Teilnehmer der Special Olympics tragen Fackel nach Bremen

Olympischer Geist hält Einzug in Weyhe

Weyhe. Sambaklänge erfüllten den kleinen Platz vorm Rathaus am Sonnabendvormittag. Die Sambagruppe Delme-Sambistas der Delme Werkstatt in Weyhe spielen, um die Teilnehmer des anschließenden Fackellaufs für die Special Olympics zu motivieren.
13.06.2010, 10:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Dagmar Voss

Weyhe. Sambaklänge erfüllten den kleinen Platz vorm Rathaus am Sonnabendvormittag. Die Sambagruppe Delme-Sambistas der Delme Werkstatt in Weyhe bearbeitete ihre Trommeln und andere Rhythmusinstrumente mit großem Spaß, um die Teilnehmer des anschließenden Fackellaufs für die Special Olympics zu motivieren. Und das schien ihnen gelungen, denn auf allen Gesichtern zeichnete sich schon die Vorfreude auf das sportliche Ereignis ab - ein kleiner Hauch der olympischen Spiele wehte auch durch die Gemeinde.

Die Delme-Sambistas unter der Leitung von Heidi Willer-Rohlfing steckten mit ihren eingängigen Rhythmen die mehr als 50 Anwesenden an, da wurde allenthalben gewippt und gewackelt. Bei dem anstehenden Lauf, den acht Mitarbeiter der Weyher Werkstatt bestreiten wollten, handelte es sich um die letzte Etappe der Fackelüberbringung auf dem Weg von Berlin nach Bremen zu den nationalen Spielen der Special Olympics für Menschen mit Behinderungen. Sieben der Teilnehmer hatten seit dem Frühjahr 2009 dafür trainiert und schon im Herbst am Qualifikationswettbewerb in Hamburg teilgenommen, später kam noch ein weiterer Teilnehmer dazu. In den letzten Wochen hatten sie sich einmal wöchentlich auf das Ereignis vorbereitet.

Um neun Uhr sollte der Fackellauf starten, zuvor begrüßte der stellvertretende Bürgermeister Andreas Bovenschulte die Anwesenden mit dem Hinweis, dass die Gemeinde sich schon immer Integration auf die Fahnen geschrieben habe. 'Wir stehen für Integration, nicht für Selektion - alle Menschen sollten am sozialen Leben teilnehmen können, das gilt hier in Weyhe für Kindergärten, Schulen und soziale Projekte.'

Auch die Vorsitzende des Landesverbandes der Special Olympics, Andrea Liebich, freute sich über die Teilnahme der Delme-Mitarbeiter Robert Burmeister, Martin Cordes, Melanie Evers, Jendrik Landsiedel, Björn Meder, Tim Ossmer-Rottmann, Henner Ott und Tanja Schweermann. Sie wies noch einmal auf das Motto der Spiele hin: 'In jedem steckt ein Held.' Die Flamme der Hoffnung wurde der Fackel übergeben und als erstes von Tanja Schweermann getragen. Mit viel Tamtam, Trötenlärm und bunten Püscheln am Wegesrand machten sich die Sportler dann auf den Weg zum Ziel in Leeste. Während des 2,3 Kilometer langen 'Torch Run' vom Rathaus über die Straße am Weißen Moor und Am Weidufer wechselten die Träger sich ab, jeder musste die Fackel einmal tragen. Begleitet wurden die Läufer von drei Begleitfahrzeugen und einigen Angehörigen per Rad und Auto. Schließlich erreichten sie stolz ihr Ziel, die Delme Werkstatt Am Weidufer. Jendrik Landsiedel, begeistert und schweißüberströmt, meinte zwar, das sei

anstrengend gewesen, aber auf ihn wartete in Bremen noch eine Überraschung. Bei der Werkstatt wurde die Flamme von Robert Burmeister als letztem Läufer in eine kleine Laterne gegeben. So gelangte die Flamme schließlich über die Landesgrenze bis zum Bremer Rathausplatz. Dort erst wurde Jendrik Landsiedel eröffnet, dass ihm die Ehre der Übergabe an Bürgermeister Jens Böhrnsen zukam.

Von Montag bis Donnerstag werden die Sportler bei den Special Olympics in der Leichtathletik mitmachen und hoffentlich so abschneiden, wie sie es sich vorgenommen haben. Aufregend wird es allemal, denn sie werden in dieser Zeit nicht nur in der Jugendherberge übernachten. Auch bei der Abschlussfeier am 18. Juni in der Bremen Arena sind sie dabei. Während der Spiele sind sie aktive Teilnehmer, wenn die mehr als 4500 Mitspieler Talent, Mut und Leidenschaft unter Beweis stellen. Zu den Wettbewerben gehören natürlich jede Menge kulturelles Rahmenprogramm, unter anderem können sie sich auf eine Gala in der Bremer Shakespeare Company freuen

Den offiziellen Abschluss finden die Spiele bei einem Wissenschaftskongress der Universität, der sich mit dem Thema 'Inklusion und Empowerment, Wirkungen sportlicher Aktivität auf Menschen mit geistiger Behinderung' befasst.

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