Bremens ehemaliger Umweltsenator Jens Eckhoff referiert vor Mitgliedern der Senioren-Union Neue Dimensionen für die Windkraft

Osterholz-Scharmbeck. Alternative Energien interessieren die Mitglieder der Senioren-Union: Anlässlich ihres Programms "Essen auswärts" hatten sich die Christdemokraten den Präsidenten der Deutschen Stiftung zur Förderung der Offshore-Windenergie, Jens Eckhoff, eingeladen. Der ehemalige Bremer Senator für Bau, Umwelt und Verkehr sprach zur Frage "Wie weht der Wind?". Anschließend gab's Kohl und Pinkel satt.
17.02.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian VAlek

Osterholz-Scharmbeck. Alternative Energien interessieren die Mitglieder der Senioren-Union: Anlässlich ihres Programms "Essen auswärts" hatten sich die Christdemokraten den Präsidenten der Deutschen Stiftung zur Förderung der Offshore-Windenergie, Jens Eckhoff, eingeladen. Der ehemalige Bremer Senator für Bau, Umwelt und Verkehr sprach zur Frage "Wie weht der Wind?". Anschließend gab's Kohl und Pinkel satt.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt hörte genau hin: Eckhoff sagte, er wolle den sogenannten Atomkonsens der schwarz-gelben Koalition nicht infrage stellen - er tat es dann aber doch. Hätte man einige Jahre früher Kernkraftwerke von Netz genommen, gäbe es heute einige Einspeisepunkte für Energie aus alternativen Quellen mehr, kritisierte der Stiftungspräsident die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken.

Der Inhaber einer Fotovoltaik-Firma würdigte den Erfolg der Bremer Umweltpolitik vergangener Jahrzehnte. Bereits in den 90er Jahren habe das kleinste Bundesland den richtigen Weg in Sachen "Energiepolitik" beschritten. Heute würden in der Nordwest-Region etwa 10000 Arbeitsplätze direkt mit der Windenergie zusammenhängen. Weitere 30000 Stellen seien in den Zulieferbereichen zu finden. "In den vergangenen Monaten sind 1200 Arbeitsplätze entstanden", so Eckhoff.

Die Dimensionen der Werke beeindruckten, wie er sagt. Er gab visuelle Beispiele des Erfolgs: In Bremerhaven sind 460 Meter lange Hallen entstanden, in denen unter anderem Rotorblätter für Offshore-Windkraftanlagen entstünden. Ein weiteres Gebäude mit einer Höhe von 56 Metern werde gebaut. Deutschland sei heute unter anderem bei der Windenergie weltweit führend; 80 Prozent der hierzulande gefertigten Ablagen würden exportiert, so Eckhoff.

Es gelte nun, die nötige Infrastruktur im Verladebereich zu schaffen. Hafenanlagen müssten die neuen Dimensionen berücksichtigen. Moderne Windräder hätten einen Durchmesser von drei Airbus-Längen. Trafos für Windparks mit 80 Anlagen würden 4000 Tonen wiegen, gab er zu bedenken. Derzeit würde noch jede Verladeeinrichtung vor diesem Gewicht kapitulieren, so Eckhoff. Es gelte, mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten, um nicht den Anschluss zu verlieren, warb er.

Und der Wettbewerb nehme zu. Chinesische Firmen würden deutsche Technik zerlegen und in kürzester Zeit nachbauen. Innerhalb von fünf Jahren sei ein Unternehmen aus Fernost an die zweite Stelle der Windkraftanlagen-Produzenten aufgerückt. Es müsse weiter investiert werden. Das gelte auch für den Bereich der Energiespeicherung. "Es wird Geld kosten, aber Infrastruktur kostet immer Geld", versuchte Eckhoff zu relativieren.

Georg Maas, Vorsitzender der Senioren-Union, fragte bei Eckhoff nach. In der Region seien manche Bürger mit Windkraftanlagen vor ihrer Haustür nicht einverstanden. Wie sollen sich die Betroffenen verhalten? "Man muss es mit Dialog erreichen", erwiderte der Gast. Neue Anlagen seien zwar größer, hätten aber einen höheren Wirkungsgrad. Der Schattenwurf derartiger Anlagen sei anders. "Wenn wir in der Technik führend sein wollen, dann muss man sie auch im eigenen Land installieren", sagte Eckhoff. Danach übertönte das Klappern des Geschirrs seine Worte.

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