Musikfest Bremen erstmals zu Gast in Worpswede / Konzerte im Museum und im Park der Großen Kunstschau Museum wird zum Konzertsaal

Worpswede. Schon Heinrich Vogelers berühmtes Gemälde "Sommerabend" zeigt, wie besinnlich die Musik auf die Künstlerfreunde wirkt, die sich auf der Terrasse des Barkenhoff eingefunden haben. Am Sonntag, 11. September, haben Freunde der Musik die Möglichkeit, sich mit allen Sinnen auf eine ganz besondere musikalische Zeitreise zu begeben. Das Musikfest Bremen ist gleich mit drei Konzerten zu Gast in der Großen Kunstschau in Worpswede. In der Rotunde wird das Ensemble Contraste spielen, in der Halle wird Bertrand Chamayou am Steinway-Flügel sein Können präsentieren, und im Park der Großen Kunstschau wird das junge, international besetzte Orchester Spira Mirabilis die Besucher verzaubern.
31.08.2011, 05:00
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Von Cornelia Hagenah

Worpswede. Schon Heinrich Vogelers berühmtes Gemälde "Sommerabend" zeigt, wie besinnlich die Musik auf die Künstlerfreunde wirkt, die sich auf der Terrasse des Barkenhoff eingefunden haben. Am Sonntag, 11. September, haben Freunde der Musik die Möglichkeit, sich mit allen Sinnen auf eine ganz besondere musikalische Zeitreise zu begeben. Das Musikfest Bremen ist gleich mit drei Konzerten zu Gast in der Großen Kunstschau in Worpswede. In der Rotunde wird das Ensemble Contraste spielen, in der Halle wird Bertrand Chamayou am Steinway-Flügel sein Können präsentieren, und im Park der Großen Kunstschau wird das junge, international besetzte Orchester Spira Mirabilis die Besucher verzaubern.

Etwas Besonderes vorzustellen, Grenzen zu überschreiten und tradierte Inhalte mit neuen Impulsen zu konfrontieren, ist seit den Anfängen 1989 einer der Leitgedanken von Thomas Albert, Intendant des Bremer Musikfestes. So ist es auch nicht verwunderlich, dass er der Idee Elke Conrads, Vorsitzende der Worpsweder Gesellschaft für Kunst, Kultur und Wissenschaft, das Ausstellungshaus für einen Tag in einen Konzertsaal zu verwandeln, offen gegenüberstand und sich für das besondere Ambiente die Musik und die Auswahl der Interpreten überlegte.

"Die Idee hinter diesem neuen Veranstaltungsformat ist, das für die Künstlerkolonie Worpswede so zentrale Thema der Künstlerfreundschaften über einen ganzen Tag auch einmal mit dazu passender Musik zu füllen", erläutert Albert. Bezug nehmend auf die vielfältigen Beziehungen nach Frankreich - sei es die Entwicklung der Freilichtmalerei oder gar die Aufenthalte einzelner Künstler in der Kunstmetropole Paris - wird der musikalische Tag ganz im Zeichen der nachbarschaftlichen Begegnungen stehen und unter dem Titel "Künstlerfreundschaften" nicht nur das Museum in einen kleinen Konzertsaal verwandeln, sondern auch den Park mit Musik erfüllen.

Es ist das erste Mal, dass das Musikfest Bremen dank der Unterstützung der EWE und der Worpsweder Gesellschaft zu Gast im Künstlerdorf ist. In den Räumen der Großen Kunstschau kann an diesem Tag die musikalische Welt zur Zeit der Gründung der Künstlerkolonie erlebbar werden. Denn nicht nur in der Malerei, die den Aufbruch in die Moderne wagte, sondern auch Komponisten, die in den Pariser Salons spielten, bahnten den Weg zu Veränderungen. Mit Werken der Komponisten Camille Saint Saëns, Ernest Chausson, Gabriel Fauré, Claude Debussy und Maurice Ravel werden sich das Ensemble Contraste und Bertrand Chamayou dieser Aufbruchstimmung in der Musik widmen. Diese Komponisten entwickelten laut Albert "ein spezifisch französisches Klangideal". Um 12 und um 16 Uhr finden jeweils zwei Kammerkonzerte in der Rotunde und in der Halle der Großen Kunstschau statt.

Ein Anreiz für den Musikkenner besteht ebenfalls in der Art der Präsentation der Konzerte. Das Ensemble Contraste wird die Zuhörer in der Rotunde mit Feingefühl und Poesie in die Zeit um die Jahrhundertwende versetzen. "Das Ensemble wird so spielen, als säße man direkt auf der Terrasse des Barkenhoff", schwärmt Albert. Im Anschluss wechselt das Publikum in die Halle, um Bertrand Chamayou zu lauschen. Am Flügel wird der dreißigjährige französische Pianist, der laut Albert zu den Shooting-Stars der jungen Pianisten-Generation gehört, den Erweiterungsbau der Großen Kunstschau mit Musik füllen. Passender Rahmen sind hier Werke Worpsweder Künstler der "Jungen Gruppe".

Orchester spielt ohne Dirigenten

Für das Konzert ab 14:30 Uhr im Außenbereich zeigt Albert Künstlerfreundschaften "in ganz praxisnahem Sinn". Das Orchester Spira Mirabilis, das sich 2007 mit internationalen Musikern im norditalienischen Städtchen Formigine formierte, um in einem "bewusst kammermusikalischen Geist Orchester zu spielen", wie Albert erläutert, spielt ohne Dirigent. "Das machen die Musiker so mitreißend, dass sie wie die Worpsweder Maler damals für einen neuen Aufbruch stehen", begeistert sich Albert und erläutert die Arbeitsweise der Musiker, die sich ganz unvoreingenommen und mit einem demokratischen Verständnis eines gemeinsamen Miteinanders dem Repertoire aus dem 18. und 19. Jahrhundert widmen. Beim vergangenen Musikfest wurden sie für ihre ungewöhnliche Arbeit mit dem Förderpreis des Deutschlandfunks ausgezeichnet. Im Park wird das Orchester Werke von Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy und Wolfgang Amadeus Mozart spielen. Bei Regen findet das Konzert in der

Zionskirche statt.

Karten für die Kombination zweier "Künstlerfreundschaften"-Konzerte von je 30 Minuten ab 12 oder ab16 Uhr kosten 25 Euro (ermäßigt 20 Euro). Sie sind beim Ticket-Service in der Glocke unter der Telefonnummer 0421/336699, bei der WÜMME-ZEITUNG und in allen anderen Zeitungshäusern des WESER-KURIERsowie bei allen Nordwest-Ticket- und CTS-eventim-Verkaufstellen erhältlich. Karten für das Konzert im Außengelände ab 14:30 Uhr sind zum Preis von 10 Euro (ermäßigt 8 Euro) nur an der Tageskasse erhältlich. Ein Kombi-Ticket für drinnen und draußen kostet 30 Euro (ermäßigt 22 Euro).

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