Kommunalkino zeigt morgen "Nichts zu verzollen" von Dany Boon Nach dem Postfilialleiter jetzt ein Grenzer

Verden. Das Kommunalkino hat morgen wieder einmal den großen Nachbarn Frankreich zu Gast. Um 20.15 Uhr startet im Cine City die Komödie "Nichts zu verzollen" von Regisseur Dany Boon, der mit "Willkommen bei den Sch'tis" vor drei Jahren in seiner Heimat einen neuen Zuschauerrekord aufstellte.
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Von Gabriele Tetzner

Verden. Das Kommunalkino hat morgen wieder einmal den großen Nachbarn Frankreich zu Gast. Um 20.15 Uhr startet im Cine City die Komödie "Nichts zu verzollen" von Regisseur Dany Boon, der mit "Willkommen bei den Sch'tis" vor drei Jahren in seiner Heimat einen neuen Zuschauerrekord aufstellte.

Über zwanzig Millionen Franzosen sahen die grandiose Komödie über einen südfranzösischen Postfilialleiter, der gegen seinen Willen in die als rückständig verpönte Region Nord-Pas-de-Calais versetzt wird, die Nordlichter dann aber kennenlernt und schließlich so sehr zu schätzen weiß, dass er die Rückkehr in den Süden genauso widerwillig antritt.

Hierzulande fand Boons zweiter Film ebenfalls viele Freunde: Mit 2,3 Millionen Zuschauern war Deutschland das besucherstärkste Land nach Frankreich. Der Erfolg beruhte unter anderem darauf, dass in der deutschen Synchronisation ausgesprochen kreativ eine fiktive Mundart erfunden wurde, die den Titel gebenden nordfranzösischen Dialekt Ch'ti und die damit verbundenen Verständigungsschwierigkeiten höchst komisch nachvollziehbar machte. Ob ein solcher Coup wiederholt werden kann, ist stets fraglich: Mit "Nichts zu verzollen" hat Dany Boon, der auch das Drehbuch schrieb und wieder eine Haupt-rolle übernahm, es in diesem Jahr versucht. Zwar drehte er nicht unbedingt eine Fortsetzung seines großen Erfolges, stellt aber erneut zwei Gruppen in den Mittelpunkt, die sich wegen regionaler Unterschiede mit herzlicher Abneigung begegnen.

Hass auf "Camemberts"

Die neue Komödie des 45-Jährigen ist im Örtchen Courquain an der französisch-belgischen Grenze angesiedelt und spielt in den Tagen, bevor mit Inkrafttreten des Schengener Abkommens die stationären Ausweiskontrollen in Europa abgeschafft werden sollen. Für den belgischen Grenzer Ruben Vandervoordes (Benoît Poelvoorde aus "Mann beißt Hund") ein geradezu krimineller Beschluss, denn er hasst vor allem die seiner Meinung nach ungemein arroganten Franzosen, die bei ihm nur "Camemberts" oder "Franzacken" heißen. Mit dem Öffnen der Grenze, so befürchtet der nationalistische Eiferer, werden nun die Barbaren in sein Königreich einfallen. Bestes Beispiel ist für ihn sein französischer Gegenspieler Mathias Ducatel (Dany Boon), mit dem er sich einen permanenten Kleinkrieg liefert. Ausgerechnet mit ihm soll er nun zum mobilen französisch-belgischen Patrouillendienst antreten.

Was Ruben nicht ahnt, ist, dass Mathias sich freiwillig für die Zusammenarbeit im neuen Zweier-Team gemeldet hat: Er pflegt nämlich schon seit längerem einen privaten Grenzverkehr, ist heimlicher Liebhaber und Verlobter von Rubens Schwester Louise (Julie Bernard). Und er weiß, dass sowohl Louises Bruder als auch ihr Vater als extrem nationalistische Belgier niemals ihren Segen zu dieser Verbindung geben werden. Es sei denn, Mathias kann Rubens Freundschaft gewinnen. So macht er mit dem unberechenbaren Kollegen im schrottreifen Renault 4 und mit einem energielosen Hund fortan Jagd auf vertrottelte Drogenhändler und umgarnt den von Minderwertigkeitskomplexen zerfressenen Rassisten mit Gutwilligkeit und Schläue. Tatsächlich schafft Mathias es, den zukünftigen Schwager zu entschärfen - vorerst, denn Ruben findet schnell neue Feindbilder, mit denen er seine Vorurteile inbrünstig bedienen kann.

"Nichts zu verzollen", Komödie von Dany Boon (Frankreich 2011), im Cine City am Mittwoch, 19. Oktober, 20.15 Uhr

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