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Kulturpreis 2017
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Darstellung der „bitteren Faszination“

Ulf Buschmann 19.01.2018 0 Kommentare

Gut Sandbeck zur Preisverleihung Kulturpreis
"Bunker Valentin I. und II." heißt das Werk der diesjährigen Kulturpreis-Gewinnerin Dorothee von Harsdorf aus Ritterhude. Die Doppelzeichnung mit Tusche und Gouache auf Papier soll die "bittere Faszination" des Klotzes in Bremen-Nord zeigen. (Christian Kosak)

Osterholz-Scharmbeck. Sie ist nicht von ihm losgekommen. Jedes Detail, jede Struktur im Beton hat sie aufgenommen. Dorothee von Harsdorf zeigt ihre Sicht auf den U-Boot-Bunker „Valentin“ in Farge-Rekum. Abseits von den Besuchern des heutigen Denkortes in Bremen-Nord zeichnet sie das nach, was die Künstlerin aus Ritterhude „bittere Faszination“ nennt.

Mit ihrer auf Papier mit Tusche und Gouache gemalten Doppelzeichnung „Bunker Valentin I. und II.“, einem Diptychon, hat von Harsdorf den ersten Preis beim Wettbewerb um den Kulturpreis 2017 Osterholz gewonnen. Er wird vom Kunstverein Osterholz und der Volksbank Osterholz-Scharmbeck ausgeschrieben. Das Leitmotiv für 2017 lautete „Bauwerke“. Beteiligen können sich Künstler aus dem Landkreis Osterholz und dem Altkreis Bremervörde. Der Kulturpreis ist mit insgesamt 4000 Euro dotiert; davon bekommt von Harsdorf 2500 Euro.

Gut Sandbeck zur Preisverleihung Kulturpreis
Klaus Benhof aus Worpswede holte sich mit einem Detailfoto des weltgrößten experimentellen Holzbaus, dem Metropol Parasol in Sevilla, den zweiten Platz beim Wettbewerb um den Osterholzer Kulturpreis. (Christian Kosak)

Auf Platz zwei wählte die Jury den Worpsweder Fotografen Klaus Benhof. 1000 Euro bekommt er für seine Schwarz-Weiß-Aufnahme des experimentellen Holzbaus Metropol Parasol in Sevilla. Der Titel: Gebäudekonstruktion #1“. Es ist eine Art Markthalle und Veranstaltungszentrum. „Die Jury entschied sich für die Detailaufnahme des spanischen Bauwerks, die in einer präzise ausgeführten Komposition sowohl die Licht-Schatten-Verhältnisse als auch die Dynamik dieses erstaunlichen Bauwerks hervorragend abbildet“, sagte Peter Groth, Kultur-Journalist und ehemaliger Redakteur des WESER KURIER, in seiner Laudatio bei der Preisverleihung auf Gut Sandbeck. Die „strukturelle Fotografie“ Benhofs sei „hochgradig subjektiv“. Sie solle jedoch nicht „als Dokumentation eines Gebäudezustandes verstanden werden“. Es sei Fotokunst.

Platz drei ging an Rolf Kaestner aus Worpswede. Sein mit 500 Euro bedachter Beitrag „Baumhaus II“, ein Keramik-Bauhaus, das einen natürlichen Eichenholz-Ast umschlingt, fällt wohltuend aus der Rolle. Denn der Großteil der auf Gut Sandbeck ausgestellten Beiträge ist keine Skulptur, wie der von Kaestner. Die Jury lobt die Idee des Keramik-Künstlers mit Spezialität Raku-Brände, die Miniatur eines Max-Dudler-Hauses in die Strukturen der Natur einzubinden. Kaestners „spielerische Gegensätzlichkeit, gepaart mit einer guten handwerklichen Ausführung, hat die Jury überzeugt“, erklärte Groth.

Kreative Einblicke

Einen Einblick in die Kreativität der Kunst- und Kulturschaffenden können sich Interessierte noch bis zum 18. Februar auf Gut Sandbeck verschaffen. Dort sind 42 der 84 zum Kulturpreis eingereichten Arbeiten von 50 Künstlern ausgestellt. Das Leitmotiv „Bauwerke“ hat sie zu außerordentlichen Leistungen inspiriert. Bauwerke sind nicht bloß vier Wände mit Fenstern und einem Dach darauf. Bauwerke animieren Menschen dazu, das Gestaltete aus ganz unterschiedlichen Winkeln zu betrachten und sich ihre eigenen Vorstellungen zu machen. Leider, sagte Groth in seiner Rede bei der Preisverleihung, sei der Platz für Kunst und Architektur sowohl im Schulunterricht als auch in den Medien längst nicht mehr vorhanden. Ausgenommen sind Fachmagazine.

Umso glücklicher dürfen sich Leute schätzen, wenn sie auf Arbeiten wie die der Kulturpreis-Gewinnerin stoßen. Von Harsdorf gelingt es nicht nur, sich und dem jeweiligen Betrachter einen anderen Blickwinkel abzutrotzen. Sie ordnet den Denkort Bunker „Valentin“ damit gleichzeitig in seinen gnadenlosen geschichtlichen Zusammenhang ein. Dies ist – laut Grothscher Laudatio – eines ihrer Kernanliegen: „Religiöse und politische Themen spielen im Werk von Dorothee von Harsdorf eine wichtige Rolle.“ Die Künstlerin hebt gegenüber dem OSTERHOLZER KREISBLATT hervor: „Ich möchte den Geist der Opfer bewahren, die ohne Schuld dort hingekommen sind.“ Und: „Jeder Schüler sollte einmal dort gewesen sein, um die Gewalt des Gebäudes zu erleben.“


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