Wetter: Regen, 11 bis 14 °C
Gesunkene Gesamtzahlen
Der Artikel wurde zur Merkliste hinzugefügt.
Die Merkliste finden Sie oben links auf der Seite.

Rückgang politischer Straftaten in Niedersachsen

Peter Mlodoch 06.05.2019 0 Kommentare

Boris Pistorius will weiter gegen extremistische Aktivitäten kämpfen.
Boris Pistorius will weiter gegen extremistische Aktivitäten kämpfen. (Holger Hollemann /dpa)

Die politische motivierte Kriminalität in Niedersachsen ist 2018 in allen Bereichen erneut deutlich gesunken. Die Zahl der Gewalttaten stieg allerdings im Vergleich zum Vorjahr von 166 auf 217 an. Grund hierfür waren laut Polizei vor allem tätliche Auseinandersetzungen zwischen nationalistischen Türken und pro-kurdischen Aktivisten nach der türkischen Militäroffensive auf die nordsyrische Gegend um Afrin. Auch drei Brandanschläge auf Fahrzeuge und einen Kabelschacht an der ICE-Bahnstrecke bei Eschede standen laut Behörden im Zusammenhang mit dem Konflikt in Kurdistan.

Trotz des „erfreulichen Knicks nach unten“ bei den Gesamtzahlen kündigte Innenminister Boris Pistorius (SPD) weiter ein konsequentes Vorgehen gegen Polit-Straftäter an. „Der Rückgang ist für uns keine Beruhigungspille. Die Landesregierung wird im Kampf gegen extremistische Aktivitäten ‒ aus welcher Richtung auch immer ‒ nicht nachlassen.“ So stelle das Landeskriminalamt zur Früherkennung der islamistischen Szene neben Religions- und Internet-Experten jetzt auch vermehrt ­Finanz- Fahnder ein, so der Ressortchef. „Damit können wir Geldströme des Terrorismus’ aufspüren und unterbrechen.“

Mehr zum Thema
Neue Kriminalstatistik: Angst vor Kriminalität steigt - Zahl der Straftaten sinkt
Neue Kriminalstatistik
Angst vor Kriminalität steigt - Zahl der Straftaten sinkt

Die Menschen in Deutschland leben relativ sicher. Dennoch treibt viele die Angst vor dem Verbrechen ...

 mehr »

Insgesamt sank die Zahl der Delikte um 12,5 Prozent auf 2501. Mehr als die Hälfte davon, nämlich 1318, gingen auf das Konto von Tätern mit rechter Gesinnung. Zwei Drittel ihrer Straftaten betrafen sogenannte Propaganda-Delikte wie Volksverhetzung, Zeigen des Hitlergrußes oder Hakenkreuz-Schmierereien. Während sich Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte von 22 auf elf halbierten, nahm die fremdenfeindliche Hass-Kriminalität ‒ etwa durch Drohungen in den sozialen Netzwerken ‒ von 372 auf 419 zu. Die Zahl der rechten Gewalttaten stieg von 48 auf 54. 84 Delikte, meist Beleidigungen und Nötigungen, gab es aus der Szene der selbst ernannten Reichsbürger.

Mit 83 (Vorjahr 84) Delikten stellten Linksextreme erneut den größten Anteil bei den Gewalttaten ‒ darunter vor allem Attacken auf Polizisten, aber auch AfD-Politiker und Neonazis. Insgesamt ging die links motivierte Kriminalität von 591 auf 548 zurück. Wie bei den Rechten stellte die Polizei bei ihnen aber keine Terror-Taten fest. Das war bei den religiös motivierten Delikten anders. Bei 15 von den zumeist islamistischen 46 Taten gab es laut Sicherheitsbehörden einen terroristischen Hintergrund – oft mit Bezug zum Hassprediger Abu Walaa. 2017 waren es 25 Fälle mit Terrorbezug. Von einer Entwarnung sei man noch weit entfernt, meinte der Minister: „Der islamistisch motivierte Terrorismus stellt auch weiterhin eine hohe Gefahr dar.“

Mehr zum Thema
Wohnungseinbrüche in Niedersachsen: Zahl der Einbrüche sinkt weiter - aber wenig verurteilte Täter
Wohnungseinbrüche in Niedersachsen
Zahl der Einbrüche sinkt weiter - aber wenig verurteilte Täter

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Niedersachsen sinkt weiter. In rund einem Fünftel der Fälle ...

 mehr »

Ein Artikel von
Sonderthemen aus der Region
Sonderthemen aus der Region
Sport aus der Region
Sport aus der Region
WESER-KURIER Kundenservice
Anzeige

Ihr Wetter in Bremen
Temperatur: 14 °C / 11 °C
Vormittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regen.png
Nachmittag:
/__wetterkontor/images/wr/50/Regenschauer.png
  Regenwahrscheinlichkeit: 90 %
Leserkommentare
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
aguahorst am 20.10.2019 16:55
In der Nähe von Wilhelmshaven baut man neue Kavernen, um damit Geld zu verdienen. In Bremen will man sie verfüllen und stilllegen.....was passiert ...
Veranstaltungen in der Region