Ganderkeseer Fasching Nächtlicher Brandanschlag auf Festzelt

Im Festzelt des Ganderkeseer Faschings auf dem Festplatz an der Raiffeisenstraße hat es in der Nacht zu Mittwoch gebrannt. Die Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) geht von Brandstiftung aus.
19.02.2020, 14:31
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Nächtlicher Brandanschlag auf Festzelt
Von Jochen Brünner

Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Mittwoch einen Brandanschlag auf das Festzelt des Ganderkeseer Faschings an der Raiffeisenstraße verübt. Betroffen war „nur“ das Vorzelt, in dem ab Sonnabend die Garderobe untergebracht sein wird. „Der Sicherheitsdienst war während des Feuers vor Ort und hat auch die Feuerwehr alarmiert, sonst wäre sicher Schlimmeres passiert“, erklärte Timo Vetter, Sprecher der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV), in einer ersten Stellungnahme. Auch GGV-Präsident Uwe Meyer zeigte sich auf Nachfrage schockiert. „Es ist traurig, dass so etwas passiert. Wir wissen nicht, welche Menschen so etwa tun“, kommentierte er.

Wie die Polizei mitteilte, hatte ein aufmerksamer Passant um 3.42 Uhr über Notruf eine Rauchentwicklung im Bereich des Festplatzes an der Raiffeisenstraße gemeldet. Als die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei am Ort des Geschehens eintrafen, habe die Rückwand des Festzeltes in Flammen gestanden. Ein Trupp unter Atemschutz löschte den Brand, der das Zelt auf einer Fläche von etwa vier mal vier Metern in Mitleidenschaft gezogen habe, berichtete die Feuerwehr. Nach etwa einer Stunde habe der Einsatz beendet werden können. Ausgerückt waren die Freiwilligen Feuerwehren Ganderkesee und Falkenburg, die mit insgesamt 43 Kräften dem Feuer zu Leibe rückten.

Die Polizei sprach von einer Fläche von rund zehn Quadratmetern, auf der der Dielenboden, die Außenwand sowie diverse Stahlträger beschädigt worden seien. Den entstandenen Sachschaden bezifferten die Beamten auf etwa 7000 Euro. Die Brandermittler des 1. Fachkommissariates haben derweil die Untersuchungen zur Ursache des Feuers aufgenommen.

Bereits am Montag und Dienstag hatte es Einbrüche in das Festzelt gegeben. Hierzu berichtete die Polizei, dass sich am Dienstag im Zeitraum zwischen 6 Uhr und 8.30 Uhr unbekannte Täter Zutritt zum Festzelt verschafft hätten, indem sie eine Verriegelung aufgebrochen hätten. Anschließend entwendeten die Diebe diverse Flaschen Alkoholika aus dem dortigen Lager im Wert von etwa 300 Euro. Einen Tag zuvor habe es bereits einen ähnlichen Vorfall gegeben, bei dem die Einbrecher allerdings wieder abzogen, ohne Beute gemacht zu haben.

„Wenn die Brand- und Versicherungsgutachter ihre Arbeit abgeschlossen haben, sollen etwa 20 Meter Zelt ausgetauscht werden“, kündigte Vetter das weitere Vorgehen an. Die Vorfälle würden die Vorbereitungen für den Ganderkeseer Fasching zwar nicht einfacher machen, aber alles werde bis Sonnabend fertig, sodass das Festzelt wie geplant um 16 Uhr geöffnet werden könne, versicherte der GGV-Sprecher. Auch der Frühschoppen und der Kindertanz am Sonntag sowie die Rosenmontagsparty sollen dort planmäßig stattfinden.

Dennoch seien die Vorfälle „höchst ärgerlich“ im Vorfaschingsstress. Das gelte nicht nur für den unmittelbar betroffenen Festwirt Ulf Thiemann, sondern auch für einige Schausteller, die ihre Geschäfte nun erst verspätet aufbauen könnten, weil zunächst das Zelt repariert werden müsse. Vetter kündigte aber auch an, dass die GGV in den letzten Tagen vor dem Fasching jetzt nichts mehr dem Zufall überlassen werde. So ist unter anderem auch von einer Verstärkung des Sicherheitspersonals die Rede. „Nach zwei Einbrüchen und einer Brandstiftung sind wir maximal geimpft“, erklärte der GGV-Sprecher.

Zeugen, die in Sachen Brandstiftung verdächtige Fahrzeuge oder Personen in der Nähe des Tatortes gesehen haben, werden gebeten, sich mit der Polizei Delmenhorst unter der Telefonnummer 0 42 21 / 1 55 90 in Verbindung zu setzen. Hinweisgeber in Sachen Getränkediebstahl sollten sich unterdessen an das Polizeikommissariat in Wildeshausen wenden, das unter der Rufnummer 0 44 31 / 94 11 15 zu erreichen ist.

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