CDU-Fraktion will alle Standorte erhalten und die Siedlungsentwicklung in den Ortsteilen forcieren Neubaugebiete sollen Schulen füllen

Lilienthal. Die Grundschule in Worphausen steht auf der Kippe. Sie gehört zu den drei ältesten im Gemeindegebiet, die nur mit sehr hohen Kosten zu sanieren und barrierefrei zu gestalten sind.
20.09.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Michael Wilke

Die Grundschule in Worphausen steht auf der Kippe. Sie gehört zu den drei ältesten im Gemeindegebiet, die nur mit sehr hohen Kosten zu sanieren und barrierefrei zu gestalten sind. Das aber fordert das Schulgesetz: Ab August 2018 müssen die Schulen Kinder mit Behinderungen aller Art aufnehmen und ihnen den Zugang zu sämtlichen Räumen ermöglichen.

Ein Neubau wäre auf lange Sicht günstiger, wegen der viel niedrigeren Betriebskosten. Doch drei neue Schulhäuser zu bauen, kann sich die hoch verschuldete Gemeinde nicht leisten. Da die Schülerzahlen sinken, sinnen Sozialdemokraten und Grüne über Schulschließungen nach. So könnte die Worphauser Schule in einem Neubau der Trupermoorer Grundschule aufgehen, vielleicht auch noch die kleine Dorfschule in Seebergen.Das ist eines von mehreren Szenarien, die die Verwaltung den Politikern als Entscheidungsgrundlage präsentiert hat. Für die CDU-Fraktion im Rat kommt das nicht in Frage. Sie will alle sechs Grundschulen im Gemeindegebiet erhalten. „Wenn wir eine familienfreundliche Gemeinde sein wollen, dann gehört die Schule im Ortsteil dazu“, sagt der Fraktionsvorsitzende Rainer Sekunde.

Daher setzt die Union auf neue Baugebiete, um die Schulen auszulasten. „Wir müssen dafür sorgen, dass neue Leute nach Lilienthal kommen und dass dadurch Einnahmen erzielt werden“, sagt Sekunde. „Wir brauchen ein Aktiv-Szenario und müssen da offensiv rangehen.“

Für die CDU hat Sekunde den Antrag gestellt, das Handlungs- und Siedlungskonzept der Gemeinde zu überarbeiten. Dabei soll der Blick auf die demografische Entwicklung in den Ortsteilen gerichtet werden. Die Bevölkerung soll nach dem Willen der Union mitreden über die Zukunft der Gemeinde Lilienthal und ihrer Ortsteile. Die CDU regt Bürgeranhörungen und Bürgerversammlungen in den Ortsteilen an.

Sekunde warnt vor schnellen Entscheidungen. „Sollten wir Schulstandorte schließen, ist die Attraktivität für Familien nicht mehr da. Wenn erstmal die Schule geschlossen ist, passiert da gar nichts mehr.“

Bisher gehören die Ortsteile Worphausen und Seebergen nach Recherchen der Redaktion zu den Aktivposten der Bevölkerungsentwicklung in Lilienthal. Das belegt eine 2008 vorgelegte Fallstudie von Oldenburger Wissenschaftlern zum demografischen Wandel in der Gemeinde. In Worphausen fiel das Bevölkerungswachstum zwischen 1990 und 2007 mit elf Prozent fast doppelt so hoch aus wie im Durchschnitt der Gemeinde. Auch Seebergen legte überproportional zu, während Heidberg und Sankt Jürgen stagnierten. Nach den Zahlen der Forscher wiesen Seebergen und Worphausen gemeindeweit die höchsten Anteile an unter 20-Jährigen und die geringsten Seniorenanteile auf.

„Wir müssen aktiver werden“, sagt Sekunde. Sonst laufe Lilienthal Gefahr, Einwohner zu verlieren – an Nachbargemeinden wie Grasberg und Tarmstedt, die neue Baugebiete auswiesen.

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