Schon wieder Schäden an der A1 Neue Autobahn ist ein Sanierungsfall

Oyten. Die kurz vor Weihnachten freigegebene und sanierte A 1 bei Bremen ist derart mit Schlaglöchern übersät, dass eine Grundsanierung erforderlich ist. Sowohl der ADAC als auch die Landesverkehrsbehörde halten das für notwendig, mit Flickarbeiten sei das Problem nicht zu lösen.
09.03.2010, 17:30
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Alexander Klay

Oyten. Erst waren es einige Risse und Löcher, dann Kornablösungen und jetzt tun sich etliche Schlaglöcher auf: Der offenporige Asphalt der Autobahn 1 weist nach wenigen Monaten immer mehr Schäden auf. Während das Ausbau-Konsortium A1-Mobil weiterhin im Dunkeln tappt, warum die neue Fahrbahn zwischen dem Bremer Kreuz und Oyten defekt ist, sind sich ADAC und Landesverkehrsbehörde einig: Es werden umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig.

Während in Laboren immer noch nach der offiziellen Ursache gesucht wird, hat der ADAC Weser-Ems bereits eine Erklärung parat. 'Es kann sich eigentlich nur um Fehler bei der Verfahrensweise handeln', sagt Dirk Matthies. So seien etwa Material- oder Fertigungsfehler beim verwendeten lärmmindernden Asphalt denkbar. 'Eine frisch asphaltierte Fahrbahndecke dürfte nicht vom Frost kaputt gehen', meint der Bremer Verkehrsingenieur.

Jedenfalls seien die Schäden auf der Hansalinie 'sehr eigenartig', sagt der ADAC-Mitarbeiter. Denn eigentlich müsste die Fahrbahn weit mehr als zehn Jahre halten. Die hohe Belastung durch Lastwagen und Autos dürfte dem frisch verlegten Asphalt jedenfalls nicht zugesetzt haben. 'Es ist mittlerweile üblich, bei tiefen Temperaturen Asphalt einzubauen', erklärt Matthies.

Asphalt großflächig austauschen

Bei dem Ausmaß, dass die Schäden mittlerweile genommen haben, würden umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig. 'In letzter Konsequenz müsste man die Fahrbahn komplett neu legen', meint Matthies. Flickarbeiten würden beim offenporigen Asphalt auf Dauer nicht viel bringen - bei der speziellen Bauweise müsse großflächig ausgetauscht werden, sagt der Verkehrsingenieur.

Flickwerk scheint vorerst aber weiterhin nötig, das betont Thomas Schröder von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden. 'Für eine endgültige Lösung des Problems kann derzeit noch nichts getan werden', erklärt er. Sowohl die niedrigen Temperaturen, aber vor allem der bisherige Stand der Ursachenforschung würden derzeit nichts anderes zulassen. 'A1-Mobil hat sich umfangreiche Prüfungen in einem Labor auferlegt.'

So wird im Baustellenbereich auf der Autobahn 1 zwischen Bremer Kreuz und der Anschlussstelle Oyten auch in den kommenden Wochen gelten: 'Schlaglöcher und Kornablösungen werden so geflickt, dass die Verkehrssicherheit bewahrt wird', sagt Behörden-Mitarbeiter Schröder. Und das müsse zeitnah geschehen. Denn im Vertrag über die öffentlich-private Partnerschaft seien klare Regeln über die Fahrbahnbeschaffenheit getroffen worden. 'Es gibt einen Zustand, der laut Vorgaben da sein muss.'

Dass Flickarbeiten keine langfristige Lösung bieten, weiß auch der Mitarbeiter der Landesverkehrsbehörde. Er geht ebenfalls davon aus, dass eine 'großflächige Sanierung' der Fahrbahn fällig wird. A1-Mobil dürfte das einen Millionenbetrag kosten: So hat die Landesregierung kürzlich klargestellt, dass das Ausbaukonsortium um Bilfinger-Berger und die Bunte-Gruppe alle Risiken 'aus dem Ausbau, der Erhaltung und dem Betrieb' tragen müsse.

Regelmäßige Kontrollfahrten

Bei den jüngst aufgetretenen Schlaglöchern verlässt sich die Verkehrsbehörde anscheinend nicht darauf, dass diese umgehend von A1-Mobil gemeldet werden. Das Verdener Amt guckt auf der Hansalinie auch selber nach dem Rechten. Thomas Schröder: 'Mit der Autobahnmeisterei Oyten sind wir weiterhin vor Ort und führen regelmäßige eigene Kontrollen durch.'

Wenn das Untersuchungsergebnis vorliegt, erwartet nicht nur die Straßenbaubehörde Einblick in die Akten. Auch der Mitarbeiter des Verkehrsclubs ADAC wünscht sich ein Exemplar der Expertise. 'Wir hoffen dass mit offenen Karten gespielt wird', sagt Matthies, 'unterdrücken kann man das Resultat ohnehin nicht.' Das sei allein deswegen notwendig, weil der ADAC von vielen Stellen auf die Mängel an der A1 angesprochen werde. 'Und mit Mutmaßungen sind wir vorsichtig', erklärt der Verkehrsingenieur.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+