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In der Gesamtschule Bremen-Ost ging die bewegende 15. Ausgabe der „Melodie des Lebens“ über die Bühne
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Showreihe mit Kult-Charakter

Sigrid Schuer 27.02.2014 0 Kommentare

GSO Melodie des Lebens
Ihr Lieblingslied „Lalala“ haben die ziemlich besten Freundinnen Memuna (links) und Iman aus der 10. Klasse vor drei Jahren füreinander komponiert. „Ich bin immer für Dich da, weil es mich ohne Dich nicht gibt“ singen die Mädchen bei der begeisternden „Melodie des Lebens“ an der Gesamtschule Ost. (Petra Stubbe)

Good vibrations in der Gesamtschule Bremen-Ost. Vor vielen prominenten Zuschauern ging im Zukunftslabor die 15. Ausgabe der Showreihe „Die Melodie des Lebens“ über die Bühne. Und die Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen rockten das Haus unter der swingenden Leitung von Mark Scheibe.

Für eine Minute herrscht atemloses Staunen, nachdem Ismael „Nessun dorma“, die Arie des Kalaf aus Puccinis Oper „Turandot“, gesungen hat. Dann bricht im ausverkauften Konzertsaal der Gesamtschule Bremen-Ost (GSO) Jubel aus. Der Teenager wird mit stehenden Ovationen gefeiert. Ismael liefert in feinstem Italienisch eine tiefer transponierte Interpretation des Tenor-Hits ab. Und wenn auch nicht jeder Ton lupenrein sitzt, Ismaels Leistung verdient nur ein Prädikat: Chapeau, Hut ab!

GSO Melodie des Lebens
Mädchen und Jungen der Klasse 5.1 traten als erstes in der Showreihe an der GSO auf. (Petra Stubbe)

„Ich hatte Tränen in den Augen. Damit ist er der Hero“, sagt Marco Bode. Der ehemalige Fußball-Profi, der jetzt im Aufsichtsrat des SV Werder Bremen sitzt, ist das erste Mal bei der Showreihe „Die Melodie des Lebens“ dabei und „beeindruckt von der Qualität“, die hier Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und ihre Lehrer gemeinsam mit den Spitzenmusikerinnen und -musikern der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen abliefern.

Und auch für die international vielgefragte Solo-Cellistin Tanja Tetzlaff ist es die erste „Melodie des Lebens“. Gemeinsam mit ihren Musiker-Kollegen erweckt sie die von Mark Scheibe komponierte „Paula Modersohn-Becker Suite“ mit zirpenden Pizzicati im Angelrouten-Sound, von dem sich Scheibe einst inspirieren ließ, zum Leben. Das Schüler-Ensemble könnte mühelos den Namen der Band „Wir sind Helden“ für sich beanspruchen. Und die jungen musikalischen Helden kennen keinerlei Berührungsängste, der Bogen reicht an diesem gut zweieinhalbstündigen Abend laut Mark Scheibe nicht nur von Bollywood bis Buxtehude, sondern auch von Pop bis Musical.

GSO Melodie des Lebens
Die Spitzenmusiker der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen begleiten die Jugendlichen. (Petra Stubbe)

Da spielt die Band „Tenever Brass“ ein Werk von Dietrich Buxtehude und das Orchester der Klasse 9.1 fetzt unter der Leitung von Musiklehrerin Imke Howie mit der Kammerphilharmonie in der „Bohemian Rhapsody“ von „Queen“ in sattem Bigband-Sound und die Wette – der eindeutig besser sitzt als in „America“ aus Leonard Bernsteins Musical „Westside Story“.

