FDP informiert / Aus für Worpswede? Oberschule soll zur Regel werden

Lilienthal. Kann die Oberschule ein Mittel sein, alle drei Schulen der Sekundarstufe I in Lilienthal, Grasberg und Worpswede zu erhalten? Mit dieser Frage befasste sich die FDP in einer Diskussionsveranstaltung, zu der der Osterholzer Kreisvorsitzende Tim Schardelmann knapp 20 Gäste, nicht nur Parteimitglieder, im Gasthaus Rohdenburg begrüßte. Außerdem war Björn Försterling aus Wolfenbüttel erschienen, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion. Bis zum Jahr 2020 werde es in Niedersachsen 80000 Schüler weniger als heute geben, sagte er; schon jetzt seien 120 Schulen der Sekundarstufe I nur noch einzügig.
25.02.2011, 05:00
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Von Johannes kessels

Lilienthal. Kann die Oberschule ein Mittel sein, alle drei Schulen der Sekundarstufe I in Lilienthal, Grasberg und Worpswede zu erhalten? Mit dieser Frage befasste sich die FDP in einer Diskussionsveranstaltung, zu der der Osterholzer Kreisvorsitzende Tim Schardelmann knapp 20 Gäste, nicht nur Parteimitglieder, im Gasthaus Rohdenburg begrüßte. Außerdem war Björn Försterling aus Wolfenbüttel erschienen, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion. Bis zum Jahr 2020 werde es in Niedersachsen 80000 Schüler weniger als heute geben, sagte er; schon jetzt seien 120 Schulen der Sekundarstufe I nur noch einzügig.

Die Oberschule sei das Modell, das neben dem Gymnasium Regelschule werden solle, wobei es den Haupt- und Realschulen selbst überlassen bleibe, ob sie sich in eine Oberschule umwandeln wollten. Oberschulen sollten mindestens zweizügig betrieben werden mit 22 bis 28 Schülern pro Klasse. Auf Wunsch können sie, wenn sich dafür mindestens 27 Schüler finden, darüber hinaus einen gymnasialen Zweig einrichten, der auch eine Oberstufe bekommen kann. Das Ganztagsangebot werde verbessert, sagte Försterling. An zwei Tagen pro Woche gebe es ein verpflichtendes Angebot, dazu kämen freiwillige Angebote. Dafür werden nach seinen Worten mehr Lehrerstellen geschaffen. Außerdem würden die Oberschulen mit Sozialpädagogen versorgt.

Oberschulen sollten sehr flexibel sein, sagte Försterling. Sie könnten sich organisieren wie eine Integrierte Gesamtschule (IGS), aber auch integrativer arbeiten. Ab Klasse sieben setze eine stärkere Differenzierung ein. Dass aber für Integrierte Gesamtschulen (IGS) eine Fünfzügigkeit, in Ausnahmefällen eine Vierzügigkeit gefordert wird und für Oberschulen nicht, das leuchtete nicht allen Anwesenden ein. Dietrich Frey, FDP-Kreistagsabgeordneter aus Osterholz-Scharmbeck, fragte nach den Unterschieden zwischen Oberschule und IGS. In den Oberschulen gebe es weiter Noten und Zeugnisse, auch die Versetzungsregelung sei wie in den Haupt- und Realschulen, erwiderte der Referent.

Für Heidi Kupsch sind die Schülerzahlen "das A und O": Für den Ostkreis gebe es zwei Alternativen: Entweder eine Oberschule oder eine IGS mit einer Außenstelle. Ein Zuhörer wollte wissen, wie die Lehrer zu dem neuen Modell stünden und wann damit aufgehört werde, dass eine Schulreform die andere jage. "Wenn es nach mir geht, ist das die letzte große Schulstrukturreform", erwiderte Försterling. Einige Lehrerkollegien seien sehr angetan von der Oberschule, andere weniger.

Werner Pfingsten von der Lilienthaler SPD fragte, wie viel Vorbereitungszeit die Schulen hätten. Sie könnten ja erst anfangen zu planen, wenn das Gesetz verabschiedet sei. Das soll laut Försterling aber bereits im März geschehen, so dass die ersten Oberschulen Anfang des nächsten Schuljahres an den Start gehen könnten. Werner Pfingsten hätte lieber eine IGS mit drei Standorten, wie sie in Lilienthal, Grasberg und Worpswede Wunsch der Eltern und Politiker sei. Die Landesregierung sage, das sei nach dem Gesetz nicht möglich. "Ja, dann machen Sie neue Gesetze!", forderte er den FDP-Abgeordneten auf. Für diesen muss eine IGS aber fünfzügig sein, und zwar an einem Standort, da sonst die Differenzierung nicht gewährleistet sei.

Auch mit einer Oberschule als Außenstelle von Grasberg könne der Schulstandort Worpswede nur noch die nächsten zehn Jahre erhalten bleiben, vermutet Tim Schardelmann. "Dann braucht Worpswede an junge Eltern, die überlegen, dorthin zu ziehen, gar nicht erst Prospekte zu verteilen", meinte Holger Lebedinzew, zuständiger Fachbereichsleiter in der Worpsweder Gemeindeverwaltung. Wenn die drei Standorte gegeneinander ausgespielt würden, würden Eltern ihre Kinder lieber an den Gesamtschulen von Hambergen und Tarmstedt anmelden. Tim Schardelmann riet dennoch dazu, eine Oberschule für den Ostkreis "sehr genau ins Auge zu fassen". Man solle alles daran setzen, alle drei Standorte in Lilienthal, Worpswede und Grasberg zu erhalten.

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