produkte werden gern von Tischlereien oder Zimmereien genommen. „An große Eichenstämme, die bei Fachwerkbauten benötigt werden, geht ja kaum noch einer ran“, so Phillipp. Sein fünfjähriger Sohn Piet hilft immerhin zu Hause auch mit, nimmt einen Besen und fegt das Sägemehl auf. Denn das kommt hinterher als Dünger auf den Acker.

Jedenfalls von den Hölzern, die hier gesägt werden. Das sind die, die bei den Kunden nicht gewünscht sind, weil sie weder mit Baumscheiben noch mit anderen gesägten Stücken etwas anfangen können. „Feuerholz zu verkaufen, lohnt sich derzeit auch nicht bei den niedrigen Preisen“, weiß Vater Wolfgang. „Meist ist das normale Holz stark vom Borkenkäfer befallen.“ Nur Eichenstämme seien heute noch begehrt, vorwiegend in der Inneneinrichtung oder auch für Fachwerkbauten.

Mittlerweile, das kann der Pensionär bestätigen, sind sie mit dem mobilen Sägewerk sehr stark ausgebucht, weil sie das ja nur an Wochenenden machen. Daher müssen Interessierte mit einem Vorlauf von zwei Monaten rechnen. Kontaktdaten entweder auf Ebay oder per Telefon: 0 15 1 / 64 41 73 88.

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