1550 Quadratmeter

Neues Oberstufenhaus für Integrierte Gesamtschule in Lilienthal

Die Integrierte Gesamtschule in Lilienthal bekommt ein Oberstufenhaus. Vier Millionen Euro investiert der Landkreis in den Neubau. 1550 Quadratmeter Lernraum entstehen.
24.01.2019, 17:38
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Neues Oberstufenhaus für Integrierte Gesamtschule in Lilienthal
Von Silke Looden
Neues Oberstufenhaus für Integrierte Gesamtschule in Lilienthal

Die Bauarbeiten für das neue Oberstufenhaus sind im Zeitplan. In diesen Tagen aber liegt die Baustelle bei frostigen Temperaturen im Winterschlaf.

Christian Kosak

Schulleiterin Karina Kögel-Renken steht vor der Baustelle und stellt sich vor, wie schön das neue Oberstufenhaus werden wird. Noch ist von den vier Klassenräumen und den offenen Lernbereichen auf zwei Etagen nicht viel zu erkennen, doch schon im Herbst soll der erste zwölfte Jahrgang einziehen. Farbenfroh soll es werden, das neue Gebäude. „Als Zeichen für die gelebte Vielfalt in der Gesamtschule“, sagt die Schulleiterin. „Ein Beitrag zur Vielfalt unserer Schullandschaft“ meint Heike Schumacher. Die Dezernentin des Landkreises Osterholz hat die Patenschaft für den ersten Oberstufenjahrgang an der IGS Lilienthal übernommen.

Im August ging die neue Oberstufe an den Start. Noch müssen sich die aktuell 64 Schülerinnen und Schüler der ersten drei elften Klassen an der IGS den Platz mit anderen im alten Gebäude teilen, aber schon im nächsten Schuljahr bekommt die Oberstufe ihr eigenes Haus. Dann werden die heutigen Elftklässler im zwölften Jahrgang und damit in der Qualifikationsphase für das erste Abitur an der IGS Lilienthal sein. Künftig sollen die elften Klassen dann im ehemaligen Kindergarten „Schatzkiste“ gleich nebenan unterrichtet werden. Der Umbau ist bereits in vollem Gange.

Vier Millionen Euro lässt sich der Landkreis das 1550 Quadratmeter große Oberstufenhaus samt Außenanlagen kosten. Weitere 1,5 Millionen Euro wurden bereits für den Erwerb des Kita-Gebäudes und der Grundstücksanteile ausgegeben. Der Neubau soll den aktuellen pädagogischen Anforderungen entsprechen. So sind beispielsweise neben den vier Klassenräumen offene Lernbereiche vorgesehen. Das entspricht dem Prinzip des selbstständigen Lernens in kleinen Gruppen, das sich die IGS zu eigen gemacht hat. „Frontalunterricht war gestern. Heute geht es um individuelle Lernwege“, erklärt Kögel-Renken.

Schülersprecher Joschua Helvogt war bei den Planungen zur Oberstufe dabei. Er freut sich, dass die Schülerschaft ihre Ideen einbringen konnte. „Wir wollten ein eigenes, abschließbares Fach für jeden Schüler und WLAN im ganzen Haus“, erzählt der 17-Jährige. Schließlich verlangt die Schule von den Schülern, dass sie ihr eigenes mobiles Endgerät zum Unterricht mitbringen. „Das müssen wir dann auch wegschließen können“, erklärt Helvogt. Und eine neue Schule ohne WLAN ist für Schülersprecherin Kristin Rohdenburg schlicht nicht vorstellbar.

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Aktuell schaffen zwei von drei IGS-Schülern den erweiterten Realschulabschluss. Davon wiederum 61 Prozent sind nun im ersten Oberstufenjahrgang. Die 64 Schülerinnen und Schüler werden in drei Klassen unterrichtet. Die kleinen Klassen sind „ideale Startbedingungen in der Einführungsphase“, freut sich Oberstufenkoordinator David Niemann. Er berät die Teenager auch bei der Profilwahl. Drei Profile bietet die IGS an: Sprachen, Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften.

„Die Nachfrage steigt“, sagt Schulleiterin Kögel-Renken. 63 Anmeldungen liegen bereits für den nächsten Jahrgang vor. Dabei sieht sie sich nicht in Konkurrenz zu anderen Schulen wie dem Lilienthaler Gymnasium. „Wir sehen uns als Kooperationspartner.“ So haben die beiden Schulen verabredet, dass sie auch gemeinsame Kurse in der Qualifikationsphase anbieten, um ein möglichst großes Fächerspektrum abzudecken. Am Ende geht es für die Gesamtschulleiterin vor allem darum, dass jedes Kind seinen individuellen Lernweg findet, ganz gleich, wo es seinen Abschluss am Ende macht.

In vier Wochen läuft die Anmeldefrist für den nächsten Oberstufenjahrgang an der IGS ab. Der Oberstufenkoordinator informiert die Schülerinnen und Schüler, für die ein Übergang an die Oberstufe infrage kommt. Er steht auch interessierten Eltern Rede und Antwort. Gern stellt er die Vorzüge der neuen Oberstufe vor: „Wir arbeiten schon in der Unterstufe mit dem Tischgruppenkonzept. Diese Form der Teambildung verfolgen wir in der Oberstufe weiter. Das ist eine gute Vorbereitung auf die Teamarbeit im Beruf.“ Das Tutorensystem wiederum stelle sicher, dass jeder Schüler, jede Schülerin einen Ansprechpartner, eine Ansprechpartnerin hat, wenn es hier oder da mal hakt.

„Es ist ein guter Mix aus fordern und fördern“, meint Niemann. Gefordert sind die Schüler beispielsweise bei Wettbewerben wie „Jugend forscht“ oder „Jugend debattiert“. Im Seminarfach bereiten sie sich schon in der Oberstufe auf das wissenschaftliche Arbeiten im Studium vor. Besonders ist auch das Studienbuch der IGS, das ungleich mehr Informationen enthält als ein gewöhnliches Studienbuch, eine Art Schultagebuch, ein Logbuch durch die Oberstufe.

Nähere Informationen zur Oberstufe an der IGS unter www.igs-lilienthal.de.

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