Niedersächsischer Weg

Impulse aus der Teufelsmoor-Region

Mit einem ganzen Maßnahmenpaket soll in Niedersachsen die Artenvielfalt erhöht werden. Das Vorhaben hatte im Vorfeld auch im Landkreis Osterholz breite Unterstützung erfahren.
10.11.2020, 20:00
Lesedauer: 2 Min
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Von André Fesser mit dpa
Impulse aus der Teufelsmoor-Region

Sie hatten in den vergangenen Monaten Unterschriften für den Artenschutz gesammelt (von links): Almut Helvogt, Bündnis90/Die Grünen, Hans Gerhard Kulp, BUND, Bernd Zacharias, Nabu, und Jochen Semken, UWG Worpswede.

Semken

Worpswede/Hannover. Der Landtag in Hannover hat den sogenannten Niedersächsischen Weg für mehr Artenvielfalt und einen Ausgleich zwischen Naturschutz und Landwirtschaft beschlossen. Die zugrunde liegenden Gesetzesänderungen im Naturschutz-, Gewässerschutz- und Waldrecht erhielten die Zustimmung von SPD, CDU, Grünen und der FDP. Auch die AfD-Abgeordneten stimmten bei zwei Enthaltungen mehrheitlich für den von der rot-schwarzen Landesregierung ausgearbeiteten Kompromiss zwischen Umweltschutz und der in Niedersachsen wichtigen Agrarbranche.

Mit dem Maßnahmenpaket, um das Naturschützer und Landwirte-Lobby zuvor monatelang gerungen hatten, soll unter anderem der Gewässerschutz verbessert werden, zudem sind neue Vorgaben zum Schutz von Vögeln und Grünland sowie zum Einsatz von Pestiziden geplant. Landwirte sollen für Naturschutzmaßnahmen eine Entschädigung erhalten. Ein von den Grünen unterstütztes Volksbegehren zur Artenvielfalt wurde von den Initiatoren vor dem Hintergrund der geplanten neuen Naturschutzvorgaben für beendet erklärt.

138 118 Menschen hatten das Volksbegehren in der ersten Phase bis Anfang November unterschrieben, ein Mehrfaches der erforderlichen Zahl. Und die Teufelsmoor-Region war dabei ganz vorne dabei, wie Bernd Zacharias, Vorsitzender des Nabu Worpswede am Dienstag hervorhob. Neben dem Nabu hätten BUND, Grüne und UWG gemeinsam Unterschriften gesammelt und für das Volksbegehren geworben. Allein in Worpswede haben laut Zacharias 735 Bürgerinnen und Bürger unterzeichnet, das seien fast zehn Prozent der Wahlberechtigten. „Die Bevölkerung hat damit ein deutliches Signal an die Politik gesetzt, diesen Weg mitzugehen und mitzugestalten.“

Das Besondere am Niedersächsischen Weg sei, dass sich Vertreter aus Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam an einen Tisch gesetzt und verhandelt haben, so Zacharias. Dadurch bestehe die einmalige Chance, mit vereinten Kräften die Natur zu stärken und eine gesunde Umwelt zu fördern. Dabei würden nicht nur die Landwirte in die Pflicht genommen, auch die niedersächsischen Staatsforsten seien angehalten, die Wälder naturnäher zu bewirtschaften und schützenswerte Teilflächen aus der klassischen Bewirtschaftung herauszunehmen. Zacharias zufolge müsse aber klar sein: „Dies ist erst der Anfang, nicht das Ende des niedersächsischen Weges. Arten- und Naturschutz muss jetzt auch umgesetzt werden.“

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