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Funkloch-App geht an den Start - Mobilfunknetz gleicht einem Flickenteppich

Martin Wein 30.10.2018 2 Kommentare

Andreas Scheuer
Andreas Scheuer (Bockwoldt/DPA)

Bis Anfang 2021 sollen mindestens 99 Prozent aller deutschen Haushalte über stabilen Mobilfunkempfang verfügen. Darauf haben sich im Sommer die drei großen Mobilfunkanbieter Telekom, Vodafone und Telefonica mit dem Bundesminister für Infrastruktur, Andreas Scheuer (CSU), geeinigt. Schon bei der letzten Versteigerung von ­Mobilfunklizenzen 2015 hatten die Konzerne eine Abdeckung von 98 Prozent zugesagt. Es mangelte aber an einer wirksamen staatlichen Kontrolle.

Am Dienstag stellte Scheuer in Berlin dazu eine neue Funkloch-App der Bundesnetzagentur vor, die weiße Flecken direkt nach Verlassen der Netzlücke an die Bonner Behörde meldet. Das Programm steht ab sofort im Google Play Store und Apple App Store zum kostenlosen Download bereit. Mit den gewonnenen Daten werde man bei den Unternehmen Abhilfe verlangen, sagt Scheuer. Er findet: „Der Zustand, den wir jetzt haben, ist für eine Wirtschaftsnation untragbar.“

Viele Funklöcher in Niedersachsen

In Niedersachsen dürfte das Programm weitaus öfter anschlagen als von den Netzbetreibern offiziell zugegeben. Schon im Frühjahr hatte hier die Landesregierung Bürger dazu aufgerufen, Orte mit fehlendem Mobilfunknetz auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums zu melden. Innerhalb weniger Wochen hatten sich 8956 Betroffene beschwert. Die Landesregierung identifizierte in der Auswertung der Eingaben 3000 weiße Flecken im Funknetz. Vor allem außerhalb der größeren Städte. Selbst entlang mancher Bahnstrecke gibt es demnach häufig keinen Empfang. Das Ammerland und das südliche Ostfriesland sind offenbar besonders stark betroffen. Die meisten Beschwerden kamen tatsächlich aus den Gemeinden Uplengen im Landkreis Leer, Rastede im Ammerland sowie aus Munster in der Lüneburger Heide.

Wie groß die Funklöcher und die damit unversorgte Fläche jeweils sind, lässt sich aus den Meldungen hingegen nicht ablesen, da diese stets nur für einen einzelnen Standort gelten. Hier kann die neue Funkloch-App Abhilfe schaffen, da sie – einmal eingeschaltet – etwa bei Spaziergängen oder Radtouren im Abstand von 50 Metern die Netzstärke misst und bei Bedarf Alarm schlägt.

Eine Million Fördermittel

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hat den verantwortlichen Unternehmen nach der Auswertung aus Niedersachsen „erhebliche Lücken in der Mobilfunkversorgung“ vorgeworfen und verlangt, die Firmen müssten auch wirtschaftlich unattraktive Flächen bedienen. Analog zur Vereinbarung auf Bundesebene will die Landesregierung in Niedersachsen die netzfreien Flächen bis Ende kommenden Jahres abdecken lassen, notfalls auch mit staatlichen Beihilfen.

Insgesamt hat das Land zum Auf- und Ausbau schneller Netze bis 2022 im Masterplan Digitalisierung eine Million Euro an Fördermitteln vorgesehen. 850 Millionen Euro davon sollen bereits im kommenden Jahr fließen – neben dem Ausbau des von vielen Firmen benötigten schnellen Internets bevorzugt in stabile Mobilfunknetze.

Aus Sicht der Opposition im Landtag liefert die Landesregierung damit keinen ausreichenden Beitrag über die Vereinbarung auf Bundesebene hinaus. Jörg Bode, FDP-Fraktionsvize im Landtag und ehemaliger Wirtschaftsminister, forderte, Niedersachsen möge sich um die fehlenden zwei Prozent kümmern.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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