Worpsweder wollen Zeichen setzen 'Nicht mehr meine Kirche'

Worpswede. Die Entscheidung der Landeskirche, den Kirchenvorstand in Worpswede nicht aufzulösen, hat bei ehemaligen Mitarbeitern des Jugendheims Scheune Bitterkeit ausgelöst. 'Wenn Kirche so gelebt wird, dann ist das nicht mehr meine Kirche', sagt Oliver Helvogt. Er will austreten und weiß, dass andere genauso denken. Sie wollen Zeichen setzen. Einige spielen nach seinen Worten mit dem Gedanken, sich der benachbarten Kirchengemeinde in Grasberg anzuschließen.
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Von Michael Wilke

Worpswede. Die Entscheidung der Landeskirche, den Kirchenvorstand in Worpswede nicht aufzulösen, hat bei ehemaligen Mitarbeitern des Jugendheims Scheune Bitterkeit ausgelöst. 'Wenn Kirche so gelebt wird, dann ist das nicht mehr meine Kirche', sagt Oliver Helvogt. Er will austreten und weiß, dass andere genauso denken. Sie wollen Zeichen setzen. Einige spielen nach seinen Worten mit dem Gedanken, sich der benachbarten Kirchengemeinde in Grasberg anzuschließen.

Wie berichtet, hat der Vorsitzende des Kirchenkreistags, Eckart Richter, das Landeskirchenamt im Dezember 2009 aufgefordert, den Kirchenvorstand im Künstlerdorf aufzulösen und das auch mit Mobbing gegenüber kirchlichen Mitarbeitern begründet. Auslöser des Konflikts war der Versuch des Kirchenvorstands, eine freiwerdende halbe Diakonenstelle in eine halbe Pastorenstelle umzuwandeln. Der von beiden Seiten erbittert ausgetragene Streit eskalierte; bald ging es nicht mehr nur um Jugendarbeit, sondern auch um den Umgang des Vorstands mit seinen Mitarbeitern.

Die Landeskirche beanstandete zwar Pflichtverletzungen der Kirchenoberen im Arbeitsrecht, lehnte ihre Absetzung jedoch als unverhältnismäßig ab. Für den langjährigen Mitarbeiter der Scheune, Benjamin Bild, ist das Kapitel abgehakt. Er wurde im Januar nach kritischen und abfälligen Äußerungen, die im Chinarestaurant mitgehört und anschließend protokolliert wurden, vom ehrenamtlichen Dienst suspendiert. Bild hat den Vorsitz im Jugendkonvent der Scheune niedergelegt und arbeitet jetzt im evangelischen Jugendheim Falkenberg im benachbarten Lilienthal mit.

Annalena Kiekhöfer leitet den Konvent nun kommissarisch. Die 18-Jährige akzeptiert die Entscheidung der Landeskirche. 'Der Kirchenvorstand hat eine zweite Chance verdient', sagt sie. 'Es wird Zeit, dass auf dem Kirchberg endlich Ruhe einkehrt.' Auch von Seiten der Jugendlichen habe es 'viel Streit' gegeben, sagt Kiekhöfer. 'Beide Parteien sind nicht gerade unschuldig an dem, was passiert ist.'

Benjamin Meyer (25) und Julian Brünjes (18) haben auf die Auflösung des Vorstands gehofft. Sie sind enttäuscht, denken aber nicht an Kirchenaustritt. Meyer blickt voraus auf die Kirchenvorstandswahl im Frühjahr 2012. Dann will er den Konflikt nochmal in den Blick rücken.

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