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Noch eine Bewährungschance
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Ein letzter „Warnschuss“

Friedrich-Wilhelm Armbrust 12.06.2019 0 Kommentare

Justizia-Symbolbild.
Justizia-Symbolbild. (David-Wolfgang Ebener/dpa)

Osterholz-Scharmbeck. „Ich habe die Warnung gehört. Ich habe die letzten zehn Jahre meines Lebens verschwendet“, räumte der 25-jährige Angeklagte aus der Kreisstadt ein. Die Warnung war das Plädoyer der Staatsanwältin. Sie hatte als „letzten Warnschuss“ eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe beantragt.

Vor dem Schöffengericht zu verantworten hatte sich der Kreisstädter wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln  (BTM) in nicht geringer Menge sowie der Beihilfe zum unerlaubten Handel mit BTM in nicht geringer Menge. Ende Januar hatte die Polizei bei ihm beziehungsweise in der Wohnung seiner Eltern zwei Portionen Marihuana gefunden. In dem Zimmer des Angeklagten stellten die Beamten knapp 150 Gramm Marihuana sicher, im Keller knapp 400 Gramm.

Über seinen Verteidiger Hans Alfred Israel ließ der 25-Jährige gegenüber dem Schöffengericht verlauten, dass er zum einen selbst Konsument sei. Dies betreffe die in seinem Zimmer aufgefundene Menge. Der Angeklagte selbst gab im Verlaufe des Prozesses zu, dass er seit dem 15. Lebensjahr Marihuana konsumiere.

„Doch die im Kellerraum gefundene Menge ist ihm nicht zuzuordnen. Sie war zwar in seinem Besitz, aber sie ist nicht sein Eigentum. Ein Bekannter hat ihn gebeten, die Tüte mit dem Marihuana für ihn aufzubewahren“, sagte Anwalt Israel. Sein Mandant habe nicht  beabsichtigt, damit Handel zu treiben. Israel zufolge wollte der Kreisstädter einem Bekannten nur einen Gefallen tun.

Am letzten Januar-Freitag dieses Jahres gab es beim Kreisstädter die Hausdurchsuchung von der Polizei. Die wurde fündig und steckte den 25-Jährigen sofort in Untersuchungshaft. Das war für ihn, wie er bekundete, eine neue Erfahrung. Der Osterholz-Scharmbecker hatte zwar schon einmal als Jugendlicher eingesessen. Doch nun sei er mit Erwachsenen zusammen gewesen, die hätten massivere Delikte auf dem Kerbholz gehabt, war seine Erfahrung.

„Sie waren jetzt das erste Mal in U-Haft in einer Erwachsenen-Justiz-Vollzugs-Anstalt“, ging die Staatsanwältin auf dieses Kapitel ein. „Aber das ist eben eine andere Welt“, mahnte sie.

Wegen seiner Drogenabhängigkeit stand der 25-Jährige beim Einsitzen plötzlich unter kalten Entzug. „Ich hatte deshalb Angstzustände und Alpträume, konnte nicht schlafen und war gereizt“, beschrieb er seinen Zustand an dem Wochenende. Erst am Montag konnte ein Arzt Linderung verschaffen. Nach eigener Aussage nahm der junge Mann täglich bis zu sieben Gramm Marihuana zu sich.

Weil der Angeklagte geständig war, brauchten die fünf geladenen Zeugen nicht mehr auszusagen. Was außerdem laut Gericht für ihn sprach war, dass er derzeit seine auf Pflege angewiesene Mutter versorgt, in Teilzeit arbeitet und Kontakt zu einem Arzt aufgenommen hat. Auch will er sich einer medizinisch-psychologischen Untersuchung unterziehen, um einen Führerschein machen zu können. „Ich lasse es nicht mehr darauf ankommen“, versprach der Kreisstädter.

Die Staatsanwältin beantragte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem sollte dem Angeklagten ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt werden, war ihr wichtig.

Verteidiger Israel und das Schöffengericht schlossen sich diesem Antrag an. „Ich glaube, dass Sie einen Plan haben und mit dem Drogenkonsum abgeschlossen haben“, sagte Strafrichterin Johanna Kopischke in  ihrer Urteilsbegründung. Das Urteil ist rechtskräftig. Sowohl der Angeklagte und sein Verteidiger wie die Staatsanwältin nahmen das Urteil an. Damit beginnt für den Kreisstädter auch sofort die Bewährungszeit.

Vor Beginn des Prozesses vereidigte die Richterin als Schöffen Dorle Beil und Jörg Ambrosi.


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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.