Neues Angebot an Schulträger Neues Modell der zusammengefassten "Haupt- und Realschule" vorgestellt

Lilienthal. Am 22. Januar hat das Kultusministerium den Antrag auf Gründung einer gemeinsamen Integrierten Gesamtschule (IGS) für die Gemeinden Grasberg, Lilienthal und Worpswede abgelehnt.
29.01.2010, 18:40
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Neues Modell der zusammengefassten
Von Undine Zeidler

Lilienthal. Am 22. Januar hat das Kultusministerium den Antrag auf Gründung einer gemeinsamen Integrierten Gesamtschule (IGS) für die Gemeinden Grasberg, Lilienthal und Worpswede abgelehnt. Ein Modell, das vom Elternwillen und dem Streben der Schulträger getragen war, alle drei Schulstandorte bei sinkenden Hauptschulanmeldungen zu erhalten. (wir berichteten). Bereits vor dieser Absage legte das Kultusministerium am 12. Januar einen Änderungsentwurf zum Erlass 'Die Arbeit in der Hauptschule' vor. Dieser regelt auch die Arbeit in der 'zusammengefassten Haupt- und Realschule'.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Karl-Ludwig von Danwitz und der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Miesner stellen sich diese Schulform als eine Möglichkeit für die Gemeinden des Ostkreises vor. Sie soll laut Miesner und von Danwitz Standorte sichern und gleichzeitig flexibel sein. Ihr Kern ist das gemeinsame Lernen von Haupt- und Realschülern im Kurssystem, ähnlich dem einer IGS, allerdings ohne gymnasiale Kurse. Dies ermögliche 'begabungsgerechten Unterricht' und eine erhöhte Durchlässigkeit zum Gymnasium, welches in seiner Leistungsfähigkeit erhalten bliebe, so Miesner. Dessen vielfältiges Unterrichtsangebot sahen von Danwitz und er gefährdet, wenn bei sinkenden Schülerzahlen IGS und Gymnasium nebeneinander bestünden.

Politiker haben gerechnet

Miesner argumentierte mit einer Beispielrechnung für den Ostkreis. 2009 wurden danach in den Gemeinden Grasberg, Lilienthal und Worpswede 237 Kinder geboren. Davon besuchen laut Miesners Rechnung im Jahr 2018/19 in Grasberg 25 Schüler, in Worpswede 27 Schüler und in Lilienthal 66 Schüler die 'zusammengefasste Haupt- und Realschule'. Von Danwitz erwartet nach eigener Aussage durch Schülerbewegungen wie Zuzüge oder die Integration von Förderschülern für Grasberg und Worpswede auch in knapp zehn Jahren noch genügend Kinder für zwei Klassen pro Jahrgang.

Für das Gymnasium plante Miesner 66 Kinder in vier bis fünf Klassen pro Jahrgang ein. Damit seien alle Schulstandorte gesichert, stellte er zufrieden fest. Entgegen der für Grasberg, Worpswede und Lilienthal beantragten IGS - für die als Ablehnungsgrund die fehlende Fünfzügigkeit an allen drei Standorten genannt wurde - gilt für 'zusammengefasste Haupt- und Realschulen' eine Dreizügigkeit als Gründungsvoraussetzung. Zweizügig sei auch möglich, sagte von Danwitz.

Die 'zusammengefasste Haupt- und Realschule' sieht laut Erlass vor, dass in der fünften bis achten Klasse Haupt- und Realschüler in der jeweiligen Klassenstufe gemeinsam lernen - ausgenommen sind Deutsch, Mathematik und die erste Fremdsprache. Da soll nach dem Kurssystem nach Haupt- und Realschulanforderungen unterrichtet werden. Unterrichtsgrundlage für den gemeinsamen Unterricht bleiben gemäß Erlass zudem die schulspezifischen Lehrpläne für Haupt- und Realschule, wonach auch die Leistungen der Schüler beurteilt werden sollen. Ab der neunten Klasse wird getrennt nach dem Haupt- und Realschulzweig unterrichtet. Ein großer Schwerpunkt solle dabei die Hilfe bei der Berufsfindung sein, sagte von Danwitz, dies erfolge durch mehr Praxistage als bisher in den achten bis zehnten Klassen.

Als mögliche Abschlüsse der zusammengefassten Haupt- und Realschule nannte er: Hauptschulabschluss nach Klasse neun, Hauptschulabschluss nach Klasse zehn, Realschulabschluss und qualifizierter Realschulabschluss. Letzterer hat für ihn 'top Niveau', und das schätze auch die Wirtschaft immer mehr.

Berufsausbildung, Berufliches Gymnasium oder Gymnasium seien die Wege, die den Schülern danach offen stehen. Durch das gemeinsame Lernen erhofft sich von Danwitz, dass durch A- und B-Kurse für Hauptschüler ein Anreiz entstehe, den Realschulabschluss abzulegen. Durch Binnendifferenzierung und individuelle Förderung in den Klassen sollen sie dabei unterstütz werden.

Um den Lehrern dies zu ermöglichen, ist für die zusammengefasste Haupt- und Realschule laut von Danwitz eine maximale Klassengröße von 28 Schülern geplant. Das sind vier Schüler weniger als in einer Realschulklasse. 'Die zusammengefasste Haupt- und Realschule ist ein landesweit freiwilliges Angebot an die Schulträger - Landkreise oder Gemeinden', sagten Miesner und von Danwitz.

Ab 1. März können Schulträger ihre Anträge an die Landesschulbehörde stellen, so dass die Form ab August in den Schulen aufsteigend eingeführt werden könne. Nach dem Willen der Landesregierung sollen auf diese Weise laut von Danwitz 'viele kleine Schulstandorte landesweit erhalten werden'. Die seien Standortfaktoren. 'Ein Ort ohne Schule, da ist nicht mehr viel', sagte er.

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