Hoher Besuch in Fischerhude Modersohn-Museum beeindruckt Minister

Fischerhude. Der niedersächsische Kulturminister Lutz Stratmann zeigte sich beeindruckt von der Tiefe des Bildes und der Detailgenauigkeit, mit der Otto Modersohn die 'Dorfstraße 1897' malte. Das zentrale Werk des Malers aus seiner Worpsweder Zeit stand auch im Mittelpunkt des Ministerbesuchs gestern im Otto Modersohn-Museum in Fischerhude.
15.01.2010, 02:31
Lesedauer: 2 Min
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Modersohn-Museum beeindruckt Minister
Von Uwe Dammann

Fischerhude. Der niedersächsische Kulturminister Lutz Stratmann zeigte sich beeindruckt von der Tiefe des Bildes und der Detailgenauigkeit, mit der Otto Modersohn die 'Dorfstraße 1897' malte. Das zentrale Werk des Malers aus seiner Worpsweder Zeit stand auch im Mittelpunkt des Ministerbesuchs gestern im Otto Modersohn-Museum in Fischerhude.

Das Werk galt lange Zeit als verschollen und ist nur als Leihgabe im Museum zu sehen. Die Otto-Modersohn-Gesellschaft möchte das Bild, das rund 130000 Euro kostet, für die eigene Sammlung ankaufen und kann sich nun auch über eine Finanzspritze von 10000 Euro aus dem niedersächsischen Ministerium für Kultur und Wissenschaft freuen, kündigte Stratmann an. Außerdem hatte er eine Verbindung zu Sponsoren hergestellt, die ebenfalls den Ankauf des Werkes unterstützen. Gleichzeitig informierte sich der Minister bei seinem rund zweistündigen Aufenthalt in Fischerhude über die Umbaupläne des Museums. Das Otto-Modersohn-Museum soll für rund 700000 Euro mit einem Vorbau, neuem Foyer und Keller für die Lagerung der wertvollen Bilder erweitert werden. Rund 450000 Euro bewilligt das Land über den Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (Effre) für den geplanten Umbau. 'Das ist soweit schon in trockenen Tüchern', sagte Stratmann. Jetzt komme es darauf an, ob die Restsumme

aufgebracht und gegenfinanziert werden kann. Anträge an die Sparkassenstiftung und andere Stiftungen, die Kultureinrichtungen fördern, seien bereits gestellt, bestätigten Rainer Noeres und Antje Modersohn dem Minister und stellten ihm die Pläne vor.

Rund drei Wochen nach dem Tod von Museumsgründer Christian Modersohn, dem Sohn Otto Modersohns und Vater von Antje Modersohn, empfing die Museumsleitung erstmals nach dem Trauerfall wieder offizielle Gäste in dem Haus. Gemeinsam mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden David McAllister, seine Großmutter ist eine Nichte von Otto Modersohn, sowie den CDU-Landtagsabgeordneten Wilhelm Hogrefe und Axel Miesner, dem Ottersberger Bürgermeister Horst Hofmann und Ortsbürgermeister Gerhard Behrens stattete die Politikerriege der überregional anerkannten Kultureinrichtung gestern einen längeren Besuch ab. Nach dem Rundgang durch das schmucke Fachwerkgebäude und dem Kulturgenuss gab es noch Häppchen und Kaffee im Wohnzimmer der Familie Modersohn. Minister Stratmann war nach eigenem Bekunden das erste Mal in Fischerhude und war sichtlich angetan von der Kulturstätte, der Lage direkt an den Wümmewiesen und der aktuellen Ausstellung, in der Bilder aus Modersohns Fischerhuder Jahren von 1916 bis 1925

gezeigt werden.

Das Geld für den Ankauf des Bildes 'Dorfstraße 1897' hat die Otto-Modersohn-Gesellschaft nun mit der Finanzspritze vom Land so gut wie zusammen. Nicht ganz so konkret ist dagegen bisher die Finanzierung des großen Bauprojektes. 'Die Pläne sind fertig, der Bauantrag beim Kreis ist gestellt', sagt Rainer Noeres, der mit seiner Frau Antje Modersohn das Museum leitet. Nur die Finanzierung steht noch nicht - trotz der Zusage des Ministers über die Förderung aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung. Eine große Restsumme ist noch offen.

'Der Kreistag sollte sich deshalb mit dem Projekt befassen', sagte der CDU-Kreischef Wilhelm Hogrefe und empfahl der Familie Modersohn, einen Förderungsantrag beim Kreis zu stellen. Auch der Minister wollte sich weiter bei Stiftungen informieren, ob noch weitere Förderungen möglich sind. 'Wir freuen uns, dass unser Projekt bei den Politikern auf Zustimmung und offene Ohren stößt', sagte Rainer Noeres. Geld von der Gemeinde sei allerdings angesichts der angespannten Finanzlage in Ottersberg nicht zu erwarten, bestätigte Bürgermeister Horst Hofmann.

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