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Feierliches Gelöbnis
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Eine intensive Woche im Kampfanzug

Peter von Döllen 08.10.2019 0 Kommentare

In Reih und Glied waren die Kurzzeit-Soldaten zum Gelöbnis auf Gut Sandbeck angetreten.
In Reih und Glied waren die Kurzzeit-Soldaten zum Gelöbnis auf Gut Sandbeck angetreten. (Peter von Döllen)

Osterholz-Scharmbeck. Die Nacht war kurz: Aufstehen um 5.45 Uhr, Frühstück eine halbe Stunde später, um 6.15 Uhr. Das Soldatenleben ist straff und formal geregelt. Am Abend nach einem langen Tag standen 23 Soldaten, sortiert nach Größe in Reih und Glied auf dem Hof des Gutes Sandbeck. Nationalhymne, Fackelschein, Marschmusik und Ehrenformation: Alle zwei Jahre werden auf Gut Sandbeck Soldaten mit einem stimmungsvollen Ritual vereidigt. Eine Veranstaltung, die eher vor den Rathäusern stattfinde, wie Brigadegeneral André Denk Montagabend einräumte. „Doch wie in den vergangenen Jahren und der Tradition der Logistikschule folgend, haben wir wieder das Gut Sandbeck mit seiner ganz besonderen Atmosphäre und seinem würdevollen Ambiente für diesen Abend gewählt“, erklärte der Kommandeur.

Es sind keine gewöhnlichen Soldaten, die am Montag auf die Fahne der Bundesrepublik schwören. Die 23 Freiwilligen sind Soldaten für eine Woche, die einen Blick hinter die Kulissen der Kasernen werfen wollen. Es ist aber keine reine Informationsveranstaltung. Die Soldaten auf Zeit werden schon gefordert. Sie erwartet in dieser Woche: theoretische Informationsvorträge, Teilnahme an einer praktischen Übung auf dem Truppenübungsplatz in Munster und eine Einweisung im Umgang mit Waffen. Die Teilnahme an der „Dienstliche Veranstaltungen der Information“, intern kurz „InfoDVag“ genannt, wird offenbar intensiv und anstrengend.

Laut Homepage der Streitkräftebasis (SKB) finden die Veranstaltungen im Wechsel statt: an der Führungsunterstützungsschule der Bundeswehr, der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr, der Logistikschule sowie der Schule ABC-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben. Rein theoretisch ist die Logistikschule in Garlstedt alle zwei Jahre dabei. Interessenten können sich für eine Teilnahme an den Informationswochen bewerben. Es gibt allerdings eine genaue Liste, welche Gruppen dazu berechtigt sind. Schulkommandeur André Denk zollte den Teilnehmern Respekt für ihre Entscheidung. „Aus den ersten Gesprächen mit Ihnen bin ich mir sicher, dass Sie neugierig, interessiert und gespannt sind, was Sie diese Woche erwartet und dass Sie alles, was Sie erleben, nach der Woche in Ihr Umfeld transportieren und kommunizieren“, sagte er. 

Grundgesetz als Fundament

Das Gelöbnis fand im 70. Jahr der Verkündung des Grundgesetzes statt, wie André Denk bemerkte. Es stehe, wie die gesamte Bundeswehr, auf dem Fundament unverzichtbarer Eckpfeiler: Grundgesetz, Demokratie, Menschenwürde, Herrschaft des Rechts und wehrhafte Republik. Der Schulkommandeur hob das Besondere des Treueversprechens hervor, das die Soldaten abgeben: „Sie versprechen nicht etwa, die Regierung zu verteidigen. Auch nicht das Volk selbst, sondern das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes.“ Der Staat ermögliche seinen Bürgern, ihre Freiheit auszuüben – und so einen gemeinsamen demokratischen Willen zu entwickeln. Demokratie sei mehr als die Auszählung individueller Interessen. „Dafür braucht es einen starken Rechtsstaat. Und ein starker Rechtsstaat braucht starke Streitkräfte. Zum Schutz vor Bedrohungen von außen. Und als Zeichen seines Willens zur Selbstbehauptung – als klares Zeichen, dass wir unser Land lieben und dass wir bereit sind, unsere Freiheit zu verteidigen.“

Der Chef der Niedersächsischen Staatskanzlei, Jörg Mielke, war aus Hannover zu dem Gelöbnis angereist. Er betonte die Verankerung der Bundeswehr in Niedersachsen. Die Freiwilligen würden merken, dass sich der Ablauf kaum von dem in einem Unternehmen unterscheide. „Soldat sein, ist aber kein Job wie jeder andere“, sagte Mielke.

Vertreter aus der Region sind dieses Mal nicht dabei. Die Teilnehmer kommen aus der ganzen Bundesrepublik. Jessica Hallermayer wurde in Bremen geboren, hat in Bayreuth Recht studiert und lebt derzeit in Hamburg. „Ich denke darüber nach, zur Bundeswehr zu gehen“, erklärte die 40-jährige Rechtsanwältin. Da kommt die Informationsveranstaltung gerade recht. Ihr Beruf fülle sie nicht aus. Der Gedanke, in der Bundeswehr etwas für die Gesellschaft zu tun, gefällt ihr. „Ich erhoffe mir von der Veranstaltung einen intensiven und vielseitigen Einblick in die Bundeswehr“, beschreibt sie ihre Erwartung.


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Leserkommentare
Gissmo am 23.10.2019 09:36
Danke für die konstruktive Antwort, man kann sich scheinbar ja doch noch ohne Beleidigungen hier im Kommentarbereich austoben, so machts doch allen ...
RalfBlumenthal am 23.10.2019 09:28
Was macht ein Ortsamtsleiter, der seinen Willen nicht bekommt ?
Er macht nichtöffentlich, was öffentlich gehört !
So geht das nicht, Herr ...