Wahlentscheidung

Neuer Bürgermeister für Ottersberg steht fest

Tim Willy Weber wird neuer Bürgermeister in Ottersberg. Der 48-Jährige, Mitglied der Freien Grünen Bürgerliste Ottersberg, setzte sich gegen Reiner Sterna von der CDU durch.
28.04.2020, 17:24
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Von Lars Köppler und André Fesser

Ottersberg. Der neue Bürgermeister für den Flecken Ottersberg steht fest. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen hatte Tim Willy Weber (Freie Grüne Bürgerliste Ottersberg) am Sonntag die besseren Karten. Der FGBO-Politiker entschied das Duell mit Reiner Sterna (CDU) in der von der Corona-Krise beeinflussten Wahl mit knapper Mehrheit für sich. Auf den 48-jährigen Weber entfielen nach der Auszählung in der Aula der Wümmeschule 51,56 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Weber wird damit ab dem 1. Juli als neuer Chef ins Rathaus einziehen und den bisherigen Amtsinhaber Horst Hofmann (CDU) nach fast 14 Jahren ablösen. „Ich bin sehr dankbar und muss das jetzt erstmal sacken lassen. Es war spürbar gewesen, dass es keine klare Kiste wird“, sagte Weber erfreut, aber auch geschafft. Seinen Konkurrenten lobte er zudem für einen fairen Wahlwettbewerb, in dem er „viel Wertschätzung erfahren“ habe.

Weber will die kommenden Wochen bis zu seinem Amtsantritt nutzen, um sich durch zahlreiche Gespräche – unter anderem mit den Ratsfraktionen – auf das Amt vorzubereiten und seine Wahl-Kampagne in Ruhe detailliert auszuwerten. „Ich werde vor allem zuhören und lesen“, sagt Weber, dessen Wahl zum Bürgermeister aber auch eine andere Konsequenz mit sich bringt. Um Interessenskonflikte zu vermeiden, wird der 48-Jährige seine Geschäftsführer-Tätigkeit beim Verein Mehr Demokratie „so bald wie möglich“, spätestens aber zum 30. Juni, in andere Hände geben.

Reiner Sterna (CDU) hat seine knappe Wahlniederlage derweil gut verdaut und im Anschluss schon wieder Zuversicht und Tatkraft versprüht. „Wenn man zu einer Wahl antritt, muss man damit rechnen, dass man verlieren kann“, nimmt der Christdemokrat das knappe Scheitern sportlich. Ihm fehlten bei rund 6700 gewerteten Wahlbriefen nur 212 Stimmen zum Sieg. Auch Sterna will seinen Wahlkampf aufarbeiten, um mögliche Schwachpunkte ausfindig zu machen. Allerdings gestalte sich dies schwierig. „Leider gibt es keine Auszählung für die einzelnen Ortschaften“, bedauert Sterna das Fehlen eines wichtigen Kriteriums für seine Analyse.

Natürlich sei er etwas traurig, aber bei diesem Ergebnis müsse man sich nicht schämen, betont Reiner Sterna, der nun verstärkt das Augenmerk auf seinen Arbeitgeber legen und sich zudem am Generationswechsel innerhalb der CDU beteiligen möchte. Denn, soviel steht für ihn fest, eine erneute Kandidatur als Bürgermeister des Fleckens Ottersberg schließt Sterna aus. „Ich bin dann 62 Jahre und damit zu alt. Es geht jetzt darum, einen Jüngeren aufzubauen.“

Auch zwei Tage nach der Bürgermeisterwahl in Ottersberg war die Erleichterung über den gelungenen Ablauf der reinen Briefwahl beim noch amtierenden Bürgermeister Horst Hofmann (CDU) und seinem Team groß. „Meine Kolleginnen und Kollegen, die die Wahl vorzubereiten hatten und alle Schritte im Voraus bedenken mussten, haben da ganze Arbeit gemacht. So konnten wir am Sonntag aufgrund dieser guten Vorbereitung die über 7000 Wahlbriefe, von denen viele auch noch im Laufe des Tages eingegangen sind, öffnen, prüfen und den Stimmzettelumschlag entnehmen“, resümiert Hofmann und spricht seiner Mannschaft ein großes Lob aus.

Seinem Nachfolger Tim Willy Weber wünscht Hofmann eine glückliche Hand und nicht nur so schwierige Situationen wie in der Corona-Krise. Hofmann hatte im November erklärt, seine Amtszeit eineinhalb Jahre früher beenden und nach 14 Jahren als Bürgermeister in den Ruhestand gehen zu wollen.

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