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Crowdfunding-Kampagne
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Das Ziel: 6000 Euro in 90 Tagen

Antje Borstelmann 14.06.2019 0 Kommentare

Die Torfkahnschiffer halten unter anderem mit Veranstaltungen wie der Torfkahn-Armada (Foto) die Erinnerung an die große Zeit der Halbhuntkähne lebendig. Damit sie das auch weiterhin tun können, müssen sie jetzt in ihre Flotte investieren; dazu
Die Torfkahnschiffer halten unter anderem mit Veranstaltungen wie der Torfkahn-Armada (Foto) die Erinnerung an die große Zeit der Halbhuntkähne lebendig. Damit sie das auch weiterhin tun können, müssen sie jetzt in ihre Flotte investieren; dazu nutzen sie die neue Crowdfunding-Plattform der Volksbank. (Peter von Döllen)

Osterholz-Scharmbeck. Vielleicht ist es eine Planke, ein Pöttchen Spezial-Farbe oder auch nur eine große Schraube – wenn der Coup gelingt, wird es am Ende ganz viele Miteigner geben, die für Teile des Kahns in die Tasche gegriffen und Geld spendiert haben. Das Ziel jedenfalls ist ganz klar definiert: 6000 Euro in 90 Tagen. So viel muss auf der neuen Crowdfunding-Plattform der Volksbank Osterholz Bremervörde zusammenkommen, damit die Osterholzer Torfkahnschiffer den Bau eines nagelneuen Torfkahns in Auftrag geben. Jetzt stellten Banker und Schiffer das gemeinsame Projekt vor.

„Wir möchten viele Menschen aktivieren, sich daran zu beteiligen, um den Kahn auf den Weg zu bringen“, sagte Volksbank-Vorstand Jan Mackenberg. Seit gut einem Jahr sind die Torfkahnschiffer schon dabei auszuloten, wie sie ihre in die Jahre gekommene Flotte verjüngen können. Kein einfaches Unterfangen, denn in der unmittelbaren Nachbarschaft, wie man das vielleicht hätte vermuten können, gibt es keine kundigen Kahnbauer mehr. „Wir sind bis an die polnische und bis an die holländische Grenzen gefahren, um eine Werft zu finden, die man auch bezahlen kann“, sagte Vereinschef Manfred Loth. 

Fündig wurde man in Nordrhein-Westfalen, in Dorsten. Dort gibt es Schiffbauer, die bereits ein Spezialschiff gebaut haben, wenn auch keinen Torfkahn. Ein wesentlicher Vorzug des potenziellen Partners aus dem nördlichen Ruhrgebiet: Dank EU-Förderung fallen keine Lohnkosten an. Damit, so hofft jedenfalls Schiffer-Projektbetreuer Hermann Hoffmann, bleibe man am Ende vielleicht unter 25 000 Euro für den Neubau und somit auch unter den 30 000 bis gar 80 000 Euro, die andere Werften als Angebot aufgerufen hatten.   „Nackt“ versteht sich, also ohne Farbe, Segel oder gar Motor. Das haben sich die Osterholzer als Eigenleistung vorgenommen. Außerdem wollen sie den Bau im engen Kontakt zu den Dorstenern begleiten, denn schließlich gibt es keine originalen Baupläne für einen Halbhuntkahn mehr. Einen Aufriss samt Bemaßung haben die Torfschiffer deshalb selbst angefertigt.

Premieren-Projekt

Zwar hat der Verein seit seinem Bestehen Jahr für Jahr Rücklagen für eben den Fall der Neubeschaffung oder Reparatur auf die hohe Kante gelegt, doch das jetzige Projekt würde diesen Rahmen glatt sprengen. Deswegen, so Loth, sei das Angebot der Volksbank gerade recht gekommen. Die möchte sich in die Reihe jener 190 Volksbanken und Raiffeisenkassen in Deutschland einreihen, die bereits erfolgreich Crowdfunding-Plattformen betreiben. Denn schließlich, so Jan Mackenberg, entspreche die Idee des Crowdfunding exakt jenem genossenschaftlichen Prinzip, auf dessen Basis vor mehr als 160 Jahren die Volksbanken gegründet worden seien: „Viele schaffen mehr“. Genau so heißt denn auch die neue Plattform, die man unter https://vbohz.viele-schaffen-mehr.de ab sofort aufrufen kann.

Das Projekt „Ein neuer Torfkahn für OHZ“ ist dort das erste und bislang noch einzige. Auf den ersten Blick können potenzielle Gönner erfahren, dass bis gestern Nachmittag bereits 270 Euro von vier Unterstützern zusammengekommen und mithin vier Prozent des angestrebten Ziels erfüllt sind. Wer dabei helfen will, den Torfkahn zu finanzieren, kann das lediglich über diese Website. „Dieses Crowdfunding hat eine rein technische Plattform“, erklärte Sascha Ringe von der Volksbank. Das hat einen wesentlichen Grund: Sollte nämlich das erklärte Ziel von 6000 Euro nicht erreicht werden, kann das bis dahin schon gespendete Geld relativ einfach an die Sponsoren zurück überwiesen werden. „Erfolg oder Geld zurück“, lautet die Devise.

Auf den Projektseiten ist kurz und übersichtlich erklärt, was das Ziel ist, wer dahinter steht, was mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung passiert und dass das Projekt bis Frühjahr 2020 realisiert werden soll. Es gibt einen Projektblog, eine Pinnwand und eine Liste der Unterstützer, in die man sich auch anonym eintragen lassen kann. Mit einem Betrag nach freier Wahl.

Das Besondere: Die Volksbank-Stiftung verdoppelt jede Spende zwischen fünf und 50 Euro. 3000 Euro stehen jetzt für die Kahn-Ko-Finanzierung zur Verfügung, insgesamt sind aber in diesem Jahr 10 000 Euro für mehrere Crowdfunding-Projekte im Topf. Der Torfkahn ist quasi so etwas wie ein Testballon, die Volksbanker hoffen auf weitere Projekte dieser Qualität, die möglichst überregionale Bedeutung haben sollten. „Für Mannschaftsbekleidung etwa gibt es andere Fördertöpfe“, erklärte Marketingleiter Jens Themsen. Interessenten können sich via Internetportal bewerben oder direkt Sascha Ringe (Sascha.Ringe@vbohz.de, Telefon 0 47 91 / 80 81 63) ansprechen. Letztlich bestimmen Volksbank und Stiftungsrat, welche Projekte auf der Plattform platziert werden.


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Leserkommentare
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
onkelhenry am 19.10.2019 17:00
Hallo @Suzi ....

Was Sie da immer so verstehen ;-)

Das erklärt auch, warum Sie so oft falsch liegen!

Ja zu ...