Dokumentation über Otto Modersohn produziert / Premiere am Sonntag in der Schauburg Modersohns Urenkel als Jungfilmer

Fischerhude. Die künstlerische Ader liegt offensichtlich in der Familie. Während der Urgroßvater Otto Modersohn noch mit Pinsel und Staffelei seine Motive festhielt, macht Urenkel Carlo Modersohn das mit moderner Filmkamera und Computertechnik. Nun gibt es sogar eine direkte künstlerische Verbindung zwischen beiden. Der Urenkel hat einen Film über seinen Urgroßvater gedreht. "So weit und groß - die Natur des Otto Modersohn" heißt der 80-minütige Dokumentarfilm, der am Sonntag, 9. Januar, 15 Uhr, in der Schauburg in Bremen Premiere hat und ab dem 10. Januar dort im Programm läuft.
08.01.2011, 05:00
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Modersohns Urenkel als Jungfilmer
Von Uwe Dammann

Fischerhude. Die künstlerische Ader liegt offensichtlich in der Familie. Während der Urgroßvater Otto Modersohn noch mit Pinsel und Staffelei seine Motive festhielt, macht Urenkel Carlo Modersohn das mit moderner Filmkamera und Computertechnik. Nun gibt es sogar eine direkte künstlerische Verbindung zwischen beiden. Der Urenkel hat einen Film über seinen Urgroßvater gedreht. "So weit und groß - die Natur des Otto Modersohn" heißt der 80-minütige Dokumentarfilm, der am Sonntag, 9. Januar, 15 Uhr, in der Schauburg in Bremen Premiere hat und ab dem 10. Januar dort im Programm läuft.

"So weit und groß" erzählt die Lebensgeschichte Otto Modersohns in einer bisher nicht dagewesenen Konzentration, sagt Carlo Modersohn über das eigene Werk. Der Dokumentarfilm verzichte vollständig auf moderne Quellen, Ansichten, Kommentare und Materialien. Stattdessen erreiche er seine eindringliche Bildsprache durch zeitgenössische Filme, Fotografien, Reproduktionen von Gemälden, Zeichnungen und Schriftdokumente. Briefe und Texte von Otto Modersohn selbst, Paula Modersohn-Becker und Rainer Maria Rilke runden das Gesamtwerk ab. Verschiedene Sprecher leihen verschiedenen Künstlern, die mit Otto Modersohn in Kontakt standen, ihre Stimmen. Als Erzähler wurde der renommierte Schauspieler Hanns Zischler engagiert, der in zahlreichen großen Kinoproduktionen mitgewirkt hat und eine direkte Verbindung zur Familie Modersohn hat.

Atmosphärisches Bild des Künstlers

"Der Film verbindet Fakten und Erzählung zu einem vielschichtigen und atmosphärischen Bild des Menschen und Künstlers Otto Modersohn," sagt der junge Filmemacher. Die eindringliche Musik, die die Wirkung der Bilder unterstreicht, wurde eigens für die Dokumentation von Therese Strasser - einer Berliner Musikwissenschaftlerin - komponiert und leitet den Zuschauer durch die facettenreichen Stimmungen der Bilder. Höhepunkt des Films bilden die gemeinsamen, künstlerisch hoch anregenden, aber auch konfliktreichen Ehejahre mit Paula Modersohn-Becker, die nach der Geburt ihres ersten Kindes 1907 starb. Otto Modersohn zog anschließend nach Fischerhude, entdeckte hier neue Motive und begegnete seiner zukünftigen - dritten Frau - Louise Modersohn-Breling.

Der 28 Jahre alte Filmemacher, der in Ottersberg die Waldorfschule besucht hat, kam von Kindesbeinen an mit dem Werk seines Urgroßvaters in Berührung und setzte sich früh mit den Arbeiten des Landschaftsmalers auseinander. Seine Mutter, Marina Bohlmann-Modersohn ist Autorin der Modersohn-Biographie und lebt mit Ehemann Heinrich Modersohn in Hellwege. Hier am Familientisch entstand auch die Idee, über das Leben und Werk des Malers einen Dokumentarfilm zu drehen. Auftraggeber der Produktion sind Antje Modersohn und Rainer Noeres vom Fischerhuder Otto-Modersohn-Museum. "Ich hatte große Lust darauf, mich mit unserer Familiengeschichte und der spannenden Lebensgeschichte meines Urgroßvaters auch filmisch zu beschäftigen", sagt Carlo Modersohn, der in Berlin die Produktionsfirma CM-Film betreibt und sein Handwerkszeug bei internationalen Foto- und Filmstudios gelernt hat. Obendrein arbeitete er als Cutter. Das Archivmaterial bekam der Filmemacher, der für Regie, Schnitt und Produktion

verantwortlich ist, von dem Fischerhuder Museum zur Verfügung gestellt. "Da sich der Film 80 Minuten ausschließlich aus Sprache und visuellen Eindrücken dieser Zeit zusammen setzt, kommt er dem Europa der Kunst um die Jahrhundertwende so nah, wie es keine Ausstellung und Buch könnten", schwärmen erste Kritiker über die Dokumentation.

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