Vierjähriger in der Wümme ertrunken

Mutter soll eigenen Sohn getötet haben

Wegen Totschlags steht eine 40 Jahre alte Frau in Verden vor Gericht. Sie soll im November in Rotenburg ihren vierjährigen Sohn getötet haben. Das Kind ertrank in der Wümme.
12.04.2021, 05:10
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Von Angelika Siepmann
Mutter soll eigenen Sohn getötet haben

Eine Frau, die im November in Rotenburg ihren eigenen Sohn getötet haben soll, steht ab 13. April in Verden vor Gericht.

Peter Steffen

Verden/Rotenburg. Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Verden beginnt am kommenden Dienstag, 13. April, das Strafverfahren gegen eine 40 Jahre alte Frau, die ihren vierjährigen Sohn in Rotenburg über ein Brückengeländer in die Wümme geworfen haben soll. Der Leichnam des Jungen war am 5. November vergangenen Jahres gegen Mitternacht von Rettungskräften aus dem Fluss geborgen worden. Die Obduktion ergab, dass das Kind ertrunken ist. Der Frau wird Totschlag zur Last gelegt.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Tötungsabsicht bestand, als sie den Jungen in die Wümme stieß. Grund soll ihre Befürchtung gewesen sein, das Sorgerecht zu verlieren. In der Pressemitteilung des Gerichts zum bevorstehenden Prozess heißt es weiter, laut Anklage solle die Frau zuvor mit ihrem Sohn „aus einer Kinderklinik in Rotenburg geflohen“ sein. Er sei dort wegen schwerer Brandverletzungen stationär behandelt worden, „nachdem die Angeklagte ihn beim Waschen mit heißem Wasser – nicht ausschließbar versehentlich – verbrüht habe“.

Das Verschwinden von Mutter und Kind hatte das Diakonie-Klinikum an jenem Abend dazu veranlasst, die Polizei zu alarmieren. Bei einem Großeinsatz war es zunächst gelungen, die Frau im Stadtzentrum aufzufinden. Einige Zeit später bargen Feuerwehr und DLRG den Vierjährigen tot aus der Wümme. Ende Februar hatte die Staatsanwaltschaft dann Anklage wegen Totschlags erhoben. Die Frau sei weiterhin in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Sie soll nach der mutmaßlichen Tat versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen. Mit der Anklageerhebung hatte die Staatsanwaltschaft auch die Umwandlung des Unterbringungs- in einen Untersuchungshaftbefehl beantragt. Dem hat das Landgericht offenbar entsprochen.

Die Schwurgerichtskammer des Verdener Landgerichts unter dem Vorsitz von Volker Stronczyk hat vorerst acht Verhandlungstage bis Ende Juni anberaumt. Neben zwei Sachverständigen sind bislang neun Zeugen geladen.

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