Gemeinsames Kochen beim afghanischen Abend / Reger Erfahrungsaustausch Orientdüfte liegen in der Luft

Von Karin Neukirchen-Stratmann
17.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Neukirchen-Stratmann

Bruchhausen-Vilsen. Schon am Eingang erwartete die Gäste eine wahre Symphonie an orientalischen Düften. Der Grund: Die Volkshochschule (VHS) Bruchhausen-Vilsen hatte am Montag zu einem afghanischen Abend ins Bavendamsche Haus eingeladen - und auf dem Programm stand Kochen. Die in Bruchhausen-Vilsen und Umgebung beheimatete und weit verzweigte Familie Alkozei hatte zusammen mit Gunda Manke von der VHS eingeladen, und die Frauen hatten aus ihrer afghanischen Heimat leckere Gerichte bereits vorgekocht mitgebracht.

So mussten in der Küche im Gewölbekeller lediglich einige Sachen erwärmt werden, bevor sich Roma Nurzei, ihre Mutter Mayol Alkozei und ihre Schwester Sina Safi mit weiteren verwandten Frauen aus Afghanistan und den deutschen Teilnehmerinnen an den gedeckten Tisch setzen konnten. Seit 16 Jahren, so erklärte Roma Nurzei, lebe ihre Familie in Deutschland, in Bruchhausen-Vilsen. Sogar ihre Schwägerin war mit Schwiegermutter aus Holland angereist, um an diesem Abend teilzunehmen. Interessiert wurden zunächst die Kochtöpfe inspiziert.

Dessert der Höhepunkt

Zur Vorspeise gab es mit Fleisch gefüllte Teigtaschen (Mantu), Salat, eine Suppe mit sieben Sorten Kichererbsen, eine sehr scharfe Soße, gebackene Kartoffelscheiben. Das Hauptgericht war ein Qabeli Palau, ein Reisgericht mit Hähnchenfleisch, Möhren, Langkornreis, Rosinen, Mandeln und vielen Gewürzen. Der Höhepunkt war sicher das Dessert, ein Pudding, der mit Rosenwasser parfümiert war. Ein für deutsche Gaumen ungewohntes Geschmackserlebnis, das sehr gut ankam. "Macht doch ein Restaurant hier auf", war daher auch die spontane Reaktion vieler Teilnehmerinnen. Dazu gab es noch gebackene Teigröllchen, Kekse und ein sehr süßes Gebäck. Traditionell wurde dazu schwarzer oder grüner Tee serviert.

Die deutschen Frauen lernten von den afghanischen Gastgeberinnen viel über die Zubereitung der Speisen, aber auch, dass die hier teilweise ja schon lange lebenden Afghaninnen immer noch zu Hause traditionell kochen. "Zwei bis drei Stunden am Tag in der Küche kommen da oft zusammen", berichtet Roma. Nur die Kinder, die hätten doch mehr Hunger auf deutsche Küche, und damit meinte sie Spaghetti und Pizza. Zwischen den zahlreichen Speisen wurden am Tisch interessante Einzelgespräche geführt, die vom Ramadan, dem islamischen Fastenmonat bis hin zur Tradition des Fastenbrechens, aber auch dem Leben in Deutschland reichten.

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