No Moor Gas schreibt an Minister Nach Umweltskandal: Bürger fordern Erdgasausstieg

Der Umweltskandal in Emlichheim hat die Bürgerinitiative No Moor Gas auf den Plan gerufen. In einem Schreiben an Niedersachsens Wirtschaftsminister fordert sie weitreichende Konsequenzen.
20.08.2019, 18:29
Lesedauer: 1 Min
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Von Undine Mader

Grasberg. Der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann hat Post von der Bürgerinitiative „No Moor Gas“ bekommen. In einem offenen Brief fordert diese den Politiker auf, bei der Öl- und Gasproduktion in Niedersachsen rechtzeitig für „notwendige Veränderungen“ zu sorgen.

Anlass ist der Austritt von Lagerstättenwasser in der niedersächsischen Samtgemeinde Emlichheim. Ende Juli war bekannt geworden, dass dort an der Ölförderstätte des Erdölproduzenten Wintershall Dea über vier Jahre bis zu 220 000 Kubikmeter Lagerstättenwasser ausgelaufen sind. Das kontaminierte Wasser soll das Grundwasser erreicht haben, aus dem aber kein Trinkwasser gewonnen werde.

Die Bürgerinitiative „No Moor Gas“ schreibt, dass die Liste der bekannten und bestätigten Störfalle in dieser Industrie von Jahr zu Jahr länger werde, mit Emlichheim als vorläufigem Tiefpunkt. Der Austritt des Lagerstättenwassers habe das Vertrauen der Bevölkerung schwer erschüttert. Man möge sich nicht vorstellen, was eine derartige Leckage in Gebieten mit Trinkwassergewinnung wie in den Kreisen Rotenburg oder Verden anrichten könne. Und: „Es ist überhaupt nicht mehr einzusehen, dass für den prozentual geringen Beitrag zur Gesamtversorgung, den die heimische Förderindustrie leistet, derartige Risiken nicht nur für unser Trinkwasser eingegangen werden.“ Hinzu käme die ungeklärte Häufung von Krebsfällen in bestimmten Gebieten und eine Vielzahl anderer Umweltschäden. Das Argument der nationalen Energieversorgung verstelle zudem den Blick auf das Wesentliche vor Ort: „Die Sorge der Bürger um die eigene und noch mehr um die Gesundheit ihrer Kinder.“

Einen Ausstieg aus Kernenergie, Kohle und Gas halten die Briefverfasser für möglich und verweisen auf entsprechende Wissenschaftler und Studien. Althusmanns Argument, dass mit der Gasindustrie Arbeitsplätze erhalten blieben, widerspricht die Initiative: „Ist es nicht vielmehr so, dass diese Arbeitsplätze mehr durch ein allzu langes Festhalten an einer überkommenen Wirtschaftsweise gefährdet werden?“ Die Industrie habe gezeigt, dass sie durchaus in der Lage sei, sich auf veränderte Rahmenbedingungen umzustellen.

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