Lilienthaler Bürgerstiftung Neuer Name für altes Gebäude

Lilienthal. Als die Bürgerstiftung Lilienthal vor sieben Jahren ins Leben gerufen wurde, gab es zwar jede Menge Engagement und ganz konkrete Ziele. Was dagegen fehlte, waren geeignete Räumlichkeiten, wo man die vielen Ideen auch umsetzen konnte.
03.01.2010, 18:52
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus-Dieter Pfaff

Lilienthal. Als die Bürgerstiftung Lilienthal vor sieben Jahren ins Leben gerufen wurde, gab es zwar jede Menge Engagement und ganz konkrete Ziele. Was dagegen fehlte, waren geeignete Räumlichkeiten, wo man die vielen Ideen auch umsetzen konnte. Das änderte sich erst am 1. Oktober 2007: Der Lilienthaler Unternehmer Conrad Naber schenkte der Stiftung das Haus in der Klosterstraße 23 - vis-a-vis vom Rathaus - zum fünften Geburtstag. Und genau das soll nie in Vergessenheit geraten - darin ist sich der Stiftungsvorstand einig und plant, dem Haus der Bürgerstiftung einen Namen zu geben: Conrad-Naber-Haus.

Und diese Taufe wollen Christa Kolster-Bechmann, Lübbo Schmidt und Peter Traeger nicht auf die lange Bank schieben. Ganz im Gegenteil - schon am kommenden Freitag, 8. Januar, soll die Namensgebung im Rahmen einer Feierstunde vollzogen werden.

Natürlich in Anwesenheit des Sponsors, der in Lilienthal seine Großzügigkeit in den vergangenen Jahren immer wieder an ganz verschiedenen Stellen unter Beweis gestellt hat. Conrad Naber, Gründer der Firma Naberterm, hatte sich 2007 ganz spontan für eine Schenkung an die Bürgerstiftung entschieden, weil er voll und ganz die Ziele der Stiftung 'Bürger helfen Bürgern' unterstützen möchte. Besonders überzeugte ihn die Arbeit mit Kindern.

'In großer Weitsicht für Lösungsmöglichkeiten eines der größten Probleme unseres Jahrhunderts, nämlich der Bildung, hat Conrad Naber dieses Haus insbesondere der Arbeit mit Kindern zugedacht', unterstreicht Christa Kolster-Bechmann, Vorsitzende der Stiftung. 'Bildung ist der Weg aus der Armut - auch aus der Kinderarmut.' Im Gespräch mit dem Unternehmer habe dieser ihr mehrfach erklärt, dass auch er davon überzeugt sei, dass man sich selbst und auch der Gesellschaft helfe, wenn man Kinder auf ihrem Weg in die Zukunft unterstütze. Dafür müsse man die Kinder so früh wie eben möglich erreichen. Inzwischen konnte das Gebäude in einigen Bereichen von Grund auf saniert werden. Und auch hierbei habe Naber die Stiftung finanziell unterstützt, lobt Kolster-Bechmann. 'Dafür gebührt ihm unser tiefer Dank', bestätigen Lübbo Schmidt und Peter Traeger, die zum amtierenden Vorstand gehören. 'Hier können die Kinder unter fachkundiger Anleitung von vielen ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern

experimentieren. Sie können werkeln, sich künstlerisch betätigen, ja, die Angebote sollten grenzenlos sein, wenn es um die Neugier und Wissbegierde von Kindern geht.' Inzwischen kämen auch viele Mädchen und Jungen in die außerschulische Lernbetreuung, 'damit sie eine ihrer Begabung entsprechende Schullaufbahn schaffen können. Wir von der Bürgerstiftung wissen: Wir müssen viel für die Bildung von Kindern tun, damit unsere Gesellschaft in diesem Jahrhundert gute Zukunftschancen hat', sagt Kolster-Bechmann.

Das künftige Conrad-Naber-Haus, das nach den Plänen von Heinrich Vogeler für den damaligen Besitzer der Lilienthaler Klostermühle, Diedrich Maaß, erbaut worden war und in dem über viele Jahre auch die Lilienthaler Ordnungshüter ihr Domizil hatten, gehört zu den Bauten im historischen Ortskern und soll mittelfristig wieder sein ursprüngliches Aussehen erhalten.

Damit konnte ein sichtbares Stück Geschichte dauerhaft gerettet werden, freut sich auch Bürgermeister Willy Hollatz, der das Haus quasi täglich persönlich vor Augen hat. Er kann nämlich von seinem Schreibtisch aus auf das Conrad-Naber- Haus schauen. Auch aus der Sicht von Politik und Verwaltung sei diese Schenkung ein wahrer Segen gewesen, denn schließlich gehöre das Gebäude zur Geschichte des ehemaligen Klosterortes. Man hoffe, dass die Pläne der Bürgerstiftung durch möglichst viele Spenden umgesetzt werden könnten, betont der Bürgermeister.

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