Unternehmen rettet Kunstwerk von Wolf E. Schultz durch Bronze-Abguss vor Verfall / Weitere „Retter“ gesucht

Neuer Standort für einen alten Bekannten

Eine Skulptur von Wolf E. Schultz ist durch die Initiative eines Huder Unternehmens vor dem Verfall bewahrt worden. Der Kopf mit dem Namen „Erfinder des Bettes“ steht jetzt als Bronze-Abguss vor dem neuen Firmengebäude der K&O Steuerberatungsgesellschaft an der Langenberger Straße. Der geschäftsführende Gesellschafter Andreas Otte hat sieben weitere Arbeiten des Bildhauers in dem neuen Gebäude ausgestellt.
20.08.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Antje Rickmeier
Neuer Standort für einen alten Bekannten

Neuer Standort für das Kunstwerk „Erfinder des Bettes“: Wolf E. Schultz, Andreas Otte (rechts) und seine Auszubildenden Vanessa Sophie Würdemann (links) und Marieke Fischer enthüllten den Bronze-Abguss einer Skulptur, die bisher im Huder Ortskern stand.

Antje Rickmeier

Eine Skulptur von Wolf E. Schultz ist durch die Initiative eines Huder Unternehmens vor dem Verfall bewahrt worden. Der Kopf mit dem Namen „Erfinder des Bettes“ steht jetzt als Bronze-Abguss vor dem neuen Firmengebäude der K&O Steuerberatungsgesellschaft an der Langenberger Straße. Der geschäftsführende Gesellschafter Andreas Otte hat sieben weitere Arbeiten des Bildhauers in dem neuen Gebäude ausgestellt.

Die Skulpturen von Wolf E. Schultz prägen das Huder Ortsbild. Doch Wind und Wetter setzen den Arbeiten aus Eichenholz zu. Auch an dem Kopf, der nahe der Kreuzung von Park- und Königstraße stand, gingen die vergangenen Jahrzehnte nicht spurlos vorbei. Das Holz war morsch und zum Teil bereits herausgebrochen. Ein Huder Unternehmen rettete das Kunstwerk jetzt vor dem Verfall: Die K&O Steuerberatungsgesellschaft finanzierte den Abguss in Bronze, so dass das Kunstwerk jetzt im wahrsten Sinne des Wortes in neuem Glanz erstrahlt. Allerdings nicht mehr an seinem alten Standort. Die Arbeit mit dem Namen „Erfinder des Bettes“ steht jetzt vor dem neuen Firmensitz der Steuerberatungsgesellschaft an der Langenberger Straße.

Als Dauerleihgabe von Wolf E. Schultz hatte der Kopf mehr als 30 Jahre lang seinen Platz im Huder Ortskern. Die Idee für den Mann mit dem lächelnden Gesicht entstand durch einen Ausspruch von Schultz’ Frau. Sie habe gesagt, dass man dem Erfinder des Bettes ein Denkmal setzen müsse, berichtet Peter Paul Plambeck, Repräsentant des Huder Bildhauers. Daraufhin habe Schultz die Idee für einen Mann gehabt, der aus Freude über seine eigene Erfindung das Bett nicht mehr verließ und sich die Ohren ablag. „Wer genau hinsieht, wird die Ohren tatsächlich vermissen“, teilt Plambeck mit.

Hinsehen lohnt sich auch im neuen Gebäude an der Langenberger Straße. Denn während die Bronze-Skulptur gleich neben dem Eingang steht, finden sich sieben weitere Arbeiten von Schultz in verschiedenen Räumen. „Viele unserer Kunden und Mandanten von auswärts kommen zum ersten Mal mit der Kunst von Herrn Schultz in Kontakt und fragen häufig interessiert nach“, sagte Andreas Otte, geschäftsführender Gesellschafter der K&O Steuerberatungsgesellschaft. So seien bereits interessante Diskussionen zustande gekommen. Sechs der Kunstwerke sind Leihgaben des Bildhauers.

Die Idee, Schultz bei der Suche nach einem neuen Platz für seine Arbeiten zu unterstützen, entstand vor etwa einem Jahr. Damals musste der Huder Künstler das Skulpturenhaus an der Mühlenstraße verlassen. „Wir haben miteinander geredet und überlegt, welche Lösung es gibt“, sagte Otte. Zwar sind nun einige der Werke in seinem Firmensitz untergekommen, andere benötigen jedoch noch eine neue Heimat. Doch auch für diese zeichnet sich nach Auskunft von Plambeck eine Lösung ab. Denn er und Schultz sind im Gespräch mit Jens Burgdorf von der Klosterschänke. Möglicherweise könnte die Kegelbahn zum Ausstellungsort für die Bildhauerarbeiten werden. Eine Lösung, die dem Künstler und seinem Repräsentanten gut gefallen würde: „Wir rücken näher an das kulturelle Herz von Hude heran“, betonte Plambeck. Im Klosterbezirk könnten auch Arbeiten gezeigt werden, die die Öffentlichkeit bisher noch nicht gesehen habe. Denn der Bildhauer ist zwar offiziell im Ruhestand, hat seine künstlerische Tätigkeit aber noch nicht aufgegeben. „Ich arbeite nicht mehr wie ein Besessener“, sagte Schultz. Der Druck sei zwar weg, ein aktuelles Projekt gebe es aber trotzdem: kleine Figuren aus Ebenholz. Die nun verfügbare Zeit nutzt Schultz, um einem „Herzenswunsch“ nachzugehen. Er sei nun zur Fotografie zurückgekehrt.

Unterdessen nagt auch an anderen Skulpturen von Wolf E. Schultz der Zahn der Zeit – zum Beispiel an den Kunstwerken, die am Skulpturenufer stehen. Der Künstler und sein Repräsentant hoffen, dass sich auch für den Erhalt dieser Werke private Interessenten finden. Durch privates Engagement könne Kunst weiterhin im öffentlichen Raum gehalten werden, sagte Plambeck. Die Initiative der Steuerberatungsgesellschaft sei ein gutes Beispiel dafür.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+