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Gymnasium Ritterhude
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Aus der Mitte des Kollegiums

Brigitte Lange 24.09.2019 0 Kommentare

Die Zeit der Ungewissheit ist vorbei: Nachdem Gertrud Milthaler (links) 2018 in Ruhestand gegangen ist, führte Michael Berg 13 Monate lang das Gymnasium Ritterhude kommissarisch weiter. Nun ist das Bewerbungsverfahren beendet und Silke Oetjen
Die Zeit der Ungewissheit ist vorbei: Nachdem Gertrud Milthaler (links) 2018 in Ruhestand gegangen ist, führte Michael Berg 13 Monate lang das Gymnasium Ritterhude kommissarisch weiter. Nun ist das Bewerbungsverfahren beendet und Silke Oetjen übernimmt ganz offiziell die Aufgabe der neuen Schulleiterin. (Christian Kosak)

Ritterhude. Silke Oetjen „brennt“ für das Ritterhuder Gymnasium. Seit 2006 unterrichtet die gebürtige Bremerin an der Schule nicht nur die Fächer Sport und Französisch. Sie hat sich auch um die Schulbuchausleihe gekümmert, Veranstaltungen organisiert und den Aufbau der offenen Ganztagsschule koordiniert. Die gesamte Zeit war sie außerdem Mitglied der Steuergruppe und des Schulvorstands. Mit Beginn dieses Schuljahres stellt sie sich nun einer weiteren Herausforderung: Silke Oetjen ist die neue Leiterin des Gymnasiums Ritterhude. Mit einer kleinen Feierstunde ist sie gestern offiziell ins Amt eingeführt worden. Oetjen: „Ich freue mich riesig.“

Bis zum Sommer 2018 hatte Gertrud Milthaler 17 Jahre lang das Gymnasium geleitet. Dann verabschiedete sie sich in den Ruhestand, und die Landesschulbehörde brauchte einen Nachfolger. „Es gab mehrere Bewerber“, sagt Silke Oetjen. Das Auswahlverfahren habe etwas gedauert. Daher habe ihr Kollege Michael Berg das vergangene Schuljahr das Gymnasium kommissarisch geleitet,  und „er hat das super gemacht“.

„Die Entscheidung, mich auf diese Stelle zu bewerben, ist für mich vor zweieinhalb Jahren gefallen“, erzählt die 48-Jährige. Damals habe sie erfahren, dass Gertrud Milthaler früher aufhören wolle. Ihr Mann habe ihr den Rücken gestärkt. „Klar machst du das, hat er gesagt.“ Silke Oetjen brach es jedoch nicht übers Knie, wog das Für und Wider gegeneinander ab. „Am Ende überwog das Pro.“

Das Ritterhuder Gymnasium sei super aufgestellt, weiß die 48-Jährige, da sie bereits seit 2006 zum Kollegium gehört. „Wir haben hier ein tolles Umfeld, eine tolle Schule, ein tolles Kollegium.“ Aber natürlich sei die Welt immer in Bewegung. Deshalb müssten sie gucken, wohin die Reise gehen soll, ob sie ihrer Schule vielleicht ein Profil geben sollten? Oetjen schwebt der Schritt in Richtung EU-Schule oder eine Teilnahme an Erasmus-Plus-Programmen vor. „Ich wünsche mir, dass Schüler und Lehrer noch andere Möglichkeiten bekommen, über den Tellerrand zu schauen“ – damit die Jugendlichen zu weltoffenen, toleranten Erwachsenen werden.

Die Entscheidung, welchen Weg sie letztlich gehen sollen, wolle sie nicht allein treffen. „Als Schulleiterin trage ich die Verantwortung.“ Aber sie sehe Schule als Team. Und so will sie solche Entscheidungen mit allen Betroffenen – Lehrern, Schülern, Eltern – zusammen fällen. Sie plane daher eine Zukunftswerkstatt. „Ich weiß, wir haben noch mehr Potenzial.“ Potenzial für die bereits bewährten und etablierten Wege, aber auch für neue, tolle Wege – die sie mit allen gemeinsam beschreiten möchte.

Überhaupt: „Was Schule ausmacht, ist gute Kommunikation“, sagt sie. Nicht nur unter Kollegen und mit dem Schulträger. Für Oetjen ist sie auch die Basis für eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern. Das sagt sie als Mutter und Lehrerin. Beide – Eltern wie Lehrer – seien Experten für Kinder und Jugendliche. „Allerdings auf unterschiedlichen Ebenen.“ Auch wollten beide die bestmögliche Ausbildung für sie. Um das zu erreichen sei gute Kommunikation, gegenseitiger Respekt und die Beachtung der Rollen des jeweiligen Gegenübers sowie deren Grenzen unabdingbar. „Und an dieser Kommunikation kann man immer arbeiten“, meint Silke Oetjen.

Dass sie Leiterin eines Gymnasiums werden würde, war alles andere als vorgezeichnet. Während sie in Bremen die Fächer Sport und Französisch auf Lehramt studierte, jobbte sie gleichzeitig in der Tourismusbranche. Auf Kreuzfahrtschiffen war sie unterwegs. In den Semesterferien fuhr sie stets sechs Wochen mit. Dazu kam die Arbeit im Reisebüro. Irgendwann plätscherte das Studium nur noch nebenher. 1998 / 99, als sie zur Assistentin der Kreuzfahrtleitung aufgestiegen war, habe sie an einem Wendepunkt gestanden: Wollte sie ein Leben auf dem Meer? Oder sollte sie an Land zurückkehren, das Studium beenden, Lehrerin werden? Am Ende überwog der Wunsch nach Familie und nach der Arbeit mit Jugendlichen.

Zurück an der Uni mobilisierte sie all ihre Kräfte und beendete das Studium: „Wenn ich mir ein Ziel gesetzt habe, dann ist das für mich keine Arbeit, sondern eine Herausforderung, die ich annehme.“ Auch, dass sie eine Woche nachdem sie sich fürs Examen angemeldet hatte, mit ihrem heute 17-jährigen Sohn schwanger wurde, konnte sie nicht stoppen. Mit rundem Bauch ging sie ins erste Staatsexamen. Dann blieb sie zwei Jahre für ihr Kind zu Hause und nahm anschließend eine Stelle als Referendarin in Hannover an.

Mit dem zweiten Staatsexamen in der Tasche endete ihr Pendler-Dasei. Silke Oetjen trat eine Stelle als Feuerwehrkraft an sechs Schulen in Bremen an. „Rückblickend war das ein Gewinn; das halbe Jahr hat mich nicht dümmer gemacht.“ Im Februar 2006 wechselte sie ans Gymnasium Ritterhude. Dort fühlte sie sich direkt gut aufgehoben, konnte ihre Erfahrungen einbringen, sich weiter entwickeln. Die Schulleitung habe neuen Ideen immer eine Chance gegeben. Bei der kleinen Feierstunde strahlt Silke Oetjen: „Ich bin super stolz, nun mit euch diesen Weg zu gehen; lasst uns gemeinsam diese Schule weiter bringen.“ 


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Leserkommentare
cklammer am 23.10.2019 09:05
Na, wir wissen ja, wie das geht: etwas gleichartiges wird ja am Weserstadion schon beim jedem Heimspiel von Werder umgesetzt.

Da wird ...
oharena am 23.10.2019 09:04
wen soll man jetzt mehr "lieben" - die Polizei, de Anschläge verhindert hat - oder die "lieben" Terroristen, die keine Anschläge verübt haben?