Nach Massenschlägerei in Brinkum Polizei: Großteil der Beteiligten „Schaulustige“

Nach einer Massenschlägerei an der KGS Brinkum hat die Polizei nun die Ermittlungen weitgehend abgeschlossen. Bei einem Großteil der Anwesenden habe es sich offenbar um „Schaulustige“ gehandelt.
16.03.2021, 13:53
Lesedauer: 2 Min
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Polizei: Großteil der Beteiligten „Schaulustige“
Von Esther Nöggerath

Nachdem es am 9. März in der Gemeinde Stuhr auf dem Gelände der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Brinkum zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendgruppen gekommen war, hat die Polizei nun die Ermittlungen weitestgehend abgeschlossen. Rund 50 Personen im Alter zwischen 13 und 20 Jahren aus dem Bereich Stuhr, aber auch aus Delmenhorst und Huchting, hatten sich an dem Abend gegen 19 Uhr auf dem Schulgelände getroffen. „Bei der überwiegenden Zahl dürfte es sich nach jetzigem Stand um 'Schaulustige' gehandelt haben, denen keine Tathandlungen vorgeworfen werden können“, teilt Thomas Gissing, Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz, mit. Etwaige Hinweise, die auf eine vorgeplante Massenschlägerei hingedeutet haben, hätten sich dagegen auch nachträglich nicht ergeben.

Durch die Vernehmungen, die in den vergangenen Tagen erfolgt sind, hat sich nun bestätigt, dass der Hintergrund der Auseinandersetzung ein Beziehungsstreit gewesen ist. „Der Ex-Freund eines 15-jährigen Mädchens war offensichtlich mit dem neuen Freund nicht einverstanden“, erklärt Gissing.

Bei der Auseinandersetzung waren dem bisherigen Ermittlungsstand zufolge auch eine Schreckschusswaffe sowie zumindest ein Messer eingesetzt worden. Die Tatwerkzeuge hatte die Polizei noch am Abend der Auseinandersetzung sichergestellt. Eine Person wurde dabei an der Hand, vermutlich durch eine Abwehrbewegung, mit einem Messer verletzt. Wie viele Schüsse mit der Schreckschusswaffe abgegeben worden sind, konnte die Polizei nicht abschließend sagen. Verletzt wurde damit bei dem Streit jedoch niemand.

Für einige der Beteiligten hat die Auseinandersetzung auch noch weitreichendere Folgen. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz, gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung. Bereits am Freitag erfolgten diesbezüglich zwei Durchsuchungen bei den beiden 16 Jahre alten Haupttatverdächtigen aus Huchting und Delmenhorst. Etwaige weitere Tatwerkzeuge konnten jedoch nicht aufgefunden werden. Der 16-jährige Delmenhorster hatte jedoch noch eine zehntägige Dauer-Arreststrafe aus einem anderen Verfahren offen und wurde nach der Durchsuchung in eine Jugendarrestanstalt gebracht.

In Brinkum hat die Polizei in den Tagen nach dem Treffen nach eigenen Angaben noch einmal verstärkte Präsenz gezeigt. Zu weiteren Auseinandersetzungen kam es jedoch nicht. Mit einigen der an dem Abend anwesenden Jugendlichen sowie auch deren Eltern hat die Polizei zudem Gespräche geführt.

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