Werke und Installationen von 17 der 300 Bewerber sind bis Ende Januar in der Worpsweder Kunsthalle zu sehen

Neuer Kunstpreis wird Sonntag vergeben

Worpswede. Susanne Böhme-Netzel ist überrascht vom Ergebnis der 17 Künstler, die ihre Werke ab Sonntag in der Worpsweder Kunsthalle zeigen. Über 300 haben sich für den vom Kreis Osterholz neu ins Leben gerufenen Paula-Modersohn-Becker-Kunstpreis beworben. Die 17 Werke in der Kunsthalle sind nominiert für den Hauptpreis und den Nachwuchspreis. Die Namen der Preisträger werden am Sonntag bei der Ausstellungseröffnung um 15 Uhr bekannt gegeben.
20.11.2010, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Cornelia Hagenah

Worpswede. Susanne Böhme-Netzel ist überrascht vom Ergebnis der 17 Künstler, die ihre Werke ab Sonntag in der Worpsweder Kunsthalle zeigen. Über 300 haben sich für den vom Kreis Osterholz neu ins Leben gerufenen Paula-Modersohn-Becker-Kunstpreis beworben. Die 17 Werke in der Kunsthalle sind nominiert für den Hauptpreis und den Nachwuchspreis. Die Namen der Preisträger werden am Sonntag bei der Ausstellungseröffnung um 15 Uhr bekannt gegeben.

Seit einer Woche sind die Künstler dabei, ihre Werke in der Worpsweder Kunsthalle zu installieren. Das Besondere an der von der Kunstwissenschaftlerin Susanne Hinrichs kuratierten Ausstellung ist, dass die Kreativen ihre Installationen zum Teil auf die Raumverhältnisse beziehen und sie in ihr Kunstobjekt integrieren. So sind Eingangsbereich und Shop wie auch Wand- und Deckengestaltung der Ausstellungsräume Teil der künstlerischen Positionen.

Verschwunden sind die Werke der Alten Meister. Stattdessen ist der Betrachter gefordert, sich der jungen, zeitgenössischen Kunst mit allen Sinnen zu widmen. Lediglich eine malerische Arbeit ist dabei, vielfach sind es mediale Arbeiten, Videos, Wand- und Rauminstallationen, die mit Raum-Bildern und fiktiven Realitäten die Wahrnehmung des Betrachters herausfordern. Auch ist der Kunstinteressierte aufgefordert, selbst Hand anzulegen, um eine Klanginstallation in Bewegung zu setzen.

Alle ausstellenden Künstler hatten sich für den vom Landkreis initiierten Paula Modersohn-Becker Kunstpreis beworben und sind nun in die engere Wahl für den neu ausgelobten Kunstpreis gelangt. Der Paula-Modersohn-Becker-Kunstpreis soll im zweijährigen Turnus vergeben werden. Er besteht aus drei Einzelpreisen: Hauptpreis, Nachwuchs- und Sonderpreis. Der Wettbewerb richtet sich an Künstlerinnen und Künstler mit biografischen Bezügen zur Metropolregion Bremen/Oldenburg, an Künstler, die im Kreis Osterholz leben und arbeiten sowie an Nachwuchskünstler unter 28 Jahren. Bis zum 28. Mai hatten die freischaffenden Künstler Zeit, ihre Bewerbungen einzureichen. Eingegangen sind sie aus allen Teilen Deutschlands, aus den USA, Portugal, Luxemburg und Österreich.

Bei knapp 300 Bewerbern hatte die hochkarätige Jury, bestehend aus Professor Wulf Herzogenrath, Direktor der Kunsthalle Bremen, Professor Rainer Stamm, Direktor des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg, und Veronika Olbrich, Leiterin der städtischen Galerie Nordhorn, viel zu sichten. Einen ganzen Tag brauchte die Jury, um die Auswahl auf wenige vielversprechende Künstler zu begrenzen, die jetzt Aussicht auf den mit 7500 Euro dotierten Hauptpreis haben. Ebenso wird unter den 17 Künstlern der Nachwuchspreisträger ermittelt, der die von Karl-Heinz Marg gestiftete Summe von 1000 Euro erhält. Der Sonderpreisträger, dessen Name ebenfalls am Sonntag bekannt gegeben wird, wird mit einer Einzelausstellung im Barkenhoff geehrt und kann mit dem Kauf von Werken durch den Landkreis rechnen.

Wie der Landrat Jörg Mielke betont, steht der Kunstpreis für die Künstlerpersönlichkeit. Die Kuratorin Susanne Hinrichs ergänzt: "Auch Paula Modersohn-Becker musste sich gegen Widerstände durchsetzen. Der Preis sucht ähnlich starke Persönlichkeiten, die sich eigenständig entwickeln." In die Endauswahl für den Haupt- preis und den Nachwuchspreis kamen Sibylle Springer, Ralf Tekaat, Cordula Prieser, Marina Steinacker, Susanne Katharina Willand, Malte Schweiger, Christian Helwing, Christian Haake, Patricia Lambertus, Alexander Steig, Astrid Nippoldt, Franziska C. Metzger, Ins A Kromminga, Walter Zurborg, Johann Büsen und Harald Falkenhagen.

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag um 15 Uhr in der Worpsweder Kunsthalle an der Bergstraße 17. Dabei werden die Namen der Preisträger des Haupt- und des Nachwuchspreises bekanntgegeben. Bis zum 30. Januar 2011 ist die Schau in der Zeit von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen.

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