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Eberhard Malitius begeistert Senioren mit heiteren Liedern über deren Alltag
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Singen tut gut

Undine Zeidler 20.09.2014 0 Kommentare

Eberhard Malitius  ehemaliger Pastor singt für und über Senioren
Wenn Eberhard Malitius vor Senioren über „Oma Beate und ihre Implantate“ singt, kommt das bei den betagten Zuhörern gut an. Der singende Pastor im Ruhestand nimmt Bewohner und Pfleger mit viel Witz aufs Korn. (Undine Zeidler)

Füße wippen im Takt. Lächeln zieht über die Gesichter, und eine Zuhörerin beugt sich bei jeder Strophe aufs Neue lachend zu ihrer Nachbarin. Eberhard Malitius trifft mit dem „Tablettensong“ sichtlich den Nerv seines Publikums und nicht nur mit diesem Lied. „Käthe mach‘ die Hundert voll“ heißt das Programm des Pastors im Ruhestand. Die Senioren im Haus am Dreyerskamp finden sich wieder in Liedern über ihren Alltag und in Liedzeilen wie: „Wenn wir die vielen Tabletten, die wir so brauchen, nicht hätten, gäb’s uns vielleicht schon nicht mehr. Auf jeden Fall hätten wir’s schwer.“

„Ich hätte mich wegschmeißen können vor Lachen“, schwärmt Eva Schlenker von dem singenden Pastor. „Die Lieder und Texte sind aus dem Leben gegriffen.“ Was Malitius da besingt, ist ihnen vertraut. Oder, wie ihre Sitznachbarin meint: „Wenn man es selber nicht hat, dann kennt man jemanden.“ Jemandem, dem Haare aus den Ohren wachsen, der schon allerlei „Ersatzteile“ in sich trägt oder, der sich nicht einfach ausrangieren lassen will. All das trägt Malitius mit Gitarre, kräftiger Stimme und einer großen Portion Selbstironie vor. Erstmals in Lilienthal. Senioreneinrichtung und Kirchengemeinde hatten gemeinsam zu diesem Konzert eingeladen. Selber 73 Jahre alt, führt Malitius in die Lieder mit Anekdoten aus seinem Leben ein. Erfahrungen, die er offenbar teilt. Charlotte Thomas sagt beispielsweise, dass sie die Lieder sehr zutreffend fand. „Es ist ja gut, wenn man darüber lachen kann.“ Obwohl das echte Leben oft nicht zum Lachen sei.

„Das war Spitze“

Malitius besingt etwa „Oma Beate und ihre Implantate“ oder die Oma, die im Supermarkt an der Kasse erst das Portemonnaie und dann darin das Kleingeld zusammensucht. „Und die anderen Kunden, die leiden Qualen.“ Für dieses Szenario erntet Eberhard Malitius wieder jede Menge Lacher. Und dieses Lied offenbart seinen Ansatz: „Singen befreit.“ Schon in der Bibel stehe, Singen habe etwas mit „heil sein“ zu tun.

Eberhard Malitius geht in seiner Musik noch einen Schritt weiter. Seit mehr als sieben Jahren musiziert er mit Senioren in Dannenberg, und aus dieser Erfahrung heraus sagt er: „Es muss Lieder geben, in denen die Lebenssituation vorkommt, die zugleich auch eine Art Lebenshilfe gerade in diesen oft tristen Situationen darstellen.“ In Lilienthal zeigt er, was Musik vermag. Die mehr als 20 Senioren singen bei jedem Refrain vergnügt mit, und ohne Zugabe lassen sie Malitius’ Konzert nicht enden. Mit dem „Fasching im Seniorenheim“ zeigt sich Malitius noch einmal von seiner besten Seite. Er nimmt Bewohner und Pfleger mit viel Witz aufs Korn, und seine Zuhörer rufen anschließend begeistert: „Das war Spitze.“

Eva Schlenker hatte Malitius’ Musik bisher in der Begegnungsstätte Falkenberg auf CD gehört. Nun sitzt ein ganzer Fanclub aus Falkenberg im Publikum. Jetzt, in natura, bescheinigen sie ihm: „Er könnte ganze Säle in Schwung bringen.“ Das tut er nach der Pause auch in diesem Raum. Einen großen Gong, ein Monochord, Kongas, Xylophone und viele kleine Instrumente hat Eberhard Malitius mitgebracht zum „Elementarmusizieren“. Keinen Senior lässt er ohne Instrument, und schon bald wird der Raum in ein warmes Klangbad getaucht. Berta Dell schlägt konzentriert auf ihr Xylophon, zwischendurch strahlt sie Hausleiterin Ulrike von Salzen an und sagt: „Schön.“


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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
Inwiefern wurden denn die Gehälter der Pflege in Kliniken gedrückt? Der TVÖD Pflege in den Kliniken wurde nicht gesenkt. Das ist auch richtig so. Nur ...