„Hält unsere Freundschaft?“

GSO Melodie des Lebens
Die Bläserklasse 9.1. steuerte ebenfalls eine Melodie des Lebens bei. (Petra Stubbe)

Der Schwerpunkt liegt aber eindeutig bei den eigenen Werken, die die Jugendlichen unter der Leitung von Mark Scheibe gemeinsam komponieren und in denen sie poetisch all’ das formulieren, was sie bewegt. Da stehen immer wieder die Liebe und die bange Frage: „Hält unsere Freundschaft ein Leben lang ?“ im Mittelpunkt. So, wie es Iman und Memuna aus der 10.2 in ihrem Lieblingslied „Lalala“ singen, das die ziemlich besten Freundinnen vor drei Jahren füreinander komponiert haben: „Ich bin immer für Dich da, weil es mich ohne Dich nicht gibt“. Aber auch die eigene Aufsässigkeit wird beispielsweise in „Kein Mensch ist perfekt“ thematisiert. Für Gänsehautgefühl sorgt der Song „Die Angst“, „die als beste Freundin immer mit im Bett liegt. Ritzt Du Dich?“ flüstert am Ende das junge Sängerinnen-Quartett.

Unter die Haut geht auch der Titel, den jetzt Suzan mit ihren Schulkolleginnen interpretiert. „Ich werde niemals aufgeben im Leben. Und wenn ich falle, steh’ ich wieder auf. Ich werde immer weiter kämpfen, bis ich mein Ziel erreiche“, singt Suzan, die über eine veritable Soul-Röhre verfügt. Zeilen, die tief blicken lassen und die Mut machen. Die 13-Jährige ist schon ein alter Hase in der Showreihe und wird von ihrem Bruder Adem souverän mit Glasperlen-Klängen am Flügel begleitet. Und auch wenn es mal hakt und die jungen Akteure, die teilweise das erste Mal auf der Bühne stehen, mal vor Lampenfieber ihren Text vergessen, dann überspielt Mark Scheibe das am Flügel swingend souverän. Schließlich ist so mancher Text erst am Premieren-morgen fertig geworden.

Nicht von ungefähr gehört die GSO mittlerweile auch in Schwachhausen und Oberneuland zu den angesagtesten Schulen Bremens. Nicht von ungefähr ist an diesem Abend ein Film-Team vom WDR vor Ort, um einen Fernsehbeitrag über das mehrfach preisgekrönte Zukunftslabor zu drehen. „Allein für die Oberstufe haben wir über 210 Anfragen von jungen Leuten, die zu uns wollen. Das müssen wir erstmal verkraften“, sagt Schulleiter Franz Jentschke. Passend dazu singen die „little Utzis“ frisch, frech und flott: „Hier sind wir zu Hause, ohne uns wäre das hier ein Altersheim. So, wie wir die Schule sehen, ist sie ein Ort, an dem wir lachen können.“ Der Chor der Klasse 5.1 verdankt seinen Namen dem Lehrer und Bass-Gitarristen Hans Utz, der gemeinsam mit Henning Grossmann an der Rhythmus-Gitarre und dem Schlagzeuger Alexander Thorén die lockere Lehrer-Combo „Hot Päds“ bildet, die kräftig auf der Bühne mitmischt.

„Die Lieder sind so nah am Leben. Es gehört viel Mut dazu, so aufzutreten. Man merkt aber auch, wie viel Selbstwertgefühl die Jugendlichen in einer Region, in der es viele nicht so leicht haben, daraus ziehen. Das ist eine wunderbare Sache für Bremen“, unterstreicht Helmut Hafner, in der Senatskanzlei für religiöse Angelegenheiten zuständig. Das finden an diesem Abend auch der Bremer Verleger Hermann Schünemann, Jürgen Oltmann, bis 2009 Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bremen, und ein Abgesandter von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, der eigens aus Berlin angereist ist. Sie alle teilen die Einschätzung von Albert Schmitt, Geschäftsführer der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dass auch „Die Melodie des Lebens“ an das Champions League-Niveau des Weltklasse-Orchesters heranreicht.

Zu den Höhepunkten jeder „Melodie des Lebens“ gehört der Spontan-Song, den Mark Scheibe in der Pause auf Worte, die er vom Publikum auf Zuruf bekommen hat, und auf Wunsch der Schüler in Heavy Metal-Manier komponiert. Mit Headbanging verwandelt er den Konzertsaal der GSO in einen brodelnden Hexenkessel. Kleine Kostprobe: „Flanieren gibt mir Kraft, denn Du bist einfach zauberhaft!“ Ja, zauberhaft ist auch diese „Melodie des Lebens“.


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Leserkommentare
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