KVHS qualifiziert Erwerbslose für das Sicherheitsgewerbe Muskelmasse zählt nicht mehr

Achim. "Jobs in der Sicherheit – IHK-Abschluss für das Bewachungsgewerbe", so heißt ein Kooperationsprojekt der Kreisvolkshochschule (KVHS) Verden mit dem Lehrinstitut für Sicherheitsausbildung LifSA. Nach einem mehrmonatigen theoretischen Unterricht und einer Prüfung bei der Handwerkskammer Bremen folgt nun eine Praktikumsphase. Ziel soll es sein, erwerbslose Frauen und Männer aus dem Landkreis Verden eine neue Perspektive im Sicherheitsgewerbe zu geben. Dabei können sie beispielsweise im Objektschutz, am Empfang, bei Personenkontrolldiensten sowie bei Großveranstaltungen eingesetzt werden.
09.06.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Butt

Achim. "Jobs in der Sicherheit – IHK-Abschluss für das Bewachungsgewerbe", so heißt ein Kooperationsprojekt der Kreisvolkshochschule (KVHS) Verden mit dem Lehrinstitut für Sicherheitsausbildung LifSA. Nach einem mehrmonatigen theoretischen Unterricht und einer Prüfung bei der Handwerkskammer Bremen folgt nun eine Praktikumsphase. Ziel soll es sein, erwerbslose Frauen und Männer aus dem Landkreis Verden eine neue Perspektive im Sicherheitsgewerbe zu geben. Dabei können sie beispielsweise im Objektschutz, am Empfang, bei Personenkontrolldiensten sowie bei Großveranstaltungen eingesetzt werden.

Der theoretische Unterricht begann für die elf Kursteilnehmer Ende Januar in den Achimer KVHS-Räumen an der Waldenburger Straße. "Viele Lehrgänge gehen nur über eine Woche. Solche Kursteilnehmer verfügen dann nur über ein gefährliches Halbwissen", sagt Ulrich Hofmann vom Lehrinstitut für Sicherheitsausbildung. Die Teilnehmer des Achimer Kurses erhielten eine qualifizierte Ausbildung für verschiedene Bereiche. So haben sie inzwischen Zertifikate wie Brandschutzhelfer und Betriebssanitäter erworben. Auch EDV-Grundlagen sowie Fachrechnen gehörten zur Ausbildung dazu. Aufgrund der Nähe zu mehreren Häfen wurde in einem Modul Schiffssicherheit vermittelt. Viel Zeit nahm auch ein Deeskalationstraining in Anspruch. Im Mai legten die Elf bei der Handelskammer Bremen eine Sachkundeprüfung für das Sicherheitsgewerbe ab.

In den kommenden Monaten folgt nun eine Praktikumsphase. Dabei schnuppern die Teilnehmer in verschiedene Betriebe und Bereiche hinein. Kai Hiller ist beim Objektschutz eines großen Bremer Fahrzeugbauers untergekommen. "Nach der vielen Theorie bin ich nun auf die Praxis gespannt. Je länger ich dabei bin, desto interessanter finde ich die Materie", so der Verdener. "Ich komme aus der Gastronomie. Da ich gerne mit Menschen arbeite, fühle ich mich im Empfangsbereich gut aufgehoben. Doch bislang wurden meine Bewerbungen oft abgeschmettert", erzählt Kirsten Siebelts aus Beppen. Nun versucht sie über die Qualifizierung eine Festanstellung zu bekommen. Erst war sie als Floristin tätig, dann an einer Tankstelle, gefolgt von einer Auszeit, in der sich Cora Hankel aus Achim alleinerziehend um ihr Kind kümmerte. Da dieses nun die Grundschule besucht, möchte sie in Teilzeit wieder Arbeit finden. Während des Praktikums arbeitet sie in einer Pförtnerei, anschließend in einer Poststelle.

Nach Angaben von Achims Gleichstellungsbeauftragter Bärbel Richter haben vor allem Frauen im Sicherheitsgewerbe eine gute Zukunft. "Frauen wirken stets deeskalierend", sagt Richter. Dies bestätigt Ulrich Hofmann: "Nicht mehr die Muskeln zählen, sondern Mitdenken und der Servicegedanke stehen im Vordergrund."

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