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Loch im Bug der Moorhexe
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Havarie an der Hafenkante

Michael Schön 17.04.2019 0 Kommentare

Osterholz-Scharmbeck. „Wieder vier Mann, vier Ecken“, ruft Manfred Loth, Vorsitzender des Vereins der Torfkahnschiffer Osterholz, um das Umsetzen der „Moorhexe“ vom Rollbock auf den hydraulischen Wagenheber einzuleiten. Es verhält sich so ähnlich wie mit dem Wechsel der Autoreifen. Von O bis O, von Oktober bis Ostern, bleiben die Halbhuntkähne, touristische Aushängeschilder des Landkreises Osterholz, im Winterquartier an der Bremer Straße. Gestern wurde die feierliche Überführung in den Osterholzer Hafen vollzogen, nicht mit Sommerbereifung zwar, aber bei perfektem Frühlingswetter frisch gestrichen und – nach vielen Arbeitsstunden der Torfkahnschiffer – perfekt vorbereitet für die im Mai beginnende neue Saison. 

Schwieriges Manövrieren

Kritischer Moment bei der Überführung: Die Torfkähne müssen vom  Trailer behutsam gelöst und ins Wasser geschoben werden. 
Kritischer Moment bei der Überführung: Die Torfkähne müssen vom  Trailer behutsam gelöst und ins Wasser geschoben werden.  (Christian Kosak)

Das Manövrieren mit dem eine Tonne schweren und zehn Meter langen Kähnen ist Millimeterarbeit und hat bei allem Geschick des Bedienpersonals seine Tücken. Die Torfkahnschiffer sind immer heilfroh, wenn der Umzug vom Trockendock zum Einsatzort schadensfrei über die Bühne gegangen ist. Gestern war so ein Tag, an dem es überhaupt nicht rund lief: Nach der beschwerlichen Fahrt auf dem vom roten Oldtimer-Trecker  (Ulli Mohr: „Gefühlt 30 Jahre alt“) gezogenen Doppelachsen-Trailer über das raue Pflaster der Hafenstraße hatte die Moorhexe schon den „Helgen“, die schiefe Ebene an der Hafenkante, erreicht, als das Malheur geschah: Während der zehn Meter lange Kahn, noch auf dem Hänger liegend, ins Wasser geschoben wurde, hob sich das Heck, und der sich gleichzeitig senkende Bug setzte heftig auf einer Metallschiene auf. Mit lauten Flüchen begutachteten die Männer die Schadensstelle: ein faustgroßes Loch in der Front. Die Moorhexe musste nach ultrakurzem Wasserkontakt wieder zurück ins Trockene. „Das sind nochmals zehn Stunden Arbeit“, stellte Ulli Mohr trocken fest, um gleich darauf Trost im Fatalismus zu suchen. „Schwund ist immer.“ 

Manfred Loth musste noch am Überführungstag die Knarre in die Hand nehmen. 
Manfred Loth musste noch am Überführungstag die Knarre in die Hand nehmen.  (Christian Kosak)

Somit hat sich die kleine Flotte der Torfkahnschiffer bis auf Weiteres geteilt. Während der Moorgeist und die Moorfee heil den sicheren Hafen erreichten, verbleiben die Moorhexe und der Moorteufel in der Lagerhalle. Die Moorhexe bis zu ihrer Wiederherstellung und der Moorteufel bis zur Publica (25./26. Mai), wo ihn die Torfkahnschiffer auf ihrem Messestand  dem interessierten Besucher präsentieren wollen. Der Moorteufel ist der einzige noch mit einem Verbrennungsmotor angetriebene Kahn des Osterholzer Vereins. Die anderen arbeiten mit Elektromotoren. Es ist beabsichtigt, den Moorteufel ebenfalls umzurüsten.

Auch die Moorfee hat übrigens ein Alleinstellungsmerkmal: Sie ist aus Eichenholz gefertigt, dem in der historischen Torfschifffahrt gebräuchlichen Material. „Es trocknet im Winter aus und zieht dann im Hafenbecken jede Menge Wasser. Die Planken quellen auf, und dann ist alles wieder dicht“, erläutert Klaus Groß. 

Im Winterlager werden das Bootsholz sowie die Antriebstechnik überholt und gepflegt.
Im Winterlager werden das Bootsholz sowie die Antriebstechnik überholt und gepflegt. (Christian Kosak)

Die Havarie an der Hafenkante konnte die Vorfreude der Torfkahnschiffer auf die unmittelbar bevorstehende Freiluftsaison wenig trüben. Schon für den 1. Mai ist ein erster Probelauf ausschließlich mit Vereinsmitgliedern geplant. Die erste Tour mit Passagieren ist für den 10. Mai gebucht.

Während der Sommermonate, berichtet Arend Niessen, fällt für ihn und seine Kameraden weniger Arbeit an, als es außerhalb der Saison der Fall ist. „Wo Luft und Wasser zusammenkommen, wird bei jedem Kahn das Holz in Mitleidenschaft gezogen. Ganze Bereiche der Außenhaut müssen so erneuert werden.“

Die Torfkahnschiffahrt auf der Hamme wurde mit Beginn des Jahrtausends wiederbelebt. Der Osterholzer Verein, der das touristische Angebot vorhält, besteht erst seit 2012.


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Leserkommentare
suziwolf am 21.10.2019 12:19
Und dann ... @kretschmar -
[auch wieder] eine gemeinsame Währung -

Das britische £ - Sterling -
europaweit jetzt ...
suziwolf am 21.10.2019 12:01
Warum dieser einfache Hinweis
auf www.spiegel.de
[ ,auf Erweiterung der Information‘ ]
mit „👎“ bewertet wird,
erklärt sich ...