Trotzdem 31:25 gegen Wilhelmshaven: Achim/Baden spielt weiterhin in einer anderen Liga Nach dem 7:1 das Tempo gedrosselt

Achim. Die Begegnung hielt, was die bisherigen Ergebnisse der SG Achim/Baden und der HSG Wilhelmshaven versprachen: Der noch ohne Punktverlust an der Spitze stehende Absteiger aus der Handball-Regionalliga kam gegen den in dieser Saison ausgesprochen zuverlässigen Punktelieferanten zu einem deutlichen 31:25-Erfolg. Ein Resultat, das freilich noch durchaus ausbaufähig gewesen wäre. 'Wir haben heute einfach nur unseren Stiefel heruntergespielt, hätten deutlich mehr Gas geben müssen', stellte Rechtsaußen Sören Meier selbstkritisch fest.
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Von Michael Schön

Achim. Die Begegnung hielt, was die bisherigen Ergebnisse der SG Achim/Baden und der HSG Wilhelmshaven versprachen: Der noch ohne Punktverlust an der Spitze stehende Absteiger aus der Handball-Regionalliga kam gegen den in dieser Saison ausgesprochen zuverlässigen Punktelieferanten zu einem deutlichen 31:25-Erfolg. Ein Resultat, das freilich noch durchaus ausbaufähig gewesen wäre. 'Wir haben heute einfach nur unseren Stiefel heruntergespielt, hätten deutlich mehr Gas geben müssen', stellte Rechtsaußen Sören Meier selbstkritisch fest.

Tatsächlich spielte die SG Achim/Baden nur phasenweise wie ein Tabellenführer, zeigte nicht die Konstanz, die sie beispielsweise gegen den TV Neerstedt ausgezeichnet hatte. Die Neerstedter, die seither keinen Punkt mehr eingebüßt haben, waren freilich von ganz anderem Format als die wenig wehrhaften Küstenstädter, die sich nach dem 7:1 eigentlich schon hätten ergeben können. In der Folge litt das Match unter der nachlassenden Konzentration der Gastgeber im selben Maße wie die HSG von ihr profitierte.

Kurzdeckung verfehlt Wirkung

Es war allerdings nur zu verständlich, dass Achim/Baden im Gefühl des sicheren Sieges von der Pflicht zur Kür wechselte und versuchte, die Friesen unter verringertem Einsatz und Aufwand sowie mit Einzelaktionen statt mit Teamwork auseinanderzunehmen. Das reichte immerhin noch zu einem ungefährdeten Sieg, aber es reichte nicht, um so etwas wie Begeisterung auf den recht gut gefüllten Rängen zu entfachen.

So fielen die im schwarzen Dress spielenden Achimer mehr mit ihren neongrünen Socken auf als mit eindrucksvollen Ballstafetten. In der nur so dahinplätschernden Partie konnten die Jadestädter immerhin bis zur Pause auf 15:11 verkürzen und danach zunächst den Anschluss halten. Der gut aufgelegte Tobias Freese mit seinem achten Treffer zum 20:14 und Kreisläufer Zschorlich (21:15) sorgten aber dafür, dass es nicht wirklich spannend wurde.

Beispielhaft für den Konzentrationsschwund beim Spitzenreiter war das 21:16, das durch einen Ballverlust schon vor dem eigenen Sechser heraufbeschworen wurde. Torwart Arne von Seelen konnte nur noch verdattert zusehen, wie Wilhelmshaven das Geschenk verwertete.

Immerhin sorgte dieses Missgeschick vorübergehend für einen erhöhten Adrenalinpegel bei den Achimern. Malvin Patzack mit einem seiner Kraftakte und Florian Block-Osmers, der mit Wut im Bauch zu einem Tempogegenstoß ansetzte, nachdem die Gäste den Ball um ein Haar abermals weit in des Gegners Hälfte erobert gehabt hätten, ließen die HSG wissen, dass es nicht gut für sie sein würde, den Favoriten ein weiteres Mal herauszufordern. Prompt konnte Linksaußen Roman Döhling nach schnellem Gegenstoß völlig unbehelligt vom gegnerischen Torkreis zum, 24:17 vollenden. Block-Osmers , der übrigens nach der Pause in Kurzdeckung genommen wurde, gelang mit einer Bogenlampe zum 27:19 der vielleicht schönste Treffer in der zweiten Hälfte. Dem Spielmacher einen Sonderbewacher vor die Füße zu stellen erwies sich für die HSG ebenso als untaugliches Mittel wie der Unterarmschuss, mit dem sie immer wieder recht erfolglos ihr Glück versuchten. Die Achimer Abwehr stand bis auf die erwähnten unangemeldeten

Auszeiten grundsätzlich sicher.

Ein viel versprechendes Debüt gab Torben Schierenbeck, zunächst auf der Rechtsaußenposition und später im Rückraum, wo der vom ATSV Habenhausen gekommene Linkshänder mit einem prächtig herausgespielten Treffer zum 29:20 Szenenapplaus provozierte. Apropos Habenhausen: Rainer Lange, der die Partie als Co-Trainer des ATSV aufmerksam verfolgte, bekam also zwei Wochen vor dem Gastspiel der SG beim Bremer Lokalrivalen einen eher schwachen und damit falschen Eindruck von der Heimmannschaft. In Habenhausen wird Irek Faciejews Team sicherlich ganz anders auftreten - und das sicherlich auch müssen.

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