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Preisverfall plagt Nordzucker - Personalabbau steht an

23.05.2019 0 Kommentare

Der Zuckerhersteller veröffentlicht am 23. Mai in Braunschweig die Jahreszahlen für 2018.
Der Zuckerhersteller veröffentlicht am 23. Mai in Braunschweig die Jahreszahlen für 2018. (Ole Spata/dpa)

Der weltweite Verfall des Zuckerpreises hat die Nordzucker-Gruppe in die roten Zahlen gedrückt und zwingt sie zu einem Sparkurs mit betriebsbedingten Kündigungen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018/2019 (Ende Februar) verzeichnete der Konzern mit Hauptsitz in Braunschweig einen Verlust von 36 Millionen Euro - im Vorjahr hatten in der Bilanz 118 Millionen Euro Gewinn gestanden. Der Umsatz brach um 18 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro ein. Auch für das neue Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit spürbarem Verlust, auch wenn es mittelfristig auf steigende Preise setzt. Eine Dividende soll den Aktionären diesmal nicht ausgeschüttet werden.

Es sei noch in diesem Jahr mit ersten betriebsbedingten Kündigungen zu rechnen, hieß es am Donnerstag vom Management. Sie sollen so sozialverträglich wie möglich ausfallen. Einspareffekte von 65 Millionen Euro seien über einen Zeitraum von drei Jahren angestrebt - 20 Millionen Euro sollen dabei auf die Personalkosten entfallen. Die fünf Werke in Deutschland sollen bestehen bleiben, sofern es keine Verschlechterung des Marktes geben wird. Eine Auslandsverlagerung von Teilbereichen - etwa der Finanzabteilung - werde aber angedacht. Derzeit beschäftigt Nordzucker nach eigenen Angaben 3200 Mitarbeiter an 18 Standorten in Europa.

Ausrichtung als globaler Player 

Die Gruppe soll als globaler Player ausgerichtet werden. Dazu gehören auch weitere Investitionen wie die bereits eingeleitete 70-prozentige Übernahme des zweitgrößten australischen Zuckerherstellers Mackay. Sie soll bis Jahresende abgeschlossen sein und einen Anteil am australischen Markt sowie Zugang zum südostasiatischen Markt sichern. Zudem soll es ein erster Schritt sein bei der außereuropäischen Rohrzuckerproduktion. Die Gruppe verweist auf eine solide Finanzlage und sieht sich mit einer Eigenkapitalquote von 66 Prozent gut aufgestellt.

Im ersten vollen Jahr nach dem Ende der EU-Quotenregelung war die Marktlage allerdings von einer erheblichen Überproduktion innerhalb der EU und auf dem Weltmarkt sowie scharfem Wettbewerb bei historisch niedrigen Preisen geprägt, betonte das Unternehmen. Als Ursache sieht es durch staatliche Subvention geförderte Produktionssteigerungen vor allem in Indien und Thailand. Indien habe sich im Vorjahr zum weltgrößten Zuckerhersteller entwickelt, erklärte Vorstandssprecher Lars Gorissen. Der Weltmarktpreis liege zurzeit bei knapp 300 Euro je Tonne.

Eine Wertminderung der Vorräte schlug bei dem negativen Ergebnis der Gruppe ebenso zu Buche wie eine schwierige Rübenernte. Auch die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) sieht den Zuckerrübenanbau in Deutschland zurzeit stark unter Druck und geht von einem Rückgang der Vertragsfläche etwa 12.000 Hektar auf rund 379.000 Hektar aus. (dpa) 


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