Stern-Stunden: Die Venus im Blick / Bezeichnung des Planeten richtet sich nach der Perspektive Morgenstern oder Abendstern?

Lilienthal (usch). Entweder oder. Entweder Morgenstern oder Abendstern. Was ist die Venus nun genau? Das wollen wir heute von Horst Schröter wissen, der die Vorstellung von "entweder oder" gleich einmal aus unserem Kopf streicht. Und auch mit dem Begriff Stern ist der Hobby-Astronom nicht einverstanden. "Die Venus ist kein echter Stern, sondern ein Planet", sagt er. Wer die Venus wahrnehme, sehe lediglich Licht, das von der Sonne reflektiert werde. "Das ist der Unterschied zu den Fixsternen, die wie die Sonne selbst leuchten", erklärt der Bremer. "Wegen der in ihnen ablaufenden Kernverschmelzung."
08.08.2011, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Ulrike Schumacher

Lilienthal (usch). Entweder oder. Entweder Morgenstern oder Abendstern. Was ist die Venus nun genau? Das wollen wir heute von Horst Schröter wissen, der die Vorstellung von "entweder oder" gleich einmal aus unserem Kopf streicht. Und auch mit dem Begriff Stern ist der Hobby-Astronom nicht einverstanden. "Die Venus ist kein echter Stern, sondern ein Planet", sagt er. Wer die Venus wahrnehme, sehe lediglich Licht, das von der Sonne reflektiert werde. "Das ist der Unterschied zu den Fixsternen, die wie die Sonne selbst leuchten", erklärt der Bremer. "Wegen der in ihnen ablaufenden Kernverschmelzung."

Die Venus kreist innerhalb der Erdbahn um die Sonne. Etwa 108 Millionen Kilometer ist sie von ihr entfernt, die Erde bringt es auf eine Entfernung von knapp 150 Millionen Kilometern. Die Venus kommt auf ihrer Bahn um die Sonne aber schneller voran, weiß Horst Schröter. Dafür benötige sie etwa zwei Drittel bis zu drei Viertel des Jahres und überholt dabei die Erde. Zu sehen ist der Planet Venus nicht immer. "Wenn Erde, Venus und Sonne in einer Reihe stehen, sehen wir die Venus gar nicht", sagt Horst Schröter. Anders ist das, wenn die Venus in bestimmten Bereichen neben der Erde steht. "Dann haben wir die Chance, sie zu sehen, sofern sie in einem ausreichend großen Winkel zur Sonne steht." Im Abstand von etwa anderthalb Jahren ist sie für einige Monate strahlend hell zu sehen - und zwar als Morgen- oder als Abendstern. "Bei außergewöhnlich guten Sichtverhältnissen kann man die Venus auch am Tage sehen, mit bloßem Auge", erzählt der Hobby-Astronom. In der Dämmerung sieht man die Venus

als ersten oder letzten hellen Stern. Nach dem Mond ist sie der hellste Himmelskörper am Nachthimmel. Dasselbe gelte im Übrigen auch für Merkur. "Nur dass der sehr viel schwächer leuchtet und dichter an der Sonne steht und dadurch sehr viel seltener zu sehen ist."

Zur Person: Horst Schröter ist Hobby-Astronom und Mitglied bei der Astronomischen Vereinigung Lilienthal (AVL). Der Elektro-Ingenieur interessiert sich seit seinem neunten Lebensjahr für Astronomie und ist in der Bremer Olbers-Gesellschaft aktiv.

Nähere Informationen unter www.avl-lilienthal.de

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