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Demonstration gegen AfD-Frühlingsfest
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Bunter und friedlicher Protest in Ritterhude

Klaus Grunewald 16.03.2019 3 Kommentare

Gegen das Frühlingsfest der AfD in Ritterhude gingen CDemonstranten bunt gekleidet auf die Straße.
Gegen das Frühlingsfest der AfD in Ritterhude gingen CDemonstranten bunt gekleidet auf die Straße. (Christian Kosak)

Bunter Protest unter grau verhangenem Himmel: Rund 400 Teilnehmer demonstrierten am Sonnabend in Ritterhude mit farbigen Schirmen und farbiger Kleidung gegen die „Alternative für Deutschland“ (AfD) und deren nach ihrer Ansicht „rechtspopulistische und menschenverachtende Politik“. Die Partei feierte im Hamme-Forum ein Frühlingsfest mit der Bundestagsabgeordneten Alice Weidel als „Stargast“.

Zu Demonstrationsmärschen vom Bahnhof Ritterhude bis zum zwei Kilometer entfernten Veranstaltungszentrum und anschließender Kundgebung hatten die Jungsozialisten im Kreis Osterholz, die Osterholzer Grünen sowie das Bremer Bündnis gegen Rechts unter dem Motto „Wir sind eine bunte Gesellschaft“ aufgerufen.

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Alles sei ausgesprochen friedlich abgelaufen, teilte die Pressesprecherin der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, Imke Burhop, auf Anfrage mit. Die Beamten hätten lediglich zwei Eierwürfe in Richtung Hamme-Forum registriert.

Das Ritterhuder Veranstaltungszentrum war von starken Polizeikräften nahezu hermetisch gesichert worden. Absperrgitter und strenge Kontrollen ließen keinen Zugang von unerwünschten oder nicht angemeldeten Personen zu. Und auch die beiden Demons­trationszüge des Bremer Bündnisses sowie der Jusos und der Grünen vom Bahnhof durch die Riesstraße zum Hamme-Forum wurden von Polizeikräften begleitet.

Ein klares Zeichen gegen die AfD

„Wir wollten ein klares Zeichen gegen die AfD und für gesellschaftliche Toleranz setzen; das ist uns gelungen“, sagte der Osterholzer Juso-Vorsitzende Malte Wintjen. Dem stimmte der Osterholzer Grünen-Kreisvorsitzende Wolfgang Goltsche zu und fügte an: „Spaltung, Missgunst und Zwietracht aller rechten politischen Bestrebungen gefährden die nationale und europäische Zukunft.“

Redner des Bremer Bündnisses gegen Rechts geißelten vor allem die „AfD-Hetze gegen Geflüchtete und Muslime“. Drinnen im Saal verfolgten rund 300 Mitglieder und Interessierte den Auftakt zum Europawahlkampf der AfD Niedersachsen. Hatte sich die Partei vor zwei Jahren den Auftritt der damaligen Parteichefin Frauke Petry noch gerichtlich erstreiten müssen, so lief mit der Buchung des Veranstaltungszentrums dieses Mal alles reibungslos.

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Der Vorsitzende des Kreisverbands Osterholz/Verden, Thorben Freese, stellte dies mit einiger Genugtuung fest. Gerichtlich vorgehen will Freese auch gegen die Aufnahme seines Facebook-Eintrags in den aktuellen Verfassungsschutzbericht zur Beobachtung der AfD. Der Inlandsgeheimdienst hatte Freeses Veröffentlichung zum Thema Einwanderung eine völkisch-nationalistische Einstellung bescheinigt – die für den AfDler unter die Meinungsfreiheit fällt.

Ihre Meinung zur Nation, deren Souveränität durch die EU bedroht werde, äußerten in der dreistündigen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung neben Alice Weidel zunächst auch die Landespolitiker Dana Guth und Klaus Wichmann.

Weidel: Frankreich und die Nehmerländer haben das Sagen

Während Guth vor allem die Brüsseler Auflagen für Niedersachsens Autobauer, Land- und Forstwirte anprangerte, wertete Wichmann das Vorgehen der Verfassungsschützer als politisch motivierten Einschüchterungsversuch. Dieser reihe sich ein in „ein Riesenbündnis aus Medien, Kirchen, Gewerkschaften und Parteien“. Alice Weidel konzentrierte sich in ihrer Rede über „Europa – Chancen und Risiken“ voll und ganz auf die Risiken, vor allem die der Währungspolitik und vor allem für Deutschland. Sie malte das Bild eines zentralistischen Bundesstaats und einer Transferunion, in der bereits heute Frankreich und die Nehmerländer das Sagen hätten.

Die Geldpolitik der europäischen Zentralbank werde ab dem nächsten Jahr zu Deflation und Hyperinflation, zu Banken-Crashs und einer Pleitewelle führen, prophezeite sie. Die 40-jährige Volks- und Betriebswirtin redete sich in Rage, versuchte eine Erklärung des Zahlungsverkehrssystems Target2 und wich zu Gunsten einer Werbung für ihr neues Buch mehrfach von ihrem Manuskript ab.

„Nur die AfD bietet diesem Irrsinn die Stirn“, so Weidel. Dabei sei die Partei nicht europafeindlich. „Wir lassen uns die Vielfalt und Vitalität der Nationen nicht von blassen Bürokraten kaputtmachen.“ Eine Zuhörer-Nachfrage zu einer möglichen Zusammenarbeit der AfD mit rechtsextremen und rechtspopulistischen Parteien im künftigen Europaparlament verwies Weidel an den Spitzenkandidaten der AfD: „Da müssen Sie Jörg Meuthen fragen.“


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Leserkommentare
Hardy1658 am 23.10.2019 19:37
Super!
flutlicht am 23.10.2019 19:29
Wäre ja ein löblicher Fortschritt. Nur zu!
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