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Freiwilliges Soziales Jahr
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„Das Spontane ist auch cool“

Olga Gala 12.06.2019 0 Kommentare

Jannik Lindemann plant als FSJler Aktionen mit Kindern und Jugendlichen. An seiner Arbeit schätzt er besonders die Gespräche.
Jannik Lindemann plant als FSJler Aktionen mit Kindern und Jugendlichen. An seiner Arbeit schätzt er besonders die Gespräche. (Maximilian von Lachner)

Sie machen gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr. Wie kam es dazu?

Jannik Lindemann: Ich bin schon lange in der Kirche aktiv. Nach dem Konfirmandenunterricht bin ich Teamer geworden. Das bedeutet, ich habe als Ehrenamtlicher in der Kinder- und Jugendarbeit geholfen. Das machte mir Spaß und ich wollte herausfinden, ob die Arbeit als Diakon etwas für mich ist.  

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Ich mache hier auch mal so eine typische FSJler-Aufgabe wie Kopieren. Das macht aber nur einen kleinen Teil aus. Am Anfang habe ich diverse Sitzungen mitgemacht und die Strukturen kennengelernt. Jetzt mache ich vor allem Aktionen in der Kinder- und Jugendarbeit. Da habe ich ein paar Fixpunkte, und dazwischen ist es häufig spontan.

Was für Fixpunkte sind das?

Beim Konfirmadenunterricht übernehme ich das Anleiten einiger Aufgaben. Und wir haben ein Projekt extra für die Konfis, das heißt Konfitüre. Da mache ich gemeinsam mit Ehrenamtlichen und den Konfis außerhalb des Unterrichts Aktionen, zum Thema Umwelt zum Beispiel. Toll ist dann, wenn die Leute im Gespräch aufblühen oder ganz andere Seiten von sich zeigen, zum Beispiel beim Sport. Ich bin auch nicht zwingend hier in Osterholz-Scharmbeck, sondern auch mal in Pennigbüttel oder St. Marien unterwegs.  Montags ist die Jugendband da. Ich unterstütze die Jugendlichen, bin dabei, bau' auf und springe auch mal ein. Manchmal singe ich auch mit, treffe aber nicht immer die Töne. Immer mittwochs koche ich für diejenigen, die wollen. Das ist nicht nur für Konfis offen. Dann setzt man sich hier zusammen, isst und redet. Ich hab auch mal ein Billardturnier organisiert und natürlich das Petrus-Projekt.

Was ist das?

Das ist ein Projekt für Jungs von zwölf bis 15 Jahren gewesen. Das haben sich der Diakon und ich zusammen ausgedacht. Petrus war einer der ersten Jünger. In unserem Projekt stand er für Freundschaft und Vertrauen. Zum Beispiel in dem Sinne, dass man für seine Freunde da ist und sich für sie einsetzt. Ich habe während des Projekts einen Crashkursus zum Angeln gegeben. Petrus ist ja Fischer gewesen, da hat das gepasst. Am letzten Tag haben wir das, was wir geangelt haben, zusammen gegessen. Das war meine Idee. Es schmeckt gemeinsam besser,  und es stärkt den Zusammenhalt. 

Das hört sich alles ziemlich entspannt an – ein bisschen Musik machen, kochen, angeln. 

Man arbeitet viel, wenn die Familie und Freunde frei haben. Ich könnte natürlich von 9 bis 17 Uhr im Büro sitzen, aber die coolen Aktionen sind oft am Wochenende und in den Ferien. Dafür kann ich fast immer ausschlafen. Generell habe ich einen sehr kurzfristigen und spontanen Arbeitsplan. Das macht es manchmal schwer vorauszuplanen. Anderseits finde ich das Spontane auch cool. Beim Petrus-Projekt mussten wir zum Beispiel spontan umplanen, weil das Wetter so schlecht war. 

Sie haben vergangenes Jahr Abitur gemacht. Wie war für Sie die Umstellung von der Schule auf den Berufsalltag?

Jetzt muss ich selbst viel organisieren. Gerade am Anfang war es schwer. Wenn man mit Ehrenamtlichen zusammenarbeitet, bekommt man öfter erst spät eine Antwort. Da muss ich viel hinterher sein. Ich habe zwar ein eigenes Büro, arbeite aber viel direkt mit den Kindern und Jugendlichen. Das finde ich sehr gut.

Was gefällt Ihnen daran?

Dieses Zusammensitzen mit den Jugendlichen, mit ihnen coole Sachen zu erleben, zusammen lachen, aber auch über ernste Sachen zu sprechen. Manchmal werde ich da überrascht, was in den Leuten so vorgeht. Zum Beispiel, wenn Leute eher still sind und in Kleingruppen total coole Beiträge haben.

Ende August ist Ihr FSJ zu Ende. Worauf freuen Sie sich noch in den letzten Monaten?

Bald steht die Sommerfreizeit an. Ich war schon mal als Teilnehmer dabei, 2018 als Ehrenamtlicher,  und ich freue mich, dass ich dieses Jahr wieder dabei sein kann. Wir fahren nach Irland und ich organisiere zum Beispiel die Vorbereitungstreffen der Ehrenamtlichen mit. Die Freizeiten, die man hier macht, sind super. Einfach weil auf diesen längeren Fahrten ein anderes Gruppengefühl entsteht. 

 

Die Fragen stellte Olga Gala.

Zur Person

Jannik Lindemann

ist 20 Jahre alt und absolviert sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Evangelischen Jugend der St.-Willehadi-Gemeinde und der Region Osterholz-Scharmbeck und Ritterhude. 

Weitere Informationen

Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) können junge Leute machen, die ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und jünger als 27 Jahre alt sind.Unter anderem die Evangelische Jugend der St.-Willehadi-Gemeinde und der Region Osterholz-Scharmbeck und Ritterhude bietet ab dem 1. September 2019 eine neue FSJ-Stelle an. Informationen dazu gibt es beim Diakon Volker Austein, Telefon 0 47 91 / 89 98 55.


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